Dank neuer Technik sollen Prozesse in der Immobilienwirtschaft komfortabler ablaufen : Digitalisierung vereinfacht das Mieten

Damit Vermieter und Mieter den Bewerbungsprozess smart und rechtssicher gestalten können, kommen immer mehr intelligente Systeme auf den Markt. Die Digitalisierung wird das Immobiliengeschäft verändern.

Der deutsche Immobilienmarkt ist heiß umkämpft: Gerade in Metropolen und wachsenden Städten hat die Nachfrage das Angebot längst überholt. Die Folge: übervolle Listen bei Besichtigungen und steigende Preise. Eine Wohnung zu ergattern, beruht dabei in der Regel schlicht auf Glück. Lütt Immobilien aus Kiel hat zu diesem Zweck den sogenannten „Mieter-Club“ entwickelt. Durch die Exklusivität der kostenpflichtigen Plattform haben Mietinteressenten die Möglichkeit, alle verfügbaren Wohnungen und Häuser vor der Veröffentlichung auf den Immobilienportalen zu sehen – also bevor sich lange Schlangen bei den Besichtigungen bilden, betont Geschäftsführerin Astrid Lütt. „Immobiliensuchende können sich auf www.mieter.club registrieren und erhalten damit als Erste Mietangebote von ausgewählten Maklern und Vermietern.“

„Eine der größten Herausforderungen für neue Plattformen wie dem ‚Mieter-Club‘ ist die Handhabung von personenbezogenen Daten beziehungsweise die Übertragung von sensiblen Informationen wie der Bonität der Mietinteressenten an den Anbieter. Das ist ein wesentlicher Aspekt im Vermietungsgeschäft. Eigentümer wollen ihre Immobilien an die Mieter übergeben, die über eine gute Bonität verfügen, um auf diese Weise das Risiko von Mietausfällen maßgeblich zu reduzieren“, weiß Alexander Sieverts vom Münchner Technologieunternehmen itsmydata. Das Start-up hat zu diesem Zweck das itsmydata-Bonitätszertifikat entwickelt. Es fasst die Bonitäts-Scores von bis zu vier Auskunfteien (Boniversum, Schufa, Infoscore, CrifBürgel) zusammen. Das Alleinstellungsmerkmal von itsmydata liegt in der vergleichenden Darstellung, in den mitgelieferten Scores und im Preis.

Mehr noch: Im Fokus des Mieter-Clubs von Lütt Immobilien steht die Consent Engine von itsmydata. Das bezeichnet eine Verwaltungsplattformen für User und Unternehmen, um die Einwilligungsentscheidungen der Nutzer rechtlich zu dokumentieren und zu verwalten, bevor sie Nutzerdaten sammeln, weitergeben oder verkaufen. Damit bietet itsmydata einen digitalen Service, der weit über das bereits etablierte Zertifikat hinausgeht. Im Ergebnis können Nutzer bestimmen, mit welchem Anbieter sie ihre Informationen und für wie lange teilen wollen. Anbieter wiederum müssen sich keine Gedanken bezüglich der Datenhaltung von personenbezogenen Daten der Mietinteressenten machen.

„Das erleichtert das Geschäft maßgeblich und schafft echte Rechtssicherheit durch das professionelle Handling aller Vorschriften der Datenschutz-Grundverordnung. Zudem erhalten die User die Möglichkeit, die Zustimmung zur Datenverarbeitung und -nutzung jederzeit zurückzuziehen. Die Systemnutzung dient gerade dazu, einen echten Datenschutz zu gewährleisten und den Informationsaustausch zwischen zwei Parteien fair und auf Augenhöhe zu gestalten“, betont Michael Giese von itsmydata.

Vermieter benötigen laut
Astrid Lütt vor allem Angaben, die die wirtschaftliche Solidität eines Mietinteressenten bestätigen. Diese erhalten sie rechtssicher über die Consent Engine von itsmydata. Darüber hinaus könnten über das System auch weitere Details wie über den Energieverbrauch übermittelt werden. „Die Vorteile auf beiden Seiten sind daher erhebliche Zeit- und Kostenreduktionen und der große Umfang der einsetzbaren Informationen. Die Consent Engine ist ein gutes Beispiel, wie sensible Informationen rechtssicher von A nach B zur Verfügung gestellt werden können.“

Das Beispiel zeigt: Der Digitalisierungsgrad in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft wird immer höher. Der Fachbegriff ist Property Technology (Immobilientechnologie), abgekürzt PropTech. Dabei stehen immobilienwirtschaftliche Produkte und Dienstleistungen im Fokus, die Geschäftsprozesse oder Geschäftsmodelle effizienter machen sollen. So vernetzen PropTech-Unternehmen zum Beispiel Mieter, Vermieter, Dienstleister und die Hausverwaltung miteinander. Das optimiert die Prozesse für Wartung und Reparaturen, ebenso bei der Vermietung oder beim Leerstandsmanagement.

Andere Unternehmen sind Vorreiter bei der Digitalisierung der Gebäudetechnik und der Messsysteme für den Verbrauch von Wasser, Wärme oder Strom. Die digital ermittelten Daten liefern präzise Informationen zur Energiebilanz und zum Ressourcen-Verbrauch von Gebäuden – in Zukunft eine der wichtigsten Größen für die Bewertung von Immobilien, heißt es vonseiten der German PropTech
Initative.