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„Theater auf Rezept“: Ein Angebot für Kinder

„Theater auf Rezept“: Ein Angebot für Kinder

Gute Nachrichten im Kinder- und Jugendtheater: Barbara Sydow freut sich über einen Rekord. Bald startet ein neues Projekt.

Frau Sydow, im Sommer starten Sie im Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater ein neues Projekt. Was verbirgt sich hinter dem „Theater auf Rezept?

Barbara Sydow: „Theater auf Rezept“ ist ein Projekt, das derzeit in immer mehr Städten bundesweit startet. Es wurde angestoßen durch eine Initiative des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte gemeinsam mit der Siemens-Betriebskasse. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Jedes Kind, das beim Kinderarzt die U 10, U 11 und J 1 besucht, erhält dort eine Freikarte für das lokale Kinder- und Jugendtheater. Das betrifft die Kinder zwischen sieben und knapp 14 Jahren. Wir setzen das Projekt nun ab Juni gemeinsam mit Wuppertaler Kinderärzten und Sponsoren aus der Stadt um. Damit erhöht sich für die Ärzte die Attraktivität der empfohlenen Untersuchungen und wir erreichen damit hoffentlich noch mehr Kinder, die uns noch nicht kennen. Einlösen kann man dann den Gutschein dann innerhalb eines Jahres nur bei uns — und der Spielplan sieht dann ja auch hervorragende Stücke für die Altersgruppe vor.

Im Kinder- und Jugendtheater steht ein Jubiläum an: Vor zehn Jahren wurde die Theaterschule ins Leben gerufen. Allein im Jahr 2012 haben 781 Bühnenbegeisterte an Schauspielkurse, Workshops und theaterpädagogischen Projekten teilgenommen — ein neuer Rekord. Wie erklären Sie sich das wachsende Interesse?

Sydow: Die 781 Teilnehmer im Jahr 2012 sind in der Tat ein neuer Rekord. Allerdings muss man diese Zahl differenziert betrachten. Denn das wachsende Segment liegt in den Projekten mit Schulen und Kindergärten. Da sind zum einen die theaterpädagogischen Angebote, um einen Besuch unserer Aufführungen vor- oder nachzubereiten, zum anderen ganze Kurse, die wir in verschiedenen Einrichtungen anbieten. Damit reagieren wir auch auf die Ausweitung der Schulzeiten und den Ausbau des „Offenen Ganztags“. Eine verstärkte Auslagerung streben wir aber nicht an. Wir versuchen eher, die Begeisterung für das Theaterspielen in den Einrichtungen zu wecken — so dass Kinder und Jugendliche dann für das weiterführende Angebot zu uns kommen.

Wie wird das Jubiläum gefeiert?

Sydow: Das steht noch nicht ganz fest. Klar ist: Es wird am Ende oder kurz nach den Sommerferien stattfinden, kurz bevor die neuen Kurse starten. Wir möchten dabei die zehn Jahre einer Erfolgsgeschichte feiern und gleichzeitig Werbung für die Theaterschule und die Arbeit unserer hervorragenden Theaterpädagogen machen, die Jahr für Jahr Kinder und Jugendliche für das Theater begeistern.