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Bank im Wuppertaler Hauptbahnhof wird zu einer unendlichen Geschichte

Sitzgelegenheit in der Bahnhofsmall : Bank im Wuppertaler Hauptbahnhof wird zur „unendlichen Geschichte“

Der Seniorenbeirat kämpft schon länger für eine Sitzgelegenheit in der Bahnhofsmall. Bislang wurde der Wunsch abgeschmettert. Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß.

In der Bahnhofshalle des Wuppertaler Hauptbahnhofs gibt es aktuell keine Sitzgelegenheit. Der Seniorenbeirat setzt sich daher für eine Bank ein. Die weitläufige Mall sorgt für einen langen Weg, wenn Bahnreisende etwa von der Bushaltestelle oder den Taxiständen zu den Gleisen gelangen wollen. „Mit Gepäck sind alte oder gehbehinderte Menschen in der Bahnhofshalle verloren, es gibt keine Möglichkeit, etwas abzustellen oder sich auszuruhen“, meint Rosemarie Gundelbacher (CDU), Vorsitzende des Seniorenbeirates. Für sie besteht die Konsequenz darin, eine Bank auf halber Strecke in der Halle zu errichten.

Und doch wird diese eine Bank zur „unendlichen Geschichte“, wie Detlef-Roderich Roß befindet. Er ist Fraktionssprecher der SPD im Beirat und hat schon im Sommer des vergangenen Jahres einen entsprechenden Antrag vorgebracht. „Die Bahn als Hausherr ist dafür zuständig“, weiß Roß. Die DB wies nach seiner Anfrage darauf hin, dass es in solchen Bereichen grundsätzlich keine Sitzplätze gebe. Das findet Roß falsch, für ihn gehören Sitzgelegenheiten in die Halle. Er meint: „Auch wenn die Deutsche Bahn das nie gemacht hat, können wir darauf beharren.“

Diesen Plan verfolgt auch Gundelbacher, die trotz der politischen Unterschiede gern mit Roß zusammenarbeitet: „Es geht ums Thema, die Partei steht da im Hintergrund.“ Die Initiative wird ohnehin von vielen Seiten unterstützt, wie etwa dem Behindertenbeirat und dem Wuppertaler Bundestagsabgeordneten Manfred Todtenhausen (FDP), wie Gundelbacher zu berichten weiß. Sie will sich weiterhin für das Erreichen dieses Zieles einsetzen: „Ich habe den Kampf noch nicht aufgegeben“, zeigt sie sich einsatzbereit. „Ich finde es unverschämt, das Thema hängen zu lassen.“

Dabei geht es um einen vergleichsweise geringen Aufwand. Wenn Gundelbacher sich die Zeit vor Augen führt, die dafür aufgewendet wurde, stellt sie fest: „Da muss ich selber lachen, es kann einfach nicht wahr sein, dass das so eine schwerwiegende Aufgabe ist.“ Ihr Kollege Roß weiß, dass zur Umsetzung zum Beispiel Brandschutz-Regelungen in Betracht gezogen werden, nach denen Fluchtwege stets frei sein müssen, was in der weitläufigen Bahnhofshalle zumindest merkwürdig erscheint.

„Ältere Leute verlieren an Lebensqualität“, weist Gundelbacher auf die Dringlichkeit des Themas hin. Ein weiteres Kapitel der „unendlichen Geschichte“ von der Bahnhofsbank wird im August geschrieben, wenn sie im Seniorenbeirat auf der Tagesordnung steht.