Friedhelm Funkel: Ich bin sicher, Fortuna schafft den Klassenerhalt

Interview : Trainer Funkel: „Ich bin sicher, Fortuna schafft den Klassenerhalt“

Falls Fortuna Düsseldorf die Ruhe bewahrt, den Klassenerhalt in dieser Spielzeit schafft und die Weichen entsprechend stellt, ist Friedhelm Funkel sich sicher, dass der Weg des Vereins auch mittel- und langfristig erfolgreich sein wird.

Das erste Saisondrittel ist in der Fußball-Bundesliga gespielt. Zeit und Gelegenheit in der Länderspielpause ein erstes Fazit zu ziehen. Dazu stand uns Friedhelm Funkel, der Cheftrainer von Fortuna Düsseldorf zu einem Interview zur Verfügung. Heute lesen Sie Teil 1.

Herr Funkel, wie fällt ihr Fazit nach elf Spieltagen und zwei erfolgreich gespielten Pokalrunden aus?

Friedhelm Funkel: Wir sind mit der Situation nicht unzufrieden, aber das heißt nicht, dass wir komplett zufrieden sind. Nach einem erfolgreichen Start haben wir noch gute Spiele hingelegt, in denen wir aber keine Punkte geholt haben. Zwei, drei Zähler wären mehr möglich gewesen. Dann kamen in Berlin und in Paderborn zwei weniger gute Vorstellungen, in denen wir unterm Strich trotzdem hätten punkten können. Wir sind einigermaßen im Soll, auch weil wir punktemäßig mit der unmittelbaren Konkurrenz gut mithalten.

Hatten Sie die Teams erwartet, die jetzt in der Tabelle unten stehen?

Funkel: Ja, das habe ich so erwartet, wobei Hertha und Bremen keinen Deut besser als wir dastehen. Die beiden Vereine haben sicherlich das Drei- oder Vierfache an Möglichkeiten finanzieller Art. Union Berlin stellt für mich keine positive Überraschung dar. Das habe ich schon vor der Saison gesagt, das ist ein guter Aufsteiger, ein guter Verein, der Ruhe bewahrt, mit einem guten Trainer, einem tollem Publikum und ein Umfeld, das Ruhe bewahrt.

Wie sind die Erwartungen bezüglich Ihrer Mannschaft?

Funkel: Wir müssen um den Klassenerhalt fighten, aber ich bin mir sicher, dass wir das schaffen. Die nächsten beiden Jahre werden entscheiden, wohin der Weg der Fortuna führen wird. Wir müssen jetzt ein Fundament legen. Dazu haben wir die richtige Richtung eingeschlagen. Wenn niemand unrealistische Dinge erwartet, dann werden wir das auch schaffen.

Wo sehen Sie noch Baustellen im sportlichen Bereich? Was stimmt Sie positiv?

Funkel: Ich denke, dass wir ganz gut mitgehalten haben. Das konnten wir im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wo wir uns steigern müssen: In der Defensive müssen wir uns besser wehren, nicht so leichte Tore kassieren. Da müssen wir noch viel konsequenter und galliger werden. Langsam verbessern wir uns wieder im Umschaltspiel, was uns vergangenes Jahr so stark gemacht hat. Gegen Köln und auch in Gelsenkirchen waren da schon Situationen zu sehen. Absolut positiv ist die Mega-Verfassung von Rouwen Hennings, was die Basis für ihn ist, eine Super-Saison zu spielen. Es ist wohl leider nur ein frommer Wunsch, dass er in diesem Rhythmus weiter treffen wird. Aber er wird immer seine Tore machen. Das ist ein gutes Gefühl fürs Team und für mich.

Sie hatten also von Anfang an keine Sorge, als Beobachter von einer Offensivschwäche sprachen?

Funkel: Nein, wir werden immer unsere Tore machen. Aber im Moment liegt die Last vor allem auf Rouwen. Das ist natürlich zu wenig. Aber ich bin überzeugt, dass auch Dawid Kownacki seine Tore machen wird. Zudem brauchen wir noch Tore von Mittelfeldspielern. So freue ich mich sehr auf Kevin Stöger, der uns natürlich sehr fehlt, weil er das Fußballerische für uns mit seiner Lauffreude gesteuert hat. Ich hoffe, dass er zu Beginn des Winter-Trainingslagers dabei ist – mit der Sicherheit für ihn, dass nichts mehr passiert. Derzeit fehlen uns mit ihm, Raman und Lukebakio Spieler, die in der vergangenen Saison für 30 Tore verantwortlich waren. Wir fangen das jetzt mit Rouwens Toren ein wenig auf. Da muss allerdings von den anderen Spieler auch mehr kommen.

Stört es Sie, dass Stöger Wechselabsichten vor seiner Verletzung äußerte?

Funkel: Das ist kein Problem, und ich habe keine Bedenken bei ihm. Wir müssen uns davon freimachen, Spieler zu verurteilen, die möglicherweise wechseln wollen, solange sie alles für den Klub geben. Darauf achte ich natürlich. Aber das Vertrauen bekomme ich von diesen Spielern dann auch zurück.

Warum passt es bei Ampomah und Tekpetey nicht?

Funkel: Ich werde weiter mit ihnen arbeiten und Geduld haben. Allerdings muss auch spätestens im Winter bei Ihnen zu erkennen sein, dass sie das annehmen, was wir fordern. Bei Ampomah ist das vielleicht noch etwas viel, weil er verkrampft und unglückliche Aktionen hat. Ich werde weiter mit ihm sprechen, damit er auch die Verstärkung wird, die wir uns erhoffen. Bei Bernard genauso. Er ist noch ungestüm und erkennt die Situation noch nicht so richtig. Er haut sich rein und schießt unendlich hart, aber nicht platziert. Man muss bei beiden abwarten. Auch bei Raman hat es länger gedauert.

Morgen lesen Sie den zweiten Teil.

Mehr von Westdeutsche Zeitung