Nach Pfiffen und Raunen im Stadion Warum Trainer Thioune die Fortuna-Fans niemals kritisieren würde

Düsseldorf · Für die Heimspiele gegen Nürnberg und Magdeburg wünscht sich der Coach eine ausverkaufte Arena.

 Trainer Daniel Thioune vor der Düsseldorfer Fankurve.

Trainer Daniel Thioune vor der Düsseldorfer Fankurve.

Foto: Moritz Mueller

Irgendwann in der zweiten Hälfte passierte es. Als Emmanuel Iyoha auf der linken Außenbahn den Ball hatte, aber nicht nach vorne spielte, sondern abkappte und sich für den Sicherheitspass in Richtung der eigenen Innenverteidigung entschied. Sofort ging ein deutlich vernehmbares Raunen durch die mit exakt 35 789 Zuschauern besetzte Stockumer Arena. Die Ungeduld auf den Rängen wuchs, obwohl Fortuna gegen die SpVgg Greuther Fürth letztlich ihren Job erledigte und einen 1:0-Sieg feierte.

„Es war natürlich kein Leckerbissen für die Fans, und dann kamen wieder ein, zwei Pfiffe“, sagte Torhüter Florian Kastenmeier. „Aber wir haben gegen Fürth gespielt, das war von beiden Seiten ein sehr disziplinierter Auftritt, und am Ende haben wir ja das eine Tor mehr gemacht.“ Viel Spektakel boten die beiden Teams auf dem Rasen in der Tat nicht, allerdings musste jeder Fortuna-Anhänger in den vergangenen Wochen doch bemerkt haben, dass exakt jener abwartende, nicht besonders risikoreiche Spielstil die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune erst zu ihrer nunmehr sechs Partien andauernde Siegesserie geführt hatte.

Der Coach selbst wollte die Unmutsbekundungen auf den Tribünen dennoch nicht überbewerten. „Man wird von mir nie ein kritisches Wort über unsere Fans hören, dafür weiß ich ihre Unterstützung zu sehr zu schätzen und erinnere mich zum Beispiel an vergangene Woche, als das Stadion in Wiesbaden uns gehört hat. Das habe ich wirklich genossen“, sagte der 49-Jährige, ehe er ergänzte: „Wenn man fünf Mal hintereinander gewinnt, steigt eine gewisse Erwartungshaltung, und dann ist es der eine, der ein bisschen pfeift, vielleicht auch noch der zweite oder dritte. Aber die anderen 35 000 Leute unterstützen uns.“

Seine Spieler beeindruckte das Raunen jedenfalls nicht, wie die Aussage von Torhüter Kastenmeier zeigte, und Thioune betonte: „Vor ein paar Monaten wären gegen Fürth noch deutlich weniger Zuschauer gekommen. Im Endeffekt muss man solche Momente abkönnen und eine gewisse Resistenz zeigen. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass Düsseldorf noch ein bisschen mehr Fortuna wird.“

Schließlich blieben am Samstag knapp 15 000 Plätze frei, was bei weitem nicht nur daran lag, dass die Franken ihr Gästekontingent nicht annähernd ausgeschöpft hatten. Vor den letzten beiden Heimspielen der Saison – eine mögliche Partie in der Relegation dürfte innerhalb kürzester Zeit ausverkauft sein – gegen den 1. FC Nürnberg und den 1. FC Magdeburg appellierte der Trainer deshalb an alle Fortuna-Fans und -Sympathisanten: „In diesen zwei Partien muss die Hütte hier nochmal richtig voll werden!“

Ohne Raunen und Unmut, sondern für die Bundesliga-Rückkehr, das gemeinsame Ziel.

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