Aus für Wuppertaler Seilbahn-Pläne schafft neue Gewerbefläche

Wuppertal : Aus für die Seilbahn-Pläne schafft Platz für Gewerbe

Auf dem Gelände, auf dem die Bergstation entstehen sollte, könnten sich jetzt Firmen ansiedeln. Es gibt aber auch andere Ideen.

Wenn sich die Seilbahnbefürworter durchgesetzt hätten, wäre auf der Brache gegenüber des Busbahnhofs am Schulzentrum Süd die Bergstation gebaut worden. Doch die Bürgerbefragung brachte bekanntlich das Aus für die Pläne — und das 7750 Quadratmeter große Areal rückt wieder für andere Nutzungen ins Interesse. Auf der jüngsten Investorentour der Wirtschaftsförderung war das als Gewerbegebiet Korzert ausgewiesene Gelände ein Thema. Geworben wurde mit der guten Anbindung, einer „kurzfristigen Verfügbarkeit“ und dem Preis von 98 Euro pro Quadratmeter.

Gewerbe ist auch das, was sich der stellvertretende Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky (CDU) dort gut vorstellen kann. „Dort sind ja schon andere Firmen ansässig“, sagt von Wenczowsky, der keinen Hehl daraus macht, dass er froh über das Ende der Seilbahnpläne ist. „Es ist vernünftig, diese nicht zu bauen“, erklärt er.

Für die Fläche direkt an der Küllenhahner Straße zwischen den Bushaltestellen und der Feuerwehr wünscht von Wenczowsky sich stattdessen eine Bebauung für Gewerbe, „allerdings nicht in der massiven Höhe, wie sie für die Bergstation vorgesehen war.“ Grundsätzlich sei aus seiner Sicht dort auch Wohnraum oder eine erweiterte Fläche für die Feuerwehr ein Thema gewesen. „Allerdings ist das Gelände nun mal als Gewerbefläche ausgewiesen.“ Zudem würden Arbeitsplätze geschaffen, welche die Stadt benötige.

Bis die Seilbahn-Pläne Vorrang genossen hätten, habe es auch mal die Idee gegeben, auf dem Gelände eine Werkstatt der Lebenshilfe zu errichten, erinnert sich Michael Ludwig, Vorsitzender des Bürgervereins Küllenhahn. Aktuell sehe er Büros und Wohnen als Nutzungsmöglichkeiten. Geklärt werden müsse aber, wie die Zufahrt geregelt werden könne.

Ludwig hat aber noch einen anderen Vorschlag. Auf einem Teil des Geländes könnte ein Parkhaus entstehen, Gerade wenn es Veranstaltungen gebe, „wird der Küllenhahn zugeparkt“, klagt der Vereinsvorsitzende.

Kritisch sieht diese Idee allerdings Michael-Georg von Wenczowsky. Die Großveranstaltungen in diesem Bereich und die damit verbundenen Parkprobleme gebe es ja gar nicht so häufig. Und die viel wichtigere Frage sei, so der CDU-Politiker: „Wer würde das Parkhaus überhaupt bauen und betreiben?“

Dass es das Parkproblem gibt, betätigt Ratsherr Peter Vorsteher (Grüne). „Es sind viele Veranstaltungen, die in den Sporthallen und im Schwimmsportleistungszentrum stattfinden“, sagt er. „Teilweise sogar parallel.“ Dazu kämen regelmäßig Schulveranstaltungen. Die vorhandenen Parkflächen auf Küllenhahn seien dann voll. Zudem kurvten Gäste, die von außerhalb kämen und sich nicht auskennten, dann im Quartier umher. Ein Parkhaus scheide seiner Meinung nach als Lösung aber aus, zumindest auf dem Gewerbegelände. Stattdessen solle man damit näher in Richtung des Schulzentrums und des SSLZ gehen. „Dort gab es ja mal eine Parkpalette, die vor Jahren aber abgerissen wurde“, erinnert sich Vorsteher.

Der Ratsherr hätte natürlich auf dem Gelände gegenüber dem Busbahnhof am liebsten die Bergstation gesehen. Jetzt, da die Pläne gescheitert sind, befürwortet er dort Gewerbe. „Die Anbindung ist sehr gut und Gewerbe war ja auch vorher schon im Gespräch“, sagt Vorsteher. „Ich denke, dass die Fläche gut weggeht.“

Ein Thema, für dass das Gelände auch schon im Gespräch war, ist die Nutzung als Erweiterungsfläche für das Schulzentrum Süd. Das könnten sich Vorsteher alternativ zum Gewerbe dort auch durchaus noch vorstellen.

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