Die Probleme des Hülser SV in der Kreisliga A

Fußball : Hülser SV kämpft gegen den freien Fall in die Kreisliga B

Fußballern des A-Kreisligisten droht der zweite Abstieg in Folge.

Als der Schlusspfiff ertönte, ließen die Hülser die Köpfe hängen. Der Blick ungläubig, die Enttäuschung riesig. Binnen vier Tagen hat der Hülser SV zwei direkte Duelle im Abstiegskampf der Fußball-Kreisliga A verloren – 1:3 gegen Linn, 1:2 gegen Anrath. Es waren unnötige Niederlagen, Hüls in beiden Spielen nicht schlechter. Doch es läuft einfach nicht. Die Realität sieht düster aus. Mit Tabellenplatz 16 und drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz 14 ist die Situation mehr als angespannt.

Nur ein Sieg aus den
letzten neun Spielen

Vor weniger als einem Jahr kämpften die Hülser vergeblich gegen den Abstieg aus der Bezirksliga. Ein Großteil der Mannschaft kickt auch heute für Hüls, und dennoch: Nur ein paar Monate später droht der freie Fall in die Kreisliga B. Die Gründe liegen auf der Hand, wie Trainer André Wienes erklärt. Der 31-Jährige übernahm die Mannschaft Mitte September. Nach einem kurzen Aufwärtstrend ging es zuletzt stetig bergab: nur ein Sieg aus den letzten neun Spielen. Wienes sagt: „Wir kriegen es derzeit nicht hin, Rückschläge wegzustecken.“ Das Spiel in Linn war ein Paradebeispiel. Hüls führte 1:0, kassierte mit dem Pausenpfiff den Ausgleich. Es war wie ein Bruch im Spiel. Das Selbstvertrauen aus einer guten ersten Halbzeit war weg.

Verletzungen  zwingen  immer wieder zu Umstellungen

Auch gegen Anrath führte Hüls, ehe zwei Tore nach einer Ecke das Spiel kippen ließen. Wienes: „Wir haben genug Chancen, nutzen die nicht. Im Gegenzug machen wir hinten zu einfache Fehler.“ 41 geschossene Tore, nur Gellep und Waldniel haben weniger. Gleiches gilt für die Defensive. 67 Gegentore, ebenfalls der drittschlechteste Wert neben Bracht und Waldniel. Verletzungen zwingen den Trainer immer wieder zu Umstellungen, die Ausfälle von Schlüsselspielern können nur schwer aufgefangen werden.

In Miguel Oreja (10) und Julian Gröninger (6) kommen die besten Torjäger aus dem Mittelfeld. Es fehlt vorne ein Vollstrecker, das wurde besonders in den letzten Spielen deutlich, als die Hülser beste Chancen reihenweise vergaben. Einer, der diese Qualitäten besitzt, könnte bald seine Rückkehr feiern. Matthias Dohmen ist nach langer Knieverletzung zurück im Training, für das Spiel bei Tabellenführer SV Vorst am Sonntag, 10. März, eine Option. Vor neun Monaten absolvierte er sein letztes Pflichtspiel. Wienes: „Ihn können wir nicht eins zu eins ersetzen. Das haben wir schnell gemerkt. Einen mit seinen Qualitäten besitzen wir im Kader nicht.“ Ein Hoffnungsschimmer, auf den die Hülser bauen. Zwölf Spiele bleiben noch, um den freien Fall zu vermeiden. Wienes: „Ich glaube an die Qualität in der Mannschaft. Die Trainingsarbeit ist gut, die Jungs ziehen voll mit. Wir müssen den Trend gestoppt kriegen.“

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