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Krefeld: Langfristiger Plan zur Rettung der Niepkuhlen fehlt

Umwelt : Langfristiger Plan zur Rettung der Niepkuhlen fehlt

Das dritte Jahr in Folge trocknet das Gebiet aus. Naturschützer beklagen: Notmaßnahmen der Stadt sind keine Lösung.

Den dritten Sommer in Folge macht die Trockenheit den Niepkuhlen zu schaffen. Teile des Gewässers verlanden und Fische sterben. Die Wassertemperatur ist zu hoch und der Sauerstoffgehalt mal wieder zu niedrig.  Doch immer noch gibt es kein langfristiges Konzept, ob und wie das Naturschutzgebiet erhalten werden soll.

Das beklagt Stefan Laudage, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Niepkuhlen. Er und seine Mitstreiter machen sich für den Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt stark. Die Stadt müsse ein Konzept zur Zukunft der Niepkuhlen erstellen. „Wir brauchen eine klare Aussage, was mittel- bis langfristig mit diesem Gebiet passieren soll“, sagt Laudage. Wolle man der Natur ihren Lauf lassen oder wolle man das Gewässer erhalten? Die Stadt kann auf diese Frage auch nach drei Jahren keine Antwort geben. Man wolle das Thema langfristig anpacken und arbeite an einem Konzept, teilt ein Sprecher der Verwaltung auf Anfrage mit.

Aktuell versuchen Stadt und Interessengemeinschaft, wie in den Vorjahren, kurzfristig die Probleme zu lindern und Fische zu retten. Die Stadt hat zwei Teichbelüfter aufgebaut. Weitere Geräte hat die Interessengemeinschaft organisiert und angebracht. „Zusätzlich haben wir von der Feuerwehr einen improvisierten Wasserwerfer aufstellen lassen, welcher Frischwasser über einen Hydranten in das Gewässer eingespeist“, so der Stadtsprecher.

Interessengemeinschaft:
„Probleme waren absehbar“

„Dauerhaft ist das aber keine Lösung“, sagt Laudage. So werde nur das Symptom aber nicht die Ursache des Problems angegangen. Er ärgert sich, dass man in den vergangenen Wochen wieder mit Notmaßnahmen reagieren musste. „Das diesjährige Fischsterben war absehbar, alleine schon aus den Erfahrungen von 2018 und 2019 hätte man lernen und einen Maßnahmenplan festlegen können“, sagt Laudage.

Eine langfristige Lösung sei zum Beispiel, die Niepkuhlen tiefer auszubaggern. So würde das Gewässer mehr Tiefe bekommen und sei resistenter gegen heiße Sommerwochen. Zu konkreten Plänen hat sich die Stadt bislang nicht eingelassen. Die Interessengemeinschaft sei gerne bereit, bei einem entsprechenden Konzept zu helfen, sagt Laudage. Sein Appell: „Wir müssen jetzt etwas tun, um im nächsten Jahr nicht wieder hinterherzulaufen.“

Eine zweite Option bespricht Laudage weniger ausführlich. Tatsächlich ist es auch eine Möglichkeit, nicht in die Veränderung der Natur einzugreifen. Diese bei Naturschützern unpopuläre Variante hat die Verwaltung bereits im vergangenen Jahr vorgebracht.