Handball: BHC: Mit Mühe zum Startrekord

Handball : BHC: Mit Mühe zum Startrekord

Der Zweitliga-Spitzenreiter taten sich schwerer als erwartet, konnten den EHV Auer aber letztlich mit 31:27 bezwingen und damit den neuten Sieg im neunten Spiel landen.

Wuppertal. Handball-Zweitligist Bergischer HC hat den ersten Fleck auf seiner bislang weißen Weste gerade noch vermieden. Mit deutlich mehr Mühe als erwartet und nur durch einen Zwischenspurt nach 54 Minuten besiegte der Tabellenführer am Sonntag in der Uni-Halle den EHV Aue mit 31:27 (16:16) und stellte einen neuen Startrekord für die eingleisige 2. Liga auf.

Vor dem Pokalknüller gegen Erstligist Wetzlar (verlor am Sonntag hoch gegen die Rhein-Neckar Löwen) noch mal eben im Vorübergehen die Pflichtaufgabe in der Liga lösen und den neunten Sieg im neunten Spiel einfahren — so hatten das wohl viele Fans von Zweitliga-Spitzenreiter Bergischer HC gedacht. „Nur“ 1600 waren es am Sonntag, bei allerdings bestem Altweibersommer-Wetter, die das Spiel gegen den Tabellen-15. und Außenseiter EHV Aue sehen wollten. Sie rieben sich allerdings schon zur Pause die Augen, denn so einfach, machten es die Sachsen den Löwen-Handballern nicht. Die ließen vielleicht auch die letzte Konzentration vermissen und mussten nach scheinbar planmäßigem Start froh sein, mit einem 16:16 in die Kabine gehen zu können.

Anfangs gelang vorne fast alles. Ob von Linus Arnesson, Fabian Gutbrod oder der von seiner Mandelentzüngung genesene Torschützenkönig Arnor Gunnarsson — fast jeder Wurf war ein Treffer. Das kaschierte allerdings, dass es in der Abwehr, die sonst eher der Erfolgsgarant, nocht so gut lief. Insbesondere der junge Auer Kreisläufer Philipp Jungemann und Rückraumschütze Marc Pechstein nutzten das waidlich aus. Die wenigen Bälle, die Bastian Rutschmann, der im BHC-Tor anfangen durfte, hielt, war auch Muss-Paraden.

So kamen die Gäste nach 6:3-Rückstand schnell wieder heran, und nach 20 Minuten beim Zwischenstand von 14:11 war die BHC-Herrlichkeit auch im Angriff vorbei. Trainer Sebastian Hinze wechselte viel, doch plötzlich schienen viele Spielzüge nur noch improvisiert, viele Abschlüsse überhastet. Da kam die Halbzeit dann gerade Recht, um sich neu zu sammeln.

Das gelang zwar, doch Aue blieb unangenehm und lag nach 36 Minuten sogar knapp in Führung. Torwart Robert Wetzel entnervte die BHC-Rückraumschützen immer mehr. Auf der anderen Seite fand zum Glück jetzt auch der nach 23 Minuten eingewechselte Christopher Rudeck seine Form und verhinderte, dass Aue eventuell noch weiter wegzog. Es offenbarte sich, dass der vermeintlich souveräne Zweitliga-Primus auch nur mit Wasser kocht. Linus Arnesson, der bärenstark begonnen hatte, zeigte jetzt mehrfach Nerven bei Würfen und Abspielen. Für alle wurde es nun ein Nervenspiel.

Das verlor aber letztlich doch der tapfere Außenseiter, weil er nach seiner ersten Zwei-Tore-Führung nach 52 Minutenplötzlich in einen Gegenstoß nach dem anderen lief. Die Zuschauer tobten vor Begeisterung. Die BHC-Verantwortlichen dürften nachher aus anderem Gründen ebenfalls ein wenig getobt haben.