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In Wuppertals Innenstädten sind wieder viele Bummler unterwegs

Einzelhandel : In Wuppertals Innenstädten sind wieder viele Bummler unterwegs

Wer in diesen Tagen durch die Innenstädte Wuppertals bummelt, sieht schon wieder viele Passanten. Manche aber scheuen wegen der Masken den Besuch der Geschäfte.

Wer in diesen Tagen durch die Innenstädte Wuppertals bummelt, sieht schon wieder viele Passanten. Ein Unterschied zu Vor-Corona-Zeiten ist weniger an der Masse der Besucher als an unvermeidlichen Accessoire zu sehen: Viele tragen Maske, die meisten aber auf der Straße unterm Kinn. Geschätzte zehn Prozent lassen den Mund-Nase-Schutz auch vorm Gesicht, wenn sie die Geschäfte verlassen, in denen sie Pflicht sind.

Beliebt sind die Masken nicht: „Ich bin super genervt“; sagt zum Beispiel Christine Kirchner. Sie ist in der Stadt, weil sie ein Sprachbuch für ihr Au-Pair abgeholt hat. Sonst meidet sie den Besuch in der Geschäftsstraße: „Man versucht, so wenig Zeit wie möglich mit der Maske zu verbringen“, sagt sie. Sie sei froh gewesen, viel übers Internet bestellen zu können, auch wenn es ihr für den Einzelhandel leid tue.

„Nervig“ findet auch Yvonne Schmitt die Maske. „Aber wenn man damit Ansteckungen verhindern kann, dann ist das sinnvoll und dann kann ich damit leben“, sagt sie. Sie glaubt, dass es sonst voller in der City war. Aber sie freut sich, dass es inzwischen wieder etwas entspannter zugeht.

Auch nach Zahlen des Unternehmens Hystreet.com GmbH füllen sich die Innenstädte wieder. Die Firma erfasst mit Hilfe von Laser die Zahl der Passanten auf 125 Einkaufsstraßen in 60 deutschen Städten – darunter auch auf der Wuppertaler Poststraße. Danach waren dort am vergangenen Samstag 35 072 Menschen unterwegs.

Nur kleiner Unterschied im Vergleich zum Vorjahr

Ein Jahr zuvor, am Samstag, 13. Juli 2019, waren es nur sechs Prozent mehr: 37 296. Auch im längerfristigen Vergleich von Mitte Juni bis Mitte Juli ist der Unterschied zu 2019 nicht groß: 2019 waren es rund 800 000, 2020 rund 735 000 – acht Prozent mehr. Weiter zurück reichen die Erhebungen nicht.

Die Einzelhändler in den Zentren geben sich schon verhalten optimistisch: „Bei uns war die Innenstadt eigentlich die ganze Zeit über gut besucht“, sagt Mathias Wewer, Vorsitzende der IG City Barmen, und nun werde dazu auch wieder mehr gekauft. „Wir sind nicht unzufrieden.“

Die gute Entwicklung habe aber weniger mit den Ferien oder dem guten Wetter zu tun, sondern sei unmittelbar nach der Lockerung der Hygienebestimmungen wieder losgegangen. Zwar gebe es „schon noch Kunden, die nach wie vor nicht kommen, weil sie sich nicht trauen“, sagt Wewer. Auch sehe man Einkäufer, die die Maskenpflicht ablehnten.

Rein Corona-bedingte Geschäftsschließungen habe es nicht gegeben, es sei allerdings auch noch zu früh für eine Prognose: „Da muss man erst den Herbst/Winter abwarten.“

Auch in den Elberfelder City-Arkaden habe es keine Schließungen gegeben die explizit auf die Pandemie zurückzuführen gewesen seien, sagt Katrin Becker, Center-Managerin und Vorsitzende der Elberfelder IG1.

Natürlich seien die Innenstädte und Straßencafés des Wetters wegen gut besucht, aber auch verstärkt das Center. Wobei man immer darauf achten müssen, dass sich nur eine Person pro 7 Quadratmeter in den Räumen aufhalte, so Becker, „richtig voll wird es deshalb bei uns auch nicht werden“. Die Entwicklung sei indes tatsächlich positiv: „Und was wir beobachten, ist, dass diejenigen, die zu uns kommen, auch sehr gezielt zum Kaufen kommen.“

Größtenteils gingen die Kunden entspannt mit der Situation um. Zu den Umsätzen könne man noch nichts sagen: „Wir haben Mieter, die schon wieder gute Umsätze einfahren, und sogar solche, die durchaus ein kleines Plus im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen.“

Viele Angebote gebe es derzeit in Modegeschäften, deren Lager die für das kommende Wintergeschäft freigemacht würden. „Wir vom Center halten uns im Augenblick noch mit Aktionen in der Ladenstraße zurück, weil wir sicherstellen wollen, dass die Abstandsregel überall eingehalten wird.“