Gerhardt: Nordbahntrasse erhält neue Oase

Trasse : Gerhardt: Nordbahntrasse erhält neue Oase

Wupperbewegung: Schon Ende April soll der Hackenbergsche Garten samt Pavillon fertig werden.

Ein Streckenplan und eine neue Ruheoase in Wichlinghausen erwarten die Nutzer der Nordbahntrasse im kommenden Jahr. Das waren zwei der Neuigkeiten, die Carsten Gerhardt bei der Jahreshauptversammlung der Wuppertalbewegung verkündete. Bis auf den letzten Platz besetzt war die Pauluskirche dabei. Einstimmig entlasteten die Vereinsmitglieder Kassenwart Burkhard Clingen und wählten das Führungsteam Carsten Gerhardt, Lutz Eßrich und Clingen wieder. Ebenso einstimmig wurde die Zahl der Beisitzer erhöht, um die Arbeit auf mehr Leute zu verteilen.

Die Kasse des Vereins ist gut gefüllt, um die weiteren Pläne – vor allem den Bau der Schwarzbach-Trasse – zu finanzieren. Das Spendenvolumen ging deutlich zurück gegenüber dem Vorjahr. 22 000 Euro an Spenden plus 15 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen kamen zusammen. Aus Rücklagen hat der Verein jedoch 1,1 Millionen Euro Guthaben, um seinen Anteil am Bau der Schwarzbachtrasse zu finanzieren. Die Bundeskasse hat außerdem schon 915 000 Euro überwiesen. „Weitere 2,3 Millionen Euro kommen da noch hinterher“, erklärte Gerhardt.

Das Schwarzbach-Viadukt habe der Verein schon von Schotter befreit, um das Bauwerk darunter zu kontrollieren. Auch die Schwellen, die ein Vertragspartner entgegen der Vereinbarung neben der Trasse liegen ließ, sind jetzt zur Hälfte abtransportiert und sollen bald ganz verschwinden (WZ berichtete). Die Ausschreibungen für die Sanierung der Brücke übernimmt die Wuppertalbewegung nun selbst und hofft, dadurch günstigere Angebote regionaler Unternehmen zu bekommen.

Schon Ende April soll der Hackenbergsche Garten samt Pavillon fertig werden: Der Unternehmer Jörg Mittelsten Scheid hatte anlässlich seines 80. Geburtstags dafür 450 000 Euro gespendet. Damit hat die Wuppertalbewegung in Wichlinghausen ein Grundstück an der Askanierstraße direkt neben der Nordbahntrasse vom Evangelischen Gemeindeverband Gemarke-Wupperfeld gekauft. „Von dort hat man einen wunderbaren Blick über Barmen, das wird eine Oase“, schwärmte Gerhardt.

Neuer Streckenplan bildet auch
Sport und Gastronomie ab

Im neuen Jahr soll es auch einen Streckenplan geben, auf dem nicht nur die gesamte Nordbahntrasse abgebildet ist, sondern auch alle Gastronomie- und Sportangebote entlang der Strecke. So können sich Wuppertaler und Auswärtige detailliert informieren.

Mit vielen Bildern zeigte Gerhardt, was die Wuppertalbewegung im vergangenen Jahr alles geschafft hat: Der Zugang Germanenstraße ist fast fertig. Dank der Anschaffung des Lastenfahrrads Cleanchen wird die Trasse von den Mitarbeitern des Wichernhauses immer wunderbar sauber gehalten. Dafür spendeten die Gäste einen besonders dicken Applaus. „Was uns ein bisschen bedrückt, sind die Schmierereien“, sagte Gerhardt. Doch auch hier sorgen die 70 Trassenpaten schnell für Abhilfe.

Damit die Streetball-Anlage künftig von Taubendreck verschont bleibt, montierte das Team der Wuppertalbewegung unter der Brücke einen Taubenschutz. Nur ein Problem kann es – trotz Spenden von 11 000 Euro nach einem WZ-Artikel – nicht lösen: die düstere Beleuchtung in den Tunneln, die die Fledermäuse schützen sollen.

Andreas Mucke stellte sich dabei auf die Seite der Wuppertalbewegung: „Neben der Fledermaus muss man doch auch die Menschen schützen!“ - doch die Beleuchtung sei eine Auflage der Bezirksregierung. Angesichts anderer früherer Streitpunkte versprach Mucke: „Wir zoffen uns nicht mehr.“ Und auch das dieses Jahr aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgesagte Integrationsfest soll nächstes Jahr stattfinden.