Bundespolizei: Düsseldorf: Polizei setzt Waffenverbot im Bahnhof um

Bundespolizei : Düsseldorf: Polizei setzt Waffenverbot im Bahnhof um

Der Nordtunnel des Hauptbahnhofes wurde für Kontrollen abgesperrt: Mehrere Messer wurden sichergestellt.

Für viele begann der Altstadtbesuch am Wochenende mit Verzögerung. Wer mit dem Zug oder der S-Bahn über den Hauptbahnhof anreiste, musste damit rechnen, von Beamten der Bundespolizei „gefilzt“ zu werden. Denn erstmals galt an zwei Tagen ein Waffenverbot im gesamten Gebäude. Allein in der Nacht zum Samstag wurden 144 Personen kontrolliert. Abschließende Zahlen gibt die Bundespolizei erst am Montag bekannt.

In Köln und Dortmund hatte die Bundespolizei bereits ähnliche Aktionen durchgeführt. Dort waren Streifen unterwegs, die nach Personen Ausschau hielten, die möglicherweise ein Messer, eine PTB-Pistole oder andere gefährliche Gegenstände mit sich führten.

14-Jähriger hatte ein Messer in der Tasche

In Düsseldorf gingen die Beamten anders vor. So wurde der gesamte Nordtunnel des Hauptbahnhofs abgesperrt, damit alle Ankommenden stichprobenartig hinter Stellwänden kontrolliert werden konnten. „Dazu wurde unsere Bundespolizeiwache an den beiden Tagen um rund 30 Kollegen verstärkt“, erklärte Dajana Burmann, Pressesprecherin der Bundespolizei.

Es dauerte nicht lange, bis die Beamen fündig wurden. Sie durchsuchten einen Vierzehnjährigen, der ein Einhand-Messer in der Tasche hatte. Burmann: „Das fällt auch unter das normale Waffengesetz und ist verboten.“ Am Wochenende durften aber alle gefährlichen Werkzeuge nicht mit in den Bahnhof gebracht werden. Darum stellte die Polizei auch zwei Taschenmesser und ein Küchenmesser sicher, insgesamt wurden vier Zwangsgelder in Höhe von 100 Euro verhängt. Außerdem wurde bei zwei Personen Rauschgift gefunden.

Die Resonanz der Bahnhofsbesucher war überwiegend positiv. Viele wünschen sich vor allem an den Wochenenden mehr Präsenz der Uniformierten an dem Verkehrsknotenpunkt. Grundsätzlich sei eine solche Maßnahme auch in der Altstadt denkbar.

Hinter der Aktion am Wochenende steckt die Hoffnung, die Zahl der Konflikte, in denen Messer eine Rolle spielen, zu reduzieren. Seit Januar führt die Bundespolizei eine Statistik über Vorfälle mit Waffen. „Das waren bis zum 15. August 40 Fälle“, so die Pressesprecherin. Das heißt nicht, dass die Waffen auch tatsächlich zum Einsatz gekommen sind. Es reicht, wenn zum Beispiel bei der Kontrolle eines Schwarzfahrers ein Messer gefunden wird.