Wie viele Problemfans hat der KFC wirklich?

Wie viele Problemfans hat der KFC wirklich?

Es gibt unterschiedliche Angaben über die Zahl der Anhänger aus der so genannten Kategorie C. Ordnungsdienst gibt Job auf.

Uerdingen. Auf den KFC Uerdingen kommen durch die Krawalle im Spiel in Ratingen Zusatzkosten von bis zu 1000 Euro pro Spiel zu. Der Grund: Der KFC-eigene Ordnungsdienst hat nach den Ausschreitungen das Amt niedergelegt. Guido Bongen und Thomas Krille begründen den Schritt sowohl mit dem Verhalten der Polizei in Ratingen, als auch dem teilweise aggressivem Handeln der eigenen Fans.

„Der Sicherheitsdienst bei einem Heimspiel kostet zwischen 500 und 1000 Euro“, schätzt KFC-Geschäftsstellenleiter Gerald Judenau, der dies jedoch nicht als größeres Problem ansieht. „Es ist schade, dass der Ordnungsdienst nicht weiter macht. Aber wenn wir in die NRW-Liga aufsteigen sollten, wäre ein zusätzlicher Sicherheitsdienst sowieso notwendig.“ Drei Spiele hat der KFC in der Grotenburg in dieser Saison noch.

Wie hoch die Zahl der gewaltbereiten Personen unter den KFC-Anhängern ist, darüber gibt es zwischen Verein und Polizei unterschiedliche Ansichten. In einem Interview mit dem Fußballmagazin „11 Freunde“ sagte KFC-Präsident Agissilaos „Lakis“ Kourkoudialos, beim Auswärtsspiel in Oberhausen habe die Polizei 100 Fans der Kategorie C, der höchstmöglichen im Polizeijargon, erwartet. „Die Zahl kam mir astronomisch vor. Wieder in Krefeld, habe ich mich bei unserem Sicherheitschef informiert. Ich erfuhr, dass wir de facto zehn Fans der Kategorien B oder C haben. Insgesamt! Und von diesen zehn gewaltbereiten Fans käme nur ein Bruchteil zu den Spielen.“

Wegen der Vorkommnisse in Ratingen überlegt der Fußballverband Niederrhein (FVN), die Vorgaben an die Vereine zu überarbeiten. „Es gibt in der 6. Klasse derzeit keine Sicherheitsvorschriften. Bei Hinweisen auf mögliche Ausschreitungen werden die Partien als Risikospiele eingestuft und die Vereine aufgefordert, für einen Ordnungsdienst zu sorgen“, erklärt Rainer Lehmann. Der FVN-Geschäftsführer will nun das Urteil der Verbandsspruchkammer abwarten und dann entscheiden, ob es neue Regeln für die Niederrheinliga geben wird.

Der Geschäftsführer von Ratingen 04/19, Klaus Poplawski, berichtete der WZ aus dem Sonderbericht des Schiedsrichters: „Grund für den Spielabbruch war das Treten gegen die Werbebanden, eine Schlägerei und die daraus folgenden Unruhen im Uerdinger Block.“ Poplawski geht von einer Wertung des Spiels für seinen Klub aus, da diesen keine Schuld treffe. Der KFC wollte zum Bericht keine Stellung nehmen.

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