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Anna Pauline Saßerath: „Wenn alle feiern, gehe ich trainieren“

Anna Pauline Saßerath: „Wenn alle feiern, gehe ich trainieren“

Anna Pauline Saßerath hat die Wahl „Sportler des Jahres 2014“ gewonnen. Ihre Brüder waren ihre Vorbilder, um Triathletin zu werden. Das ist ihr eindrucksvoll gelungen — mit gerade einmal 16 Jahren.

Krefeld. Lange überlegen musste Anna Pauline Saßerath nicht, als sie sich sehr früh für ihre Sportart entschied. „Was meine großen Brüder können, will ich auch.“ Das war ihr Leitspruch. Nach diesem Motto begann die gebürtige Uerdingerin im Alter von fünf Jahren mit dem Triathlon. Laufen, schwimmen, Rad fahren — gegen die Zeit und später auch gegen unerbittliche Konkurrenz.

Eigentlich haben Kinder in diesem Alter noch andere Dinge im Kopf. Saßerath aber stürzte sich in ihren ersten Wettkampf. Ihre Brüder, das sind die fünf Jahre älteren Philipp und Maximilian, waren ihre Vorbilder. Auch die Eltern gingen voran, betrieben Reitsport und Triathlon.

Man merkt schnell, dass Saßeraths Leben sportlich getaktet ist. 16 Jahre alt ist sie, besucht die elfte Klasse des Gymnasiums am Stadtpark in Uerdingen. Als Leistungskurse belegt sie Biologie und Pädagogik. Später will sie mal mit Kindern Bewegungserziehung machen. Nach der Schule geht es nach Hause nach Traar, dann bleibt nicht mehr viel Zeit, bis das Training beginnt. Wochentags einmal, am Wochenende zwei Einheiten am Tag, wenn nicht irgendwo Wettkämpfe stattfinden.

„Es ist ein bisschen stressig. Viel Freizeit bleibt da nicht. Wenn ich Zeit habe, treffe ich mich gerne mit Freunden oder entspanne“, sagt sie. Man könnte eher sagen: Sie ruht sich aus. Ihre große Leidenschaft, da muss man nicht nachfragen, ist der Triathlon. „Wenn andere feiern, gehe ich eben trainieren“, sagt Saßerath mit einem Zwinkern. Klar: In ihrer Klasse zählt sie zu den Fittesten. „Manche bewundern das. Sie sagen dann: Man, du bist ja so sportlich“, erzählt die 16-Jährige.

Sie klingt ein wenig verlegen, wenn sie das so erzählt. Man kann es sich gut vorstellen, wie aufwendig ihre tägliche Arbeit für den Sport ist. In ihrem Verein, dem SC Bayer Uerdingen, erstellt Matthias Epping ihre Trainingspläne und gestaltet die Übungen. Ihr Schwimmtrainer ist Javier Godoy. Fürs Radfahren, ihrer stärksten der drei Disziplinen, coacht sie ihr Bruder Philipp.

Dreimal in der Woche geht es ins Schwimmbecken, einmal wird gelaufen, einmal Rad gefahren. Zudem steht noch Individualtraining an — Kraft und Stabilität dürfen nicht zu kurz kommen. Das Training macht sich bezahlt. Die Erfolge im vergangenen Jahr sprechen für sich. Auszüge eines emotionalen Jahres: im Cross-Triathlon Vizeweltmeisterin der Junioren in Zittau, zudem NRW-Meisterin im Duathlon (Laufen, Rad) und mit der Mannschaft Bronze bei der Triathlon-DM in Grimma. Erste Plätze zudem beim NRW-Nachwuchs-Cup. Zu ihrem größten Erfolg, dem WM-Silber, sagt sie: „Es war nicht abzusehen, dass es so gut laufen würde.“

Schon in diesem Jahr will sie es erneut versuchen. Bei der WM auf Sardinien im September. Im April steht aber erst einmal der Cross-Duathlon in Schleiden in der Eifel an. Acht Kilometer laufen, 20 Kilometer Rad fahren auf dem Mountainbike und nochmals vier Kilometer laufen. Es gibt wahrlich nicht viele Jugendliche, die sich dem Sport so hingeben, die sich so schinden wie Anna Pauline. Vielleicht auch deshalb haben die Leser die junge Triathletin zur Sportlerin des Jahres gewählt.