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Krefeld: Inklusives Wohnprojekt in Oppum

Oppum : Inklusives Wohnprojekt in Oppum

In den nächsten Tagen werden 23 psychisch kranke Menschen an der Herbertzstraße einziehen.

Der Schlüssel ist ebenso groß wie die Freude der Verantwortlichen und der künftigen Mieter: „Willkommen zu Hause“ steht darauf. Er ist das symbolische Zeichen für die Übergabe eines besonderen Projektes von der Wohnstätte an die Alexianer, Wohnverbund Krefeld, in Oppum. In den nächsten Tagen werden 23 psychisch kranke Menschen an der Herbertzstraße einziehen.

Maria Jäger, Leiterin des Alexianer Wohnverbundes, betont: „Das Projekt ist ,Wohnen in Nachbarschaft’ überschrieben und das ist nicht nur eine Floskel. Es wird Alltag werden. Endlich haben Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen die Möglichkeit, eine neue Wohnung zu mieten. Das ist in unserer Gesellschaft keinesfalls selbstverständlich.“

Vielmehr sei es für diese Menschen zumeist unmöglich, eine eigene Wohnung zu bekommen. „Da sie aufgrund ihrer Erkrankung keine Arbeit haben, schrecken die meisten Vermieter zurück“, erklärt Jäger weiter. „Hier, im neuen Quartier können sie nicht nur wohnen, sondern haben auch viele Möglichkeiten der Kommunikation. Die Nachbarschaft bildet sich neu. Das ist die Chance für ein gutes Miteinander von Anfang an.“

Bisher haben die 23 Personen in eher beengten, nicht mehr zeitgemäßen Verhältnissen bei den Alexianern gewohnt. Das ist nun anders. Alles ist neu, hell und mit rund 50 Quadratmetern großzügig bemessen. Ein Stützpunktbüro ist Anlaufstelle für große und kleine Sorgen. Wohnstätten-Vorstand Thomas Siegert erklärt: „Mit der Lebenshilfe Krefeld an der Werkstättenstraße haben wir das erste inklusive, partnerschaftliche Wohnprojekt realisiert. Hier folgt das zweite.“

Die Wohnungen sind eingebettet in das neue Wohnquartier mit insgesamt 107 Wohneinheiten, von denen 43 öffentlich gefördert sind. „Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Begegnung und der gegenseitigen Unterstützung und Freizeitgestaltung“, erklärt Siegert.

Die Menschen im neuen Quartier an der Herbertzstraße leben in modernen Gebäuden, werden über ein energieeffizientes Mini-Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt, schauen auf schöne Außenanlagen und sind mit dem Bus schnell in der Stadt.

Michael Wilke, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Krefeld GmbH, freut sich über die Zusammenarbeit: „Alleine wären wir nicht in der Lage gewesen, es zu bauen. Die 23 Wohnungen sind ein glücklicher Zufall. Wir können hier normale Situationen für Menschen mit Einschränkungen bieten.“ Das Wohnprojekt sei ein Meilenstein für Oppum. 2012 hieß es: „Oppum bekommt ein neues Quartier.“ Es entstand auf rund 30 000 Quadratmetern Grundstücksfläche an der Herbertzstraße. Im Rahmen der Planungen des neuen Wohngebiets war ein neuer Name für diese Straße im Gespräch. Mit breiter Mehrheit hatte sich die Bezirksvertretung Oppum-Linn jedoch im Herbst 2016 dafür ausgesprochen, dass die Herbertzstraße bleiben soll. Auch die Anwohner wünschten sich, den Namen beizubehalten.