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Netz soll Passanten am Wuppertaler Döppersberg vor Steinschlag schützen

Maßnahmen : Steinschlag-Gefahr in Wuppertal: Stadt bestellt Netze für Sicherung der Döppersberg-Mauer

Schnellstmöglich muss die marode Natursteinmauer am Döppersberg mit Netzen abgesichert werden. Rund ein Kilogramm Steinsplitter haben Mitarbeiter der Stadt schon eingesammelt.

Schnellstmöglich muss die marode Natursteinmauer am Döppersberg mit Netzen abgesichert werden. Von der Mauer bröckeln seit Monaten 0,5 bis 0,8 Zentimeter große Stücke ab, die eine Gefahr für die Passanten bedeuten. Rund ein Kilogramm Steinsplitter haben Mitarbeiter der Stadt schon eingesammelt und dies dokumentiert. Schnelligkeit muss bei den Sicherungsmaßnahmen nun vor Schönheit gehen - wie den Teilnehmern einer gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Baubegleitkommission Döppersberg und Bezirksvertretung Elberfeld am Montag von Gutachter Johann Tombers aus Trier erklärt wurde.

Die Stadt rechnet mit einer Lieferzeit für die Netze von vier bis sechs Wochen. Der Hersteller wird voraussichtlich nach den Sommerferien den Aufbau übernehmen und eine Gesamtfläche von 500 bis 600 Quadratmetern absichern. Bei der Wahl zwischen schwarzen und weißen Netzen folgten die Politiker der Empfehlung der Verwaltung und entschieden sich für die dunkle Variante, die den Vorteil hat, dass sie weniger auffällt. An den Anblick der Netze werden sich die Wuppertaler auf Jahre hinaus einstellen müssen, denn erst wenn geklärt ist, wer für den Schaden verantwortlich ist, kann man mit einer kostspieligen Sanierung oder gar dem Neubau der Mauer begonnen werden.

Zunächst aber müssen Netze über der Einfahrt zum Parkhaus, über dem Eingang zur Bahnhofsmall und über den Glasfassaden der Geschäfte gespannt werden. Einen zeitlichen Aufschub dulden die Schäden an der Mauer nicht, erklärte Johann Tombers. In einem 103 Seiten starken Gutachten hatte er zahlreiche Baumängel aufgelistet, für die nach Überzeugung von Dezernent Frank Meyer der Baunehmer eintreten muss. Laut des Gutachtens wurden ungeeignete Steine ausgewählt und diese dann falsch eingebaut.

Große Temperaturschwankungen wie sie vor allem in heißen Sommern auftreten, nannte der Mineraloge als die Auslöser für Absprengungen im Gemäuer. Im vergangenen Winter habe es dagegen kaum extreme Schwankungen gegeben. „Es muss jetzt etwas passieren, schöner machen kann man das noch später“, sagte Johann Tombers. Zurzeit sammeln die Verwaltung und das Stadtmarketing Ideen, wie die Sicherungsmaßnahme attraktiver gestaltet werden könnte. „Eine Plane allein ist aber nicht in der Lage, eine Last zu halten. Das Netz muss Zugkräfte von mindestens 60 Kilogramm aushalten“, sagt Dezernent Frank Meyer.

Die Stadt richtet sich auf ein längeres Provisorium ein, das die Arbeitsgemeinschaft der ausführenden Baufirmen (Arge) beenden soll. Eine Einigung mit der Arge über das Sanierungsverfahren sei die Voraussetzung, wobei der Austausch einzelner Steine keine praktikable Lösung zu sein scheint. „Ein Flickenteppich wäre ein weiterer Baumangel“, sagte Klaus Jürgen Reese (SPD), Vorsitzender der Planungs- und Baubegleitkommission. So läuft alles auf einen Neubau der Mauer am Döppersberg hinaus - und auf einige Jahre, in denen ein Netz das Bauwerk sichert.