Vier Spieler der Düsseldorfer EG im "Top Team Peking"​ für Olympia

Eishockey : Vier Spieler der Düsseldorfer EG im "Top Team Peking"

Bundestrainer nominiert DEG-Quartett für Lehrgang. Dass das zu Olympia fährt, ist unwahrscheinlich.

Am Wochenende wird es noch mal ernst für die Düsseldorfer EG: Am Freitag (19.30 Uhr) geht es nach Schwenningen, am Sonntag (16.30 Uhr) kommt Wolfsburg. Erst danach gönnt sich die Deutsche Eishockey Liga ihre zweite und letzte Pause der Saison. Dann dürfen die zuletzt arg beanspruchten Mannen von Trainer Harold Kreis ihre kleinen und großen Blessuren auskurieren, dann dürfen sie noch mal durchatmen vor der entscheidenden Phase der Saison.

In den Genuss mehrerer freier Tage am Stück kommen aber nicht alle DEG-Profis. Gleich vier von ihnen wurden von Bundestrainer Toni Söderholm für einen Nationalmannschaftslehrgang vom 4. bis 7. Februar nominiert. Der beginnt für das „Top Team Peking“ im bayerischen Füssen, einen Tag später geht es in die Schweiz, wo am 6. und 7. Februar zwei Testspiele gegen die Gastgeber anstehen.

Von der DEG sind Verteidiger Johannes Huß sowie die Stürmer Charlie Jahnke, Max Kammerer und Leon Niederberger dabei. Was zeigt, dass es sich nicht um die „richtige“ Nationalmannschaft handelt. Bundestrainer Söderholm versammelt die kommende Generation um sich, eine „Perspektivmannschaft, die mit Hinblick auf die Olympischen Spiele 2022 jungen deutschen Spielern, Spielpraxis und Wettkampferfahrung im internationalen Eishockey bringen wird“, wie es beim Deutschen Eishockey-Bund heißt. So ganz stimmt aber auch das nicht. Denn die nächsten Winterspiele steigen bereits in knapp zwei Jahren, und dass dort eben jenes „Top Team Peking“ auflaufen wird, ist so gut wie ausgeschlossen. Allerdings weiß derzeit niemand, wie die Nationalmannschaft aussehen wird, die den Silber-Erfolg von 2018 in Südkorea wiederholen soll.

Das liegt nicht etwa am DEB selbst, sondern am Machtkampf im internationalen Eishockey. Auf der einen Seite steht der Weltverband IIHF, auf der anderen die nordamerikanische Eliteliga NHL. Nachdem deren Superstars bereits für die vergangenen Spiele nicht von den Besitzern ihrer Klubs freigegeben wurden, droht dasselbe nun erneut.

Der Weltverband verhandelt noch mit den NHL-Funktionären

Die schwerreichen Herren in den Chefetagen der NHL-Teams wollen ihren Betrieb nicht für zweieinhalb Wochen einstellen, wenn sie an Olympia nichts verdienen und sich ihre Spieler auch noch verletzten können. Der Weltverband argumentiert mit dem Werbewert eines Olympischen Turniers – zumal es im Eishockey ja keine Weltmeisterschaft gibt, bei der alle Topstars auflaufen. Deshalb setzte IIHF-Präsident René Fasel der NHL jüngst ein Ultimatum: Bis August wolle er eine verbindliche Zu- oder Absage. NHL-Chef Gary Bettman bringt das aber nicht ins Schwitzen: „Er hat im Sommer gesagt, dass er bis Dezember eine Antwort will und hat auch die nicht bekommen“, sagte Bettman am Wochenende. Soll heißen: Es gibt genau eine Partei, die Tempo und Ausgang der Debatte bestimmt, ob die NHL ihre Spieler frei gibt: die NHL selbst.

Sollte die besten Spieler der Welt erneut fehlen, würde das die Olympia-Chancen der DEG-Spieler natürlich steigern. Mittlerweile spielen ja zahlreiche Deutsche in der NHL, die dann ebenfalls nicht könnten. Düsseldorfer Olympiakandidaten sind Mathias Niederberger, Marco Nowak und Bernhard Ebner – und vielleicht ja jemand aus dem „Top Team Peking“.