Ben Reibel gehört die Zukunft als Wasserball-Nationalspieler

Wasserball : Ben Reibel ist auf dem Weg nach oben

Wasserball-Bundestrainer Hagen Stamm: „Er ist ein unverzichtbarer Spieler für uns."

Anschwimmen ist im Wasserball eine Art Sprint. Zu Beginn jedes Viertels wirft der Schiedsrichter den Ball auf Höhe der Beckenmitte etwa einen Meter weit ins Wasser. Die Spieler kraulen derweil vom eigenen Tor kommend aufeinander zu, der schnellste gewinnt den ersten Ball. Der Schnellste beim Anschwimmen, das war beim Länderspiel der Deutschen gegen Malta einige Male der 21-jährige Uerdinger Ben Reibel.

Reibel: „Ich habe micht total
auf dieses Spiel gefreut“

Der gebürtige Krefelder, der beim SV Bayer Uerdingen groß geworden ist, hatte beim letztlich souveränen 23:9-Erfolg des DSV-Teams im Aquadome sozusagen immer noch einen Heimvorteil, auch wenn er seit dem vergangenen Jahr für den Spitzenclub Wasserfreunde Spandau spielt. Aber nicht nur das. Ben, Sohn des 144-fachen Nationalspielers Guido Reibel, ist auf einem guten Weg, irgendwann in die großen Fußstapfen zu treten.

„Ich habe mich total auf dieses Spiel gefreut. Der Sieg war ein runder Abschluss“, sagt Ben Reibel, der drei Treffer zum Sieg beisteuerte und vom Kampfgericht zum Mann des Spiels erkoren wurde. Reibel hat das Beste noch vor sich, wenn er sich weiter gut entwickelt. Ein Führungsspieler werden, das ist das nächste Ziel. Bundestrainer Hagen Stamm sagt: „Er hat sich getraut und geschossen, ist die Konter gut geschwommen, hat sich die Tore erarbeitet. Er hat zuletzt einen Riesenschritt gemacht. Er ist ein unverzichtbarer Spieler für uns.“

Überhaupt gab es auf beiden Seiten an diesem Dienstag Abend im Uerdinger Aquadome viel Zukunft zu sehen. „Wir waren hier, um zu lernen“, sagte etwa der Malteser Trainer Karl Izzo, der wie sein Gegenüber Bundestrainer Hagen Stamm mit einer jungen Mannschaft gekommen war. Auf deutscher Seite waren der 16-jährige Zoran Bozic und der 17-jährige Moritz Ostmann dabei. Sie sollen an das Niveau in der Nationalmannschaft herangeführt werden. Da ist Reibel schon einen Schritt weiter. Er gehört zum festen Stamm, seine Bedeutung steigt.

Hoppe: „Er kann ein sehr guter Nationalspieler werden“

Der 21-Jährige Reibel sieht sich auf einem guten Weg: „Ich habe mich gut verbessert. Mit der Entwicklung bin ich sehr zufrieden.“ Das liegt auch an seinem Förderer und Trainer in Spandau: Petar Kovacevic, „ein phänomenaler Coach“, wie Reibel sagt.

Rainer Hoppe, Wasserballwart beim Deutschen Schwimm Verband und Abteilungsleiter Wasserball beim SV Bayer Uerdingen, stellt vor allem die Schnelligkeit Reibels als Gütesiegel heraus. Mit seinen 2,06 Meter Größe, seinen etwa 97 Kilogramm Masse und seinem hohen Tempo bringe er gute Voraussetzungen mit, um „ein sehr guter Nationalspieler zu werden“, sagt Stamm, „er muss aber Konstanz zeigen.“ Der Wahl-Berliner ist mit seinen Wasserfreunden Spandau viel eingespannt: Bundesliga, Supercup, Pokal, Champions League.

Da sind Reisen in die Heimat nach Krefeld kaum mehr möglich. „Das beschränkt sich auf wenige Feiertage oder freie Wochenenden“, sagt er. So verteilte er in Krefeld Freikarten an die Familie und Freunde für das Länderspiel. „Hier“, sagt er im Scherz, „kenne ich ja fast jede Fratze.“