KFC Uerdingen: Mehr als 1000 Fans ohne Karte

KFC Uerdingen: Mehr als 1000 Fans ohne Karte

Der KFC Uerdingen spielt beim SC Wiedenbrück um den Meistertitel. Das Jahnstadion fasst nur 2550 Zuschauer.

Krefeld. Das Jahnstadion in Rheda-Wiedenbrück ist so gut wie nie ausverkauft. Im Schnitt besuchen etwa 600 Zuschauer die Heimspiele des Fußball-Regionalligisten SC Wiedenbrück, da sind aber Gästefans schon eingerechnet. Das ist knapp ein Viertel der Kapazität der Spielstätte. 2550 Besucher passen hinein. 750 überdachte Sitzplätze, 1800 nicht überdachte Stehplätze. Am Sonntag könnte das kleine Schmuckkästchen des SCW endlich mal ausgelastet werden. Denn der Tabellenführer KFC Uerdingen hat sich angekündigt.

Die Fans hoffen auf eine Meisterfeier in Wiedenbrück, doch bis dato konnte der KFC nur 840 Karten an seine Anhängerschaft verteilen. Viel mehr würden gerne mitreisen, immerhin wollen die Krefelder am Sonntag den nächsten Schritt Richtung 3. Liga machen. Als Regionalligameister würden sie auch das Ticket für die Aufstiegsrelegation am 24. und 27. Mai lösen.

Doch mehr Tickets gab es nicht für die Gäste. KFC-Sprecher Jan Filipzik: „Wir haben uns bemüht, mehr Karten zu erhalten. Wir haben 2000 Interessierte.“ Auch der Supporters Club ist mit dem Stand der Dinge nicht zufrieden. Vorsitzender Matthias Finken sagt: „Es ist unglücklich, dass nur ein Drittel der Karten nach Krefeld geht. Ich habe auf eine Verlegung nach Gütersloh gehofft.“ Eine Aufstockung des Kontingents wird es laut KFC nicht geben.

Gespielt wird in jedem Fall im Jahnstadion, wie SCW-Geschäftsführer Bernhard Hartmann der WZ sagte. 720 Stehplatzkarten haben KFC-Fans erworben, 120 werden in Wiedenbrück einen Sitzplatz einnehmen. Viele andere werden daher wohl auch mit dem Auto ohne Karte anreisen, denn davon dürften sich am Spieltag an den Kassen noch einige finden lassen. Der KFC selbst rät allen Fans ohne Ticket „dringend von einer Fahrt nach Wiedenbrück ab“.

Finken: „Die Parkplatzsituation ist allerdings nicht so gut.“ Fanclubs haben individuell Busse gemietet, der KFC hat keine Fan-Busse mehr für den Sonntag ordern können. Der Großteil der Anhängerschaft wird also mit dem Zug reisen, dann mit dem Shuttle vom Bahnhof zum Jahnstadion fahren. Oder eben mit dem Auto. Für die, die daheimbleiben, hat der KFC die Sportsbar Karussell für den Sonntagnachmittag als Partner gewonnen. Das Webradio BlauRot wird live aus Wiedenbrück berichten, Fans können an der Westparkstraße bei einem Bier mithören, ob ihr KFC Meister wird.

An der Grotenburg findet keine Übertragung statt. Ob auch der eine oder andere zusätzliche Zuschauer aus Wiedenbrück selbst den Weg ins Jahnstadion findet, ist möglich, denn für die Gastgeber steht sportlich auch viel auf dem Spiel. Der beste westfälische Regionalligist — der SC Verl oder der SV Rödinghausen könnten im letzten Spiel noch am SCW vorbeiziehen — nimmt an einem Entscheidungsspiel gegen den Oberligameister um den Einzug in den DFB-Pokal teil. An einem in hohem Maße gegnerischen Publikum im eigenen Stadion sind die Westfalen also gar nicht interessiert.

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