DEG-Verteidiger Ebner spürt keine Folgen der Gehirnerschütterung mehr

Eishockey : Bernhard Ebner ist zurück bei 100 Prozent

Der DEG-Verteidiger verzichtete auf die WM in die Slowakei, um sich vollständig zu regenerieren — auch von den Folgen einer Gehirnerschütterung.

Etwas war anders in dieser Sommerpause für Bernhard Ebner: mehr Ruhe, mehr Regeneration. Der 28-Jährige verordnete sich selbst eine längere Auszeit und sagte für die Weltmeisterschaft in der Slowakei ab. „Nach den Play-offs hat mich der Bundestrainer angerufen und sich erkundigt. Aber ich habe selbst entschieden, dass ich mich lieber auskuriere. Das ist mir nicht nur mit Blick auf die WM schwer gefallen, sondern auch, weil zwei Vorbereitungsspiele in meiner Heimat stattgefunden haben“, sagt der Verteidiger.

Rückblick: Am 13. Januar, einen Tag nach dem 3:2-Sieg der Düsseldorfer EG im Winter Game bei den Kölner Haien, krachte Ebner im Heimspiel gegen den EHC München nach einem Zweikampf in die Bande und musste anschließend ins Krankenhaus gebracht werden. Zunächst war „nur“ von einer Oberschenkelverletzung die Rede. Doch der introvertierte Bayer hatte auch eine Gehirnerschütterung davon getragen. Ein heikles Thema im Profi-Sport, nicht nur wenn es um eine zu frühe Rückkehr geht, sondern auch mit Blick auf mögliche Spätfolgen, wenn sich diese häufen.

Das weiß auch Ebner, der rund einen Monat ausfiel, ehe er Mitte Februar die Freigabe der Ärzte erhielt und guten Gewissens wieder mitmischen durfte. „Mittlerweile ist das mit der Gehirnerschütterung rund ein halbes Jahr her. Mir geht es wieder gut“, berichtet er und sagt rückblickend: „Nachdem es passiert ist, war aber vieles schwer. Ich hatte Probleme mit Lautstärke und Helligkeit — das ist wirklich so, wie man das immer liest. Als ich dann wieder alleine aufs Eis gegangen bin, war eigentlich alles okay. Dann kamen 20 Mitspieler dazu, und ich dachte, ich muss direkt wieder runter. Es hat eine gewisse Zeit gedauert, bis sich alles normalisiert hatte.“

Jetzt aber geht der Blick wieder nach vorne. Bis das regelmäßige Eistraining in Düsseldorf losgeht, dauert es nur noch ein paar Tage. In den kommenden Tagen landen dann auch die Kontingentspieler. Nach mehreren Wochen Kraft- und Ausdauertraining möchte sich Ebner ab Mitte September mit guten Leistungen im Verein für weitere Anrufe von Toni Söderholm empfehlen — und dann natürlich auch wieder im DEB-Trikot auflaufen. „Die Akkus sind wieder voll. Ich bin bereit, wieder loszulegen. Die längere Sommerpause hat mir gut getan“, sagt der dienstälteste Profi im DEG-Kader, der in 2018/19 in 36 Partien auf fünf Tore und 13 Assists kam.

Kein unterschriftsreifes
Angebot eines anderen Klubs

Ende 2018 gab es Gerüchte, Ebner könnte die Düsseldorfer verlassen. Finanziell besser aufgestellte Klubs hatten angeblich die Fühler nach dem Schongauer ausgestreckt. Umso größer war die Freude bei den Verantwortlichen und Anhängern der Rot-Gelben, als sich der DEL-Spieler des Monats September 2018 im Januar zu einer Verlängerung seines Vertrags bis 2022 entschied. „Ich bin schon sieben Jahre in Düsseldorf. Mir gefällt das Konstante in meinem Leben und wie sich der Klub entwickelt“, erklärt Ebner und stellt in Bezug auf dieses Thema klar, dass er trotz des kolportierten Interesses anderer Teams keineswegs kurz vor dem Abschied stand: „Es ist nicht so, dass ich ein unterschriftsreifes Angebot eines anderen Vereins vor der Nase gehabt hätte.“

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