Zwischenfazit der DEG-Saison: Überragende Defensive, Probleme im Sturm

Zwischenfazit der Eishockey-Saison : DEG - Mit der besten Defensive der Liga auf Rang sechs

Die Deutsche Eishockey ist seit Montag in ihrer zweiten und letzten Pause. Und das Zwischenfazit fällt für die DEG positiv aus. Das liegt vor allem an ihrer Abwehr, im Sturm hapert es dagegen.

Am Sonntagabend herrschte im Kabinengang des Rather Domes Aufbruchstimmung. Das lag nicht etwa am 2:1-Sieg nach Penaltyschießen der Düsseldorfer EG über die Grizzlys Wolfsburg, sondern an der anstehenden Pause in der Deutschen Eishockey Liga. Das nächste Spiel für die DEG steigt erst in neun Tagen, so etwas erlebt man ja selten als Eishockey-Profi. Also nutzen zahlreiche Spieler die Zeit für einen Kurzurlaub. Da musste der eine schnell los, um pünktlich an einer Fähre in Richtung Skandinavien zu sein, der andere verabschiedete sich nach Bayern, „ein paar fliegen zwei Tage auf eine Insel und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen“, erzählte Verteidiger Bernhard Ebner, der ebenfalls in die Heimat aufbrach. Eigentlich sei er ja kein Freund davon, mitten in der Saison „fünf Tage kein Eis zu sehen“, aber die Aussicht, „die Familie und alte Freunde“ in Schongau zu besuchen, war zu verlockend.

An Eiszeit hat es für Ebner zuletzt ohnehin nicht gemangelt. Der 29-Jährige ist einer von nur drei DEG-Verteidigern, die alle 42 Spiele absolvieren durften. Und die seit den Ausfällen von Marco Nowak (seit Mitte November) und Alexander Urbom (kurz vor Weihnachten) entsprechend gefordert sind. Ebner spiele in den vergangenen 14 Spielen fast 24 Minuten pro Abend, ähnlich sieht es bei Marc Zanetti aus, Nicholas Jensen verbrachte knapp 27 Minuten auf dem Eis. Und das vor allem dann, wenn es besonders kritisch wird: in Unterzahl, gegen Ende der Drittel und im Schlussabschnitt. Da lässt Trainer Harold Kreis meist nur vier Verteidiger ran.

Umso erstaunlicher sind ihre Statistiken. Dass die DEG nach knapp drei Vierteln der Saison als Tabellensechste in die zweite und letzte Pause der DEL-Hauptrunde geht, liegt vor allem an der Abteilung für Gegentorverhinderung. Mit gerade mal 95 Treffern (2,3 im Schnitt) stellen die Düsseldorfer die beste Defensive der Liga. Und sie wird immer besser: In den 14 Spielen mit dezimiertem Kader kassierte die DEG nur dreimal mehr als zwei Tore in der regulären Spielzeit. Da 2,5 Gegentore im Eishockey als magische Grenze gelten, ab wann man mit hoher Wahrscheinlichkeit gewinnt oder verliert, klettert sie immer weiter in der Tabelle. Entsprechend positiv war das Zwischenfazit von Alexander Barta: „Alles gut. Alles super.“

Torwart Niederberger und harte Arbeit als Schlüssel zum Erfolg

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Ebner verwies natürlich sofort auf den Star der Mannschaft: Mathias Niederberger, „der beste Torwart der Liga“, wie Ebner sagte. Allein steht er mit der Meinung nicht. Der Nationaltorwart (92,9 Prozent Fangquote, 2,1 Gegentore im Schnitt) kaschiert seit Monaten die Unzulänglichkeiten der anderen Mannschaftsteile. Die sind allerdings deutlich geringer geworden. Nur einmal hing die DEG durch, von Mitte November bis Mitte Dezember gab es sieben Niederlagen aus neun Spielen. „Aber die Mannschaft hat sich da durch Teamgeist und Arbeitsmoral herausgekämpft. Die Jungs bezahlen einen hohen Preis in jedem Spiel, unser Selbstvertrauen ist nicht auf Blabla in der Kabine aufgebaut, sondern auf harter Arbeit“, fasste Kreis zusammen.

Das sieht auch Ebner so: „Wir verwenden viel Energie für die Defensive, um die Gegner von unserem Tor fernzuhalten. Außen können sie kreiseln, wie sie wollen.“ Das liegt natürlich nicht allein an den Verteidigern, auch die Stürmer arbeiten nach hinten, meist sichert mindestens einer ab, um bei Puckverlusten nicht in Konter zu laufen. Das geht allerdings zu Lasten der Offensive. Mit 105 Treffern steht die DEG ligaweit auf Rang elf. Also sagt Ebner: „Die Defensive steht gut da, aber wir versuchen, noch an der Offensive zu arbeiten, wir wollen schon ein paar Tore mehr schießen.“

Das liegt auch in der Verantwortung von Alexander Barta. Wochenlang traf der Mittelstürmer der ersten Reihe das Tor nicht, nun ist er wieder da, traf viermal in sechs Spielen. Mit acht Toren ist er teamintern auf Rang sechs, ganz vorne sind Jerome Flaake (16 Tore) und Max Kammerer (13). Gegen Wolfsburg verwandelte  Barta den entscheidenden Penalty. Und das an seinem Geburtstag. Hinterher sang ihm die Halle ein Ständchen und stimmte auch bei „Hier kommt Alex“ von den Toten Hosen ein. Den Song habe er schon zu seinen Hamburger Zeiten gehört, erzählte er hinterher. Als er nach einer monatelangen Verletzung zurückkehrte, sangen ihn die dortigen Fans für ihn. „Heute sind die Erinnerungen aus Hamburg zurückzukommen. Ich habe ja immer viel zu meckern, aber heute haben mir die Fans hier ein Riesengeschenk gemacht.“