Fortuna Düsseldorf: Funkels Stammelf: Hinten beständig, auf den Flügeln flexibel

Fortuna Düsseldorf: Funkels Stammelf: Hinten beständig, auf den Flügeln flexibel

Fortunas Trainer hat in Takashi Usami seinen Wunschspieler erhalten. Nun könne er außen ohne Qualitätsverlust durchwechseln.

Düsseldorf. Die alte Trainerweisheit „Never change a winning Team” hatte für Friedhelm Funkel noch nie größere Bedeutung. Selbst während der jüngsten Erfolgsserien in der 2. Fußball-Bundesliga tauschte Fortunas Cheftrainer vor nahezu jedem Spiel — meist „ohne Not“, aber mit taktischem Kalkül. Manchmal wechselte er nur auf einer Position, manchmal stellte er gleich vier neue Spieler zu Beginn auf den Rasen.

Die Rotation bietet zum einen die Möglichkeit, den Kreis der Spieler zu erweitern, die zu dem zählen, was zwar immer noch Stammelf heißt, heute aber aus mehr als elf Spielern besteht. Selbst die Stützen des Teams sind nicht mehr automatisch gesetzt. In der Aufstiegssaison machte kein Fortune alle 34 Spiele, nur fünf (Wolf, Ayhan, Gießelmann, Sobottka und Hennings) spielten mehr als 30 Mal, dafür gab es 15 Spieler mit mehr als 20 Einsätzen.

Das wirkte sich kräfteschonend für alle Leistungsträger aus, die zudem von einem Spieler ersetzt wurden, der nicht ohne Spielpraxis zum Einsatz kam. Und tatsächlich schöpfte Funkel damit auch viele taktische Möglichkeiten aus, um den Gegner zu überraschen.

Doch es gibt Ausnahmen: „Auf den Positionen in der Innenverteidigung wechsle ich nicht gerne, vor allen nicht während eines Spiels“, sagte Funkel am Samstag nach dem 1:1 gegen den AC Florenz. Allerdings ist dort der Bedarf zum Wechsel auch nicht so ausgeprägt. Trotzdem spielte die etatmäßige Nummer drei Robin Bormuth — allerdings auch wegen der Verletzung von Andre Hoffmann — oft genug und kam auf 22 Einsätze.

Auf zwei anderen Positionen hält Funkel hingegen viel von Rotation: „Die meisten Möglichkeiten habe ich jetzt auf den offensiven Flügelpositionen. Dort kann ich beide Spieler ohne Qualitätsverlust durch zwei neue Außenstürmer ersetzen.“ Entsprechend offen ist derzeit, wer in der Bundesliga die Stammbesetzung auf den Flügeln bildet. Funkel will das zum Teil vom Gegner abhängig machen.

Bei einer defensiveren Ausrichtung könnten dort Jean Zimmer (rechts) und Niko Gießelmann oder Diego Contento (links) auflaufen. Eher offensiv sind Dodi Lukebakio und Takashi Usami (rechts) sowie Benito Raman und Davor Lovren (links) ausgerichtet. Usami hat derzeit die Nase vorn, weil Lukebakio weder das System bereits komplett verinnerlicht hat, noch defensiv genügend Qualitäten zeigt. Als (schneller) Joker kann der neue Belgier in den Schlussphasen der Spiele aber wichtig werden, bis er auch von Anfang an helfen würde. „Dodi wird ja irrtümlich schon mit Ihlas Bebou verglichen. Aber auch der hat seine Zeit gebraucht“, erklärte Funkel. Die Zeit werde Lukebakio bekommen, er sei sogar weiter als Bebou zur Zeit von Funkels Amtsübernahme.

Trotzdem freute er sich, dass der Usami-Transfer noch geklappt hat: „Deshalb habe ich jetzt auf den Außenpositionen genügend Alternativen Das brauchen wir in der Bundesliga, weil diese Positionen sehr laufintensiv sind und ich dort nach 70, 75 Minuten mit einer Auswechslung reagieren kann. Dann weiß ich, dass die gleiche Qualität auf den Platz kommt.“ Wer das zum Start am Samstag, 26. August, gegen den FC Augsburg sein wird, weiß Funkel nach eigener Aussage allerdings noch nicht.

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