Die Uellendahler Brücke in Wuppertal ist saniert

Baumaßnahmen : Die Uellendahler Brücke ist saniert

An dem historischen Bauwerk wurde seit September 2015 gearbeitet. 1,5 Millionen Euro wurden investiert.

Die Radler, Fußgänger und Inline-Skater, die auf der Nordbahntrasse über die Brücke an der Uellendahler Straße fahren, werden die jetzt beendeten Arbeiten an dem historischen Bauwerk vielleicht kaum bemerken, die Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger, die das Bauwerk in südlicher oder nördlicher Richtung unterqueren, werden zumindest feststellen, dass das Gerüst abgebaut und auch die Ampelregelung zur Durchfahrt der Brücke verschwunden ist. Wer sich für historische Baukultur interessiert, wird vielleicht die erneuerten Ziegel oder die Ausbesserungen an den Natursteinen bemerken.

Nach etwa neun Monaten ist der zweite und letzte Bauabschnitt zur Sanierung der historischen und unter Denkmalschutz stehenden Gewölbebrücke an der Uellendahler Straße beendet worden. Das Bauwerk ist damit die erste große innerstädtische Brücke, die an der Nordbahntrasse vollständig saniert wurde. Der erste Bauabschnitt war zwischen September 2015 und April 2016 – damals noch unmittelbar im Zusammenhang mit dem Ausbau der Nordbahntrasse – erfolgt.

Eine Brandbombe führte
zu einer Bauunterbrechung

Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf insgesamt „etwa 1,5 Millionen Euro“, wie der städtische Projektleiter Georg Heinz bei einem Besuch auf und an der Brücke erzählt. Die Kosten lagen damit etwa 250 000 Euro über dem ursprünglich geplanten Rahmen. Grund dafür waren zum einen Verzögerungen bei den Bauarbeiten – so mussten im ersten Bauabschnitt Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes anrücken, weil im Bereich des jetzigen Radweges eine Brandbombe entdeckt und entsorgt werden musste. Das führte zu einem Baustopp von etwa zwei Wochen.

Überdies musste bei dem zweiten Bauabschnitt mehr Spritzbeton aufgebracht werden als eigentlich geplant. Bei der Erneuerung der Spritzbetonschale im Brückengewölbe habe man festgestellt, dass der Untergrund „großflächig“ hohl gewesen sei, sagt Heinz. Zudem sorgten steigende Baupreise für einen Anstieg der Kosten.

Bei der Sanierung in zwei Bauabschnitten war zunächst der obere Teil der Brücke erneuert worden, jetzt im zweiten Bauabschnitt wurde die Tragwerkskonstruktion auf Vordermann gebracht. Im Zuge des ersten Bauabschnitts wurde vor allem eine 1000 Quadratmeter große Betonplatte vor Ort gegossen. Zudem wurde auch das Gesimsband aus Sandstein gereinigt oder erneuert.

Im zweiten Bauabschnitt wurden dann etwa 1000 Ziegel in der Brücke ausgetauscht, in den Portalen beschädigte Natursteine herausgenommen und die Stellen mit Steinersatz ausgebessert. All das sei „in enger Abstimmung mit der unteren Denkmalbehörde“ geschehen, berichtet Heinz, steht das um 1880 errichtete Bauwerk doch auf der Denkmalschutzliste.

Die Brücke kann Fahrzeuge mit bis zu 16 Tonnen Gewicht tragen

Und auch wenn die Brücke mittlerweile rund 140 Jahre auf dem Buckel hat, so kann sie immerhin noch Fahrzeuge mit einem Gewicht von bis zu 16 Tonnen tragen. Das muss sie auch deshalb, weil sie bei Bränden an der Nordbahntrasse von Löschwagen der Feuerwehr oder Rettungsfahrzeugen befahren werden muss.

Eine große Herausforderung bei den jetzt beendeten Bauarbeiten war außerdem der Verkehr, musste die Unterführung wegen der Arbeiten zum An- und Abbau des Gerüstes doch gesperrt werden. Für die Fußgänger gab es zudem eine eigene Ampelregelung.

Auf der Brücke selbst gibt es derzeit allerdings noch Erneuerungsbedarf. So steht dort ein von der Wuppertal-Bewegung errichteter „Sponsorentisch“: Beschmiert mit Graffitis und umwuchert von Unkraut ist der Edelstahltisch, der die Form der Stadtgrenzen Wuppertals hat, von Bauzäunen umzingelt und derzeit nicht nutzbar. Man sei noch auf der Suche nach einer vor Vandalismus sicheren Lösung, wie man die Sponsoren der Nordbahntrasse an dieser Stelle nennen könne, sagt der Vorsitzende der Wuppertal-Bewegung, Carsten Gerhardt. In den kommenden zwei Monaten hoffe man, eine Lösung zu finden.

Die Sanierung des Bauwerks im Bereich der Flügelwände und der Portale würdigt Gerhardt: „Die Brücke wirkt jetzt ganz toll.“ Den im Gewölbe benutzten Spritzbeton sieht er dagegen etwas kritisch. Er hoffe, dass das Material auch „langfristig haltbar“ ist.

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