Kunstwerke — mal weit weg und dann wieder ganz nah

Kunstwerke — mal weit weg und dann wieder ganz nah

Vernissage: Sechs Wuppertaler stellen bis zum 24. Mai im W-tec aus.

Wuppertal. Spachtelmasse und Fugensand mit Acrylfarbe verrührt wurden auf einer Leinwand zu einem Elefanten, auf dem Männchen hüpfen und turnen. Das Bild ist Blickfang und Gesprächsstoff. Immer wieder bleiben Besucher der Vernissage zur Ausstellung „weit weg — ganz nah“ stehen, schauten und sagen: „Das ist toll.“

Nataly Hahn malt sonst Abstraktes in Grau-blau, aber „der Elefant kam aus dem Herzen gesprungen, er steht für die Freude am Malen“, erklärt sie. Ihre Thematik ist das Zusammenspiel von Innen- und Außenwelten, „während das Äußere auf der Leinwand erst aus dem Inneren herausgearbeitet werden muss, ist der Elefant einfach da“.

Nicht nur das Bild „Elephant in town“ weckt das Interesse. Gekonnt in Szene gesetzt werden die Bilder von sechs Wuppertaler Künstlern in zwei Häusern des W-tec. Dort hat Christian Ihmann die 10. Ausstellung realisiert und deren Titel passt zur Infrastruktur, denn die weiten Flure erlauben den Blick aus der Nähe oder der Distanz. Zwei Häuser und sechs Flure voller Bilder bieten viel Raum für vielseitige Kunst und auch für Schaffensprozesse, die die Macher dokumentiert haben. Beim Betreten eines Flurs tauchen Besucher direkt in die Welt des Künstlers ein.

Humorvoll präsentierte am Donnerstag das Wuppertaler Original Lore Duwe die sechs Künstler und verriet, dass Helga Feller wie eine Filmschauspielerin vor der Leinwand tanzt, während sie mit Acrylfarbe Akzente setzt. Duve erinnerte daran, dass die Figura Magica, die vor dem Schauspielhaus nach einer weltweiten Reise aufgestellt wurde, ein Geschenk von Bodo Berheide war. Jetzt zeigt er Werke aus Zeitungspapier, Holz und Metall.

Neuer Flur, neue Welt: Die Besucher erleben die warme Farbwelt von Doris Müller. Die Künstlerin ist im vergangenen Jahr gestorben, die Malerei hatte ihr stets Kraft gegeben. Ihre Werke hat sie als „Blaupausen ihrer Seele“ bezeichnet. Heute bleiben viele Betrachter vor ihren Bildern stehen, halten inne und lächeln.

Eine Etage höher, wartet schon der nächste private Einblick. Ortha Bickel lässt sich beim Malen ganz von ihren Emotionen leiten. Sie weiß zunächst selbst nicht, dass sie eine „Blüte“ schaffen wird oder ihre Idee von „Hawai“. Die Farbkompositionen geben ihren Gefühlszustand wieder.

Erstmals kann auch ein Schüler ausstellen: Maurice Loch besucht die siebte Klasse und zeichnet gerne Graffiti-Charaktere mit Bleistift oder Edding.

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