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Handball-Bundesliga: BHC verliert gegen den THW Kiel mit 25:31

Handball-Bundesliga : BHC verliert gegen den THW Kiel mit 25:31

Mit einem 6:0-Lauf nach der Pause können die Bergischen den großen Favoriten in der Kölner Lanxess Arena kurzzeitig in Verlegenheit bringen.

Wuppertal. Fünf Punkte aus den jüngsten drei Spielen hatte der Bergische HC bis Mittwoch geholt, doch gegen das Weltklasseteam des THW Kiel endete diese Serie. Mit 31:25 (18:12) entführte der Champions-League-Teilnehmer beide Punkte aus der Kölner Lanxess-Arena, wohin der BHC zum zweiten und letzten Mal in dieser Saison zu einem Heimspiel gebeten hatte und immerhin mit 5100 Zuschauern belohnt wurde. Die riss der BHC mit einer tollen Aufholjagd nach der Pause von den Sitzen.

TV-Experte Stefan Kretzschmar hatte Kiel vor dem BHC gewarnt, der in den vergangenen Wochen mit Aushilfsregisseur Viktor Szilagyi so richtig in Schwung gekommen war. Und tatsächlich schienen die Löwen mit ihrer unorthodoxen Spielweise anfangs auch Kiel ins Schwitzen zu bringen. Szilagyi stand diesmal von der ersten Minute an auf dem Feld, denn das BHC-Lazarett hatte sich doch noch nicht gelichtet. Wie in Göppingen standen wieder nur zwölf Spieler auf dem Spielberichtsbogen, darunter erneut Drittliga-Spieler Max Bettin. Wieder mit dabei war Maximilian Hermann im rechten Rückraum, dafür fehlte zusätzlich Rechtsaußen Nils Artmann, so dass beide Außen nur einfach besetzt waren.

Wie in der zweiten Hälfte in Göppingen und zuvor auch schon in Wetzlar, funktionierte die konsequent durchgezogene Taktik mit sieben Feldspielern und zwei Kreisläufern in der Offensive zunächst glänzend. Außerdem führte sich Christopher Rudeck im Tor gleich mit zwei Klasseparaden ein, so dass der Jubel über die vorab bekanntgegebene Vertragsverlängerung des Torwarttalents bis 2019 sich noch verstärkte. Und siehe da, der BHC führte gegen das Kieler Starensemble nach zwei blitzsauberen Kreisläufertoren von Uros Vilovski und tollen Anspielen von Szilagyi nach sechs Minuten mit 4:2. Als Rudeck, dann auch noch den Siebenmeter von Lukas Nilsson entschärfte, war erstmals richtig Stimmung in der Arena.

Danach offenbarte sich dann allerdings auch die Anfälligkeit der Variante ohne Torwart, wenn Angriffe nicht erfolgreich zu Ende gespielt werden können. Anders als Göppingen nutzte Kiel mit seiner Klasse diese Gelegenheiten konsequent. Zweimal EM-Held Andreas Wolff und einmal Rune Dahmke trafen über das gesamte Feld. Und als dann auch noch Patrick Wiencek einen Gegenstoß von hinter der Mittellinie abschloss, stand es 8:6 für den Favoriten.

Der BHC ließ sich aber noch nicht so leicht abschütteln. Weil Kiel in der Mitte in Erwartung von Szilagyi sehr massiv stand, gab es durch die 7:6-Überzahl immer wieder Platz auf Außen, den Jan Artmann nach 20 Minuten schon zu drei Toren von Linksaußen genutzt hatte. Klasse auch Mittelmann Thomas Babak, der von Halbrechts, von Halblinks und sogar einmal vom Kreis traf.

Doch ab Szilagys 10:12 nach 24 Minuten häuften sich die Fehler im BHC-Angriff, auf den sich Kiel nun gut eingestellt hatte. Der Favorit mit dem herausragenden Steffen Weinhold zog Tor um Tor davon. Bemerkenswert bis zur Pause noch das erste Bundesliga-Tor vom Maximilian Bettin, der für einen Siebenmeter eingewechselt wurde und mit Bierruhe gegen Wolff verwandelte. Weil ihm dieses Kunststück gleich nach dem Wechsel noch einmal gelang, Rudeck vier Paraden in Serie zeigte, auch Bogdan Criciotoiu, Moritz Preuss und Arnor Gunnarsson Treffsicherheit bewiesen, war der BHC plötzlich wieder auf 16:18 heran. Sollte das gleiche Kunststück gelingen wie zuletzt in Göppingen, wo man zur Pause sogar mit sieben Toren hinten gelegen und noch einen Punkt geholt hatte. Kiels Coach Alfred Gislason nahm die Auszeit, doch wieder hielt Rudeck, diesmal gegen Bilyk. Im Kieler Tor sollte es nun Niklas Landin richten, doch Viktor Szilagyi schenkte ihm gleich mal einen ein, und als Dahmke dann nur den Pfosten traf, war die Chance zum Ausgleich plötzlich da. Bogdan Criciotoiu nutzte sie. Ein 6:0-Lauf gegen den großen THW, unglaublich!

Doch Kiel wäre nicht Kiel, wenn man nicht doch noch eine Antwort gefunden hätte. Der BHC konnte seine unglaubliche Effektivität nicht durchhalten, und binnen acht Minuten war Kiel wieder auf fünf Tore weg. Den Vorsprung brachte der Favorit in einem weiter sehr unterhaltsamen Spiel dann routiniert ins Ziel. Der BHC hatte sich den 5100 in der Halle und den Fernsehzuschauern jedenfalls bestens in Erinnerung gebracht.