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Bei Solarenergie hat Krefeld Potential

Wirtschaft : Bei Solarenergie hat Krefeld Potential

Krefeld hat beim Ausbau erneuerbarer Energien mit Widrigkeiten zu kämpfen – gerade für Windräder fehlt Platz.

Der Ausbau erneuerbarer Energien lief im vergangenen Jahr im Regierungsbezirk Düsseldorf teils schleppend. Auch Krefeld hat wenig zur Stärkung von Wind- und Solarenergie beigetragen. So geht es aus der Erneuerbare-Energien-Bilanz des Landesverbandes Erneuerbare Energien hervor. Dieser vertritt die Interessen der Branche.

So wurden im Jahr 2019 in Krefeld 121 neue Solaranlagen auf den Dächern montiert, was einer zusätzlichen Leistung von 2,1 Megawatt entspricht. Mehrere hundert Haushalte können so pro Jahr theoretisch mit Strom versorgt werden. In anderen Städten und Kreisen war der Zugewinn im vergangenen Jahr allerdings höher. Wuppertal hat drei Megawatt zugelegt, der Kreis Mettmann sieben. Auch bei der Gesamtzahl der Solaranlagen belegt Krefeld in der Region einen Mittelfeldplatz mit einer Leistung von 27,7 Megawatt und etwa 1600 Anlagen. In Mönchengladbach und im Kreis Viersen ist dieser Weg der Energiegewinnung weiter ausgebaut.

Windräder bauen die
Stadtwerke außerhalb Krefelds

Gerade im städtischen Raum sieht der Landesverband Erneuerbare Energien Potential für mehr Sonnenenergie. Man könne die Dächer voll machen, sagt Mario Burda, Sprecher des Verbands. Aus dem Klimaschutz-Konzept „Krefeld Klima 2030“, das das Gutachterbüro Wertsicht für die Stadt erstellt hat, geht hervor: Dieses Potential ist der Verwaltung bekannt. Es gebe eine maximal installierbare Spitzenleistung von 850 Megawatt durch Anlagen auf den Dächern, so das Gutachterbüro. Das technische Potential werde derzeit zu weniger als fünf Prozent genutzt, so die Fachleute von Wertsicht.

Größter Betreiber von Photovoltaik-Anlagen in Krefeld sind die Stadtwerke Krefeld (SWK). „Im Zuge des Projekts Krefelder Sonnenstrom, ein Sparbrief, der gemeinsam mit der Volksbank Krefeld aufgelegt wurde, haben wir vor zehn Jahren sukzessive Dächer von öffentlichen Gebäuden und bei der SWK mit Photovoltaikanlagen ausgestattet“, sagt Stadtwerkesprecher Dirk Höstermann. Insgesamt seien 76 Anlagen in Betrieb genommen worden, die eine Leistung von drei Megawatt haben. „Damit sind bereits eine Vielzahl an Dächern von geeigneten öffentlichen Gebäuden mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet“, sagt Höstermann.

Eine weitere Möglichkeit, um Solarenergie auf städtischem Gebiet zu gewinnen, wären Anlagen auf freien Flächen. Das ginge etwa auf Randstreifen von Schienen und Autobahnen. Doch so etwas scheint in Krefeld kaum umsetzbar, zeigen die Gutachter von Wertsicht auf. Die meisten Flächen würden für die weitere Stadtentwicklung genutzt werden. Andere Flächen entlang von Autobahnen oder Schienenwegen sind durch Schatten oder Waldflächen für den Bau von Photovoltaikanlagen nicht geeignet.

Schwierig ist es ebenso, Windräder auf Krefelder Stadtgebiet zu errichten. Aktuell gibt es fünf Anlagen, die eine Leistung von 3,8 Megawatt haben. In Mönchengladbach stehen beispielsweise 15 Anlagen. Mit weiteren Windrädern ist in Krefeld allerdings nicht zu rechnen. Es seien keine entsprechenden Flächen ausgewiesen, berichtet das Büro Wertsicht. Das entspricht einem Status quo, der sich in vielen Städten abzeichnet. Die Verunsicherung durch mögliche Auflagen der Landesregierung sei groß, sagt Burda vom Landesverband Erneuerbare Energien. Dabei geht es etwa um Regeln zum Abstand zwischen Windrädern und Bebauung. Diese Einschränkung müssen auch die Stadtwerke berücksichtigen. Man habe keine Möglichkeit, in Krefeld eine Windenergieanlage zu errichten. Daher schauen sich die SWK außerhalb des Stadtgebiets um. In der Vergangenheit habe man eine Windenergieanlage in Straelen und eine in Wachtendonk errichtet, berichtet SWK-Sprecher Höstermann.