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Wuppertaler SV: WSV: „Lizenzantrag für 3. Liga zeigt, dass wir uns weiterentwickeln“

Wuppertaler SV : WSV: „Lizenzantrag für 3. Liga zeigt, dass wir uns weiterentwickeln“

WSV-Vorstandssprecher Lothar Stücker zur finanziellen und sportlichen Situation des Fußball-Regionalligisten.

Interview. WSV-Vorstandssprecher Lothar Stücker äußert sich im WZ-Interviw zur finanziellen und sportlichen Situation des Fußball-Regionalligisten. Und warum der Verein den Antrag für die Lizenz für die 3. Liga gestellt hat.
Anders als in der vergangenen Saison will der Wuppertaler WSV jetzt einen Lizenzantrag für die Dritte Liga stellen. Was war ausschlaggebend?

Lothar Stücker Zunächst einmal halten wir uns damit die Möglichkeit offen, dass wir auch den zweiten Schritt gehen. Bis zum 31. Oktober muss zunächst das Interesse bekundet werden, am Lizenzierungsverfahren teilzunehmen. Dazu sind erste allgemeine Angaben zu machen, wie der Verein aufgebaut ist. Über die Wirtschaftlichkeitsprüfung müssen wir uns dann erst im Frühjahr Gedanken machen. Da, wo wir momentan in der Tabelle stehen, ist es einfach eine Frage der Glaubwürdigkeit, sich zu beteiligen, ohne das wir aber unsere Ziele, bis 2020 aufzusteigen, verändern.

Im vergangenen Jahr hieß es, die dritte Liga sei noch nicht finanzierbar, hat sich daran etwas geändert?

Stücker: Vom Grunde her nicht viel. Wir haben nach wie vor große Probleme, große Sponsoren zu bekommen, aber man entwickelt sich ja auch vom Kopf her weiter. Mit dem Fernsehgeld hätte man immerhin einen festen zusätzlichen Block, wie hoch wir das Budget dann ansetzen, muss man sehen. Immerhin erhalten wir aus der Wirtschaft immer mehr die Signale, dass wir im vierten Jahr nach 2.0 hier in Wuppertal angekommen sind, nur dass sich das finanziell bisher noch nicht so auswirkt. Mit dem Lizenzantrag wollen wir aber auch in diese Richtung ein Zeichen setzen.

Sie haben gerade die vorläufige Abschlussbilanz für das Spieljahr 2016/17 veröffentlicht, die ein Minus von 40.000 Euro ausweist. Wie ist das zu verkraften, zumal auch die Kredite ausgeschöpft sind?

Stücker: Schwer. Wir haben eine nach wie vor angespannte Situation, zumal ja auch die Trikotaktion schmerzlich verlaufen ist. Wir müssen jeden Euro dreimal umdrehen. Da suchen wir auch nach Einsparmöglichkeiten. So wurde das zunächst für die erste Mannschaft vorgesehene Budget von 870 000 auf 830 000 Euro gesenkt. Wir schauen bei jedem Spiel nach dem Wetter und hatten uns natürlich gerade angesichts der tabellarischen Lage ein paar mehr Zuschauer erhofft. Jetzt hoffen wir auf den Pokal und auch darauf, dass mehr Trikots verkauft werden. 600 von 800 sind noch da.

Gibt es denn akute Zahlungsschwierigkeiten?

Stücker: Nein, wir können auch morgen noch die Gehälter bezahlen. Jetzt kommen ja auch die Spiele gegen Uerdingen und Essen, da müssen wir schon Geld reinholen. Aber das war auch in den Spielzeiten vorher so, wir waren nie auf Rosen gebettet.

Der Verein hat in die personelle Ausstattung des Marketings investiert. Gibt es schon Erfolge?

Stücker: Ja. Man muss das zweistufig sehen. Erstens durch die Mitarbeit von Dirk Kugel, der das schon für Preußen Münster gemacht hat. Mit der Einstellung von Maria Nitzsche und ihrer Mitarbeiterin ist die Arbeit noch konzeptioneller geworden. Wir haben nun endlich die Möglichkeit, unsere Sponsoren besser zu betreuen und anzusprechen. Das hätten wir auch vorher gern getan, hatten aber einfach nicht die Leute dafür. Gerade geht die Einladung für ein Sponsorenfrühstück vor dem Spiel gegen Uerdingen raus.

Halten Sie es für realistisch, dass der für 2020 angepeilte Aufstieg früher geschafft werden kann?

Stücker: Das kann ich nicht beurteilen, das muss die sportliche Leitung tun. Man sagt ja, dass zweite Jahr ist immer das schwierigste. Wir freuen uns über die derzeitige Tabellensituation und tragen der mit unserem Lizenzantrag auch Rechnung. Wir gehen aber nicht davon aus, dass wir jetzt den Durchmarsch machen.

Wann geht die Horst-Buhtz-Stiftung zur Jugendförderung an den Start, deren finanzielle Ausstattung ja seit dem Frühjahr steht?

Stücker: Wir haben in den Gremien noch ein paar personelle Änderungen vornehmen können, weil sich weitere Leute gemeldet haben. Zu Namen möchte ich noch nichts sagen. Die Amtsannahmeerklärung liegt jetzt der Bezirksregierung vor. Das kann noch ein paar Wochen dauern.