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Sprockhövel: Kunden sind umsichtig nach Ladenöffnungen

Sprockhövel : Kunden sind umsichtig nach Ladenöffnungen

In den Geschäften an der Mittelstraße herrscht Rücksicht. Die Händler freut der Umsatz.

Seit Montag dürfen die Geschäfte in NRW, sofern sie unter 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, wieder öffnen. Diese waren wegen der Corona-Krise auf Anordnung geschlossen worden. Auch in Sprockhövel dürfen die Händler ihre Kunden unter Einhaltung der Hygienevorschriften wieder in ihre Räumlichkeiten lassen.

Die WZ hat sich bei den Gewerbetreibenden der Mittelstraße umgeschaut und erkundigt.

Erfreulich: Alle Geschäftsleute in Haßlinghausen bestätigten der Kundschaft während der Krise einen verantwortungsvollen Umgang. „Wenn die Menschen merken, dass andere Kunden im Laden sind, bleiben sie alle vor der Türe stehen und rufen herein, ob sie eintreten dürfen“, sagt eine Mitarbeiterin des Modegeschäftes „Young Fashion Store“. In der Tat nähern sich zwei ältere Besucher dem Geschäft nur langsam, weil sie merken, dass die Verkäuferin eine Kundin berät. Dabei dürfen bis zu zehn Personen in das Geschäft eintreten.

Die Freiheit nicht
in Gefahr bringen

Auch beim Nachbarn „Sudhoff Markenprofi“ tritt eine Besucherin nur mit Vorsicht in das Lokal und hält bei der Beratung für den Kauf eines Staubsaugers mehr als genug Abstand. „Man merkt, wie sehr die Leute darauf fixiert sind, die erneute Freiheit nicht in Gefahr zu bringen“, berichtet Inhaber Michael Cramer vom sehr rücksichtsvollen Verhalten seiner Kundschaft. „Offensichtlich haben die Menschen in der Zeit der gezwungenen Schließung gemerkt, was sie an dem lokalen Handel haben“, sagt Cramer der auch Vorsitzender des Haßlinghauser Werberinges ist, der Händlergemeinschaft. Allerdings macht der 51-Jährige darauf aufmerksam, dass das Szenario der letzten Wochen auch das Ergebnis sein könnte, wenn man nicht vor Ort kauft, sondern nur bei den Online-Riesen. Deshalb freue er sich, wenn die Bürger mit ihren Füßen für den lokalen Handel abstimmen würden.

Auch Cramers Vorgänger und aktueller Stellvertreter Wolfgang Weiss, zeigt sich mit den letzten Tagen zufrieden. „Obwohl die Leute natürlich nicht sofort losrennen um neue Parfums zu kaufen, sind wir nicht weit von den Zahlen des letzten Jahres“, sagt Weiss, der in den letzten beiden Tagen erkannt habe, dass die Kunden eher vormittags in seinen Laden kommen. „Womöglich weil sie nachmittags draußen das Wetter genießen wollen“, vermutet das Urgestein.

Unterstützung bekommt er bei seiner Einschätzung von Elke und Ralf Küster. „Einige kommen sogar in aller Herrgottsfrühe“ sagt Ralf Küster, der das eben auch mit dem schönen Wetter verbindet. Das Ehepaar musste zwar sein Obst- und Früchtegeschäft nicht schließen, merke der Kundschaft aber gerade die Dankbarkeit an. „Auch wenn es am heutigen Mittwoch extrem Ruhig ist merken wir, dass die Leute froh sind, wieder normal einkaufen zu können“ sagt Elke Küster, die mit ihrem Mann in den letzten Wochen die Öffnungszeiten ausgedehnt haben. „Die Menschen nehmen unsere Serviceleistungen mit großer Dankbarkeit an und nehmen es keinesfalls als Selbstverständlichkeit hin“ sagt sie.

Auch Erika Stöcker von „Sandra‘s Modique“ war vom Zuspruch ihrer Kunden begeistert. „In den letzten Tagen habe ich alleine rund 30 Anrufe mit guten Wünschen bekommen“ sagt Stöcker, die sich vor allem über zwei Blumensträuße gefreut hat, die ihr zwei Kunden gebracht hätten.

Im Sportfachgeschäft „Sport Krön“ ist es dagegen recht ruhig. „Aktuell kommen die Bedarfskäufer. Die Menschen fragen oft nach Walkingstöcken und Wanderschuhe. Produkte, die wir trotz unseres vielfältigen Angebotspalette nicht haben“, sagt Verkäuferin Diana Hübschke, die ihre Kunden beim Reinkommen immer fragt, ob sie Maske tragen soll, oder der Abstand reicht. Wenn es dann in der Beratung vonnöten ist, dass man sich näher als 2 Meter kommen muss, zieht sie sich die Maske dennoch auf.

Ab kommender Woche herrscht aber ohnehin Maskenpflicht beim Einkaufen. Da dürfte sie sich die Frage dann sparen können.