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Krefelder Rat wählt neue zwei Beigeordnete und OB-Stellvertreter

Wahlen in Krefeld : Strahlende Gesichter bei Bern, Lauxen, Schön und Neidhardt

Die Mehrheit im Rat stellt personell die Weichen in der Stadtverwaltung. Antrag von CDU und FDP auf Verschiebung wird abgelehnt. Und das Stadtmarketing hat eine neue Leiterin.

Die Stunde der Entscheidung prägte am Donnerstagabend die letzte Ratssitzung vor der Kommunalwahl. Die Wahl zweier neuer Beigeordneter, und die Bestellung eines Vertreters des Oberbürgermeisters ab dem 1. September stand auf der Tagesordnung. Und schon im Vorfeld war klar, dass es zu einem politischen Kräftemessen kommen würde. Es wurde spannend für die Beobachter und die Kandidatinnen Cigdem Bern, Sabine Lauxen und Beigeordneten Markus Schön, der als Nachfolger der nicht wiedergewählten Beate Zielke als neuer Stadtdirektor von der Verwaltung vorgeschlagen worden war. Am Ende stimmte die Mehrheit für die drei Kandidaten.

CDU und FDP versuchen vergeblich, Wahlen zu verschieben

 Rat, Ratssitzung Stadt Krefeld, Wahl Dezernentinen Cigdem Bern & Sabine Lauxen & neuer Stadtdirektor Markus Schön, SWH; Foto: abi
Rat, Ratssitzung Stadt Krefeld, Wahl Dezernentinen Cigdem Bern & Sabine Lauxen & neuer Stadtdirektor Markus Schön, SWH; Foto: abi Foto: abi/Andreas Bischof

Die CDU- und die FDP-Fraktion hatten per Antrag zur Geschäftsordnung versucht, die drei Tagesordnungspunkte abzusetzen. Diese personellen Entscheidungen sollten, laut Begründung beider Fraktionen, der Rat in seiner neuen Zusammensetzung nach der Kommunalwahl am 13. September treffen. „Die Entscheidung, die bei den Beigeordneten für acht Jahre gilt, wollen wir in die Hände des neuen Rates geben“, begründete Philibert Reuters (CDU-Fraktionschef) den Schritt. Zwar sei das „nicht ganz so schlimm bei einem Stellvertreter für den OB“, dennoch hielt er es für vorteilhafter, alle Entscheidungen in neue Hände zu geben.

SPD-Fraktionschef Benedikt Winzen verwies hingegen auf die vorherigen einvernehmlichen Entscheidungen im Rat, die Stellen auszuschreiben – und somit auch zügig neu zu vergeben. Entsprechend wurden der von CDU, Andreas Drabben (UWG) und Ruth Brauers (parteilos) mitgetragene Antrag auf Absetzung der Tagesordnungspunkte in allen drei Fällen von der Mehrheit abgelehnt.

 Stadtdirektor Markus Schön mit der Urkunde.
Stadtdirektor Markus Schön mit der Urkunde. Foto: abi/Andreas Bischof

Die Wahl der parteilosen Cigdem Bern (42) als Beigeordnete für den Bereich Innere Verwaltung, Bürgerservice und Feuerwehr ging schnell über die Bühne – bei Enthaltung der CDU, der Piraten und Ruth Brauers. Die Wahl der früheren Oberhausener Umweltdezernentin Sabine Lauxen zur Beigeordneten für Soziales, Umwelt und Gesundheit in Krefeld ging nicht so glatt. Die CDU beantragte geheime Abstimmung und das Ergebnis am Ende war deutlich knapper. Von 58 gültigen Stimmen erhielt sie 31mal die Zustimmung, 26 waren dagegen und ein Ratsmitglied enthielt sich.

Auch der Absetzungsantrag von CDU und FDP zur Wahl eines OB-Stellvertreters erhielt keine Mehrheit. Dem Verwaltungsvorschlag, Markus Schön als Stellvertreter zu benennen, wurde gefolgt, gegen die Stimmen von CDU und FDP und einer Enthaltung von Ruth Brauers.

Vor der Ratssitzung hatte noch der Ausschuss für Verwaltung, Vergabe, Ordnung und Sicherheit entschieden, das Claire Neidhardt neue Leiterin des Stadtmarketings wird. Wer sich gegen 81 Bewerber durchgesetzt hat, muss vieles richtig gemacht haben. Neidhardt wurde in Schwerte geboren und hat an der Montessori-Schule in Krefeld ihr Abitur gemacht. An der International School of Management in Dortmund erlangte sie ihren Abschluss in Internationaler Betriebswirtschaftslehre sowie in Tourismus-, Event und Hospitality-Management. Ihren Master in Finanzmanagement sattelte sie an der Fern-Universität Hagen auf. Parallel begann sie ihre Tätigkeit im Stadtmarketing, zunächst als Projektmanagerin und im Controlling, ab 2017 als stellvertretende Leiterin. In dieser Funktion war die 38-Jährige unter anderem verantwortlich oder mitverantwortlich für die Street-Art-Projekte am Rhein und im Bunker am Hauptbahnhof, für „Kultur findet Stadt“ und, ganz aktuell, für den „Stumpf-Sinn“.