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KFC Uerdingen: Hinten Erfahrung, vorne junge Power

Leistungsträger : Junge Offensiv-Power beim KFC Uerdingen

Teamchef Stefan Reisinger setzt in der Abwehr auf Erfahrung, vorne auf jüngere Spieler. Die wollen in der Rückrunde für Furore sorgen.

Erfahrene Haudegen an der Seite von jungen Wilden. Eine gute Mischung aus Alt und Jung ist für jede Profimannschaft wichtig. Der Kader des KFC Uerdingen spiegelt das par excellence wider. Mit Dominic Maroh (32 Jahre), Jan Kirchhoff (29), Assani Lukimya (33), Christian Dorda (31) und Kevin Großkreutz (31) haben die Uerdinger besonders in der Verteidigung Spieler mit einer Menge Erfahrung. Ein ganz anderes Bild in der Offensive: Hier setzt Teamchef Stefan Reisinger auf die Power und Unbekümmertheit der jungen Wilden. Jean Manuel Mbom (19), Franck Evina (19) und Christian Konsombi (20) stehen erst am Anfang ihrer Karriere, Boubacar Barry und Patrick Pflücke (beide 23) sind ebenfalls noch jung, wollen in ihrer Zukunft noch so einiges erreichen.

Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel vertrauen dabei auf ihre Jungstars, alle fünf kamen in der Hinrunde der dritten Liga bereits auf eine zweistellige Anzahl an Einsätzen. Da ist es ganz klar, dass Barry und Co. gut miteinander auskommen – auf und neben dem Platz. „Wir verstehen uns alle sehr gut, da gibt es keine Probleme. Aber klar machen die jüngeren Spieler mehr zusammen“, sagt Barry. Sich auch privat bei jemandem zu Hause treffen, nach dem Training zusammen essen zu gehen und den Abend zu verbringen gehört bei den Jungen zum Standard.

Talente könnten im Sommer wieder weg sein

„Die Älteren haben ja alle Frau und Kinder zu Hause, da ist das dann natürlich auch was anderes“, scherzt Barry, der aber auch sagt: „Die Atmosphäre in der Mannschaft ist durchweg gut. Egal ob jung oder alt.“ Dabei ist es im Profifußball gar nicht so einfach, gute Freundschaften zu knüpfen. Gerade im jungen Alter stehen Vereinswechsel oder Leihgeschäfte an der Tagesordnung. So auch beim KFC. Barry und Mbom sind jeweils vom SV Werder Bremen ausgeliehen, Franck Evina stammt aus der Talentschmiede des FC Bayern München und soll möglicherweise am Ende der Saison zurück zum deutschen Rekordmeister. Keine einfache Situation, Barry sagt: „Klar, man hat im Hintergedanken schon irgendwo, dass es im Sommer vielleicht wieder zurückgeht. Aber wenn man hier mit den Jungs ist, versucht man da nicht so viel drüber nachzudenken.“

Denn gerade bei Vereinen aus einer Liga wie die deutsche 3. Liga wird in jeder Transferperiode ordentlich durchgewechselt. Zehn bis zwölf neue Spieler sind keine Seltenheit, wie der dienstälteste KFC-Spieler, Christian Dorda, sagt: „Das ist absolut normal geworden. Aber wir sind alles Fußballer und haben so unseren eigenen Humor. Da gewöhnt man sich schnell an neue Teamkollegen.“

Zusammen wollen die jungen Wilden in der Rückrunde für Furore sorgen. Nach einem überragenden Start und vier Toren aus den ersten vier Spielen zeigte die Formkurve von Franck Evina zuletzt ein wenig nach unten. Seit Anfang August gelang ihm kein Drittliga-Tor mehr – auch, weil er einer der Verlierer des Trainerwechsels war. Doch Evina ackert sich wieder zurück, gewöhnt sich an die dritte Liga und will in der Rückrunde zu einer ähnlichen Stammkraft wie Jean Manuel Mbom werden. Der 19-jährige Mittelfeldspieler zählt zu den festen Größen, kam in 19 von 20 Spielen zum Einsatz und verpasste das Duell gegen Jena nur aufgrund einer Gelbsperre.

Für Boubacar Barry ist die noch andauernde Vorbereitung vor allem auch der Weg zur vollständigen Genesung. Trotz seiner 23 Jahre blickt der Außenstürmer bereits auf eine lange Verletzungshistorie zurück, konnte aufgrund von Knieverletzungen zwei ganze Jahre nicht spielen. Die Hinrunde beendete er zudem mit einer Schulterverletzung, ist jetzt aber wieder bei 100 Prozent. Eine Torbeteiligung gelang Barry in der Hinrunde nicht. „Es geht auf jeden Fall mehr. Ich muss meine Scorerpunkte verbessern und auch mal selber knipsen“, sagt Barry.