Wuppertaler Goethe-Gesellschaft feiert Jubiläum

Goethe-Gesellschaft : Goethe-Gesellschaft feiert mit „Kontrabass“

Zum 30. Geburtstag der Organisation sollte eine Hommage an Leonard Bernstein zu sehen sein. Doch es gibt rechtliche Probleme.

Eigentlich hätte Gerold Theobalt den 30. Geburtstag der Wuppertaler Goethe-Gesellschaft gerne mit einem selbst geschriebenen Stück und einer dazugehörenden Theateraufführung begangen. Deswegen hatte der Dramaturg und Vorstand der Goethe-Gesellschaft das Stück „Bernsteins Zimmer“ geschrieben, das er als „Hommage“ an den US-amerikanischen Komponisten Leonard Bernstein verstanden haben möchte.

Denn der sei ebenso wie Johann Wolfgang von Goethe ein echter „Weltbürger“ gewesen, der noch dazu in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, sagte Theobalt am Donnerstagabend bei einer Feier zum runden Geburtstag der Wuppertaler Goethe-Gesellschaft in der Glashalle der Stadtsparkasse.

Dann allerdings gab es kurz vor der Aufführung des Stücks Bedenken des Verlages, weil Theobalt darin eine noch lebende Person mit Aussagen zitiert, die möglicherweise gegen diese Passagen klagen könnte. Deshalb wurde die Inszenierung des Stückes, die vom Kölner Tiefrot-Theater auf die Bühne gebracht werden sollte, kurzfristig ausgesetzt.

Nähere Einzelheiten mochte der Vorstand der Goethe-Gesellschaft mit Verweis auf das noch schwebende Verfahren nicht machen. Er müsse noch klären, inwieweit und ob er das Stück unter den gegenwärtigen Bedingungen fertigstellen kann.

Um die Feier zum 30-jährigen Bestehen aber nicht unter den Tisch fallen zu lassen, entschieden sich die Verantwortlichen für eine Änderung im „Spielplan“: Statt „Bernsteins Zimmer“ wurde am Donnerstag „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind in einer Inszenierung des Tiefrot-Theaters gezeigt. In dem Ein-Personen-Stück mimt Volker Lippmann einen in die Jahre gekommenen Kontrabassisten, der über die Rolle des Kontrabasses im Symphonieorchester, sein Leben als Berufsmusiker und das Wesen der Musik im weiteren Sinne philosophiert. Der Kontrabass sei „das Fundament, auf dem sich alles gründet“, erklärte die Figur, die ihrem Instrument in inniger Hassliebe schicksalhaft verbunden ist.

Zuvor hatte noch Kulturdezernent Matthias Nocke die Glückwünsche der Stadt überbracht. Die Goethe-Gesellschaft sei die „älteste Literaturgesellschaft Wuppertals“ und habe unter anderem Schriftsteller wie Martin Walser, Marcel Reich-Ranicki, Wolf Biermann und Lars Gustafsson hierhin geholt. Zudem habe sie Forschungsvorhaben in Uni-Fachgebieten wie Germanistik und Anglistik unterstützt.

Derzeit hat die Wuppertaler Goethe-Gesellschaft nach eigenen Angaben rund 300 Mitglieder. In der Regel bietet sie pro Jahr fünf bis sieben Veranstaltungen wie etwa Lesungen, Vorträge, Inszenierungen oder Ausstellungsbesuche.

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