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Handball: Mit Weißer Weste in die Pause?

Handball : Mit Weißer Weste in die Pause?

Bei den starken Rimpar Wölfen will der BHC seinen Startrekord auf 20:0 Punkte schrauben. Danach ist Länderspielpause.

Wuppertal. Die Enttäuschung war groß beim Bergischen HC nach dem Ausscheiden im Pokal gegen Wetzlar, auch wenn die tröstliche Erkenntnis blieb, dass man trotz einer nicht ganz optimalen Leistung ganz nah dran war am Erstligisten. Am Ende gab es sogar die Chance auf eine Verlängerung. „Doch der Wettbewerb ist für uns abgeschlossen, da bleibt keine Zeit, dem nachzuhängen“, sagt Trainer Sebastian Hinze. Er hat ein neues, kurzfristiges Ziel ausgegeben: Die erste Phase der Meisterschaftssaison bis zur nach dem Wochenende beginnenden Länderspielpause mit einer weißen Weste abzuschließen: 20:0 Punkte.

Foto: Stefan Fries

Einen Startrekord für die 2. Liga hatte der BHC mit dem Sieg gegen Aue - dem neunten im neunten Spiel — bereits aufgestellt, bei den Rimpar Wölfen in Würzburg gilt es am Samstag (Anwurf, 19.30 Uhr), noch einen draufzusetzen. „Ein extrem schweres Spiel gegen eine eingespielte und sehr disziplinierte Mannschaft“, sagt Hinze. Im vergangenen Jahr hatte das Team aus Würzburg erst am letzten Spieltag den Erstliga-Aufstieg verpasst. Aktuell sind die Wölfe mit 12:6-Punkten Siebter und damit die am höchsten stehende Mannschaft, auf die der BHC bisher getroffen ist.

Und da war das Pokalspiel dann doch wieder ein Thema, denn in der Videoanalyse am Donnerstag sprach Hinze besonders die Fehler im Innenblock an, die sich schon vorher im Ligaspiel gegen Aue gezeigt hatten. Gegen Aue war Philipp Jungemann der Profiteur gewesen, gegen Wetzlar Nationalspieler Jannik Kohlbacher, der freilich eine „Weltklasseleistung“ (so sein Trainer Kai Wandschneider) ablieferte. „So einen Mann zu halten, ist fast nicht möglich, aber wir dürfen sie nicht so lange spielen lassen, müssen das Passspiel vorher unterbrechen. Mit jedem Pass wurde es schwerer, Kohlbachers Bewegungen mitzumachen“, fordert Hinze von seinen Spielern im Innenblock, früher herauszurücken.

„Ich muss das Spiel noch besser lesen“, hatte Schwedens Nationalspieler Max Darj nach der Partie auch selbstkritisch gesagt. Von der Stärke her könne er Kohlbacher nicht halten, weil er ein anderer Spieltyp sei. Das Gleiche gilt für Leos Petrovsky, der zwar kräftiger ist, gegen Kohlbacher aber ebenso häufig den Kürzeren zog.

Besser machen, heißt es nun, um in der Liga auf Kurs zu bleiben. „Für unseren Lernprozess war das Spiel gegen Wetzlar sehr wertvoll“, sagt Hinze. Max Darj verspricht, dass es kein Problem für ihn sei, wieder auf 2. Liga umzuschalten. „Am Tag nach Wetzlar war ich noch enttäuscht, doch jetzt will ich nur noch am Samstag gewinnen.“

Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Kristian Nippes, der sich nach dem Kraftakt vom Dienstag mit Erkältung krankgemeldet hat. Eventuell ist aber ebenfalls im rechten Rückraum Bogdan Criciotoiu zumindest für ein paar Minuten einsetzbar. Nach seiner Ellenbogenverletzung sollte der Rumäne gestern erstmals wieder voll mittrainieren.

Nach dem Frühtraining am Freitag geht es mit dem Bus Richtung Würzburg. Wie immer bei weiten Auswärtsfahrten wird vor dem Spiel in der Fremde übernachtet, um bestmöglich vorbereitet zu sein. Dass Beine und Kopf von Dienstag etwas müde sind, ist nicht auszuschließen, umso wichtiger, dass die Spieler mit 20:0-Punkten ein großes Etappenziel vor Augen haben.