Duisburgs neuer Boss Michael Preetz: MSV Duisburg: „Wir wissen, dass es an ein Wunder grenzen würde"

DUISBURG · Die Fans beim MSV Duisburg haben resigniert. Was bedeutet das für einen Neuaufbau?

Michael Preetz (r.), war vor seiner Zeit Geschäftsführer bei Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga. Jetzt droht die Regionalliga.

Michael Preetz (r.), war vor seiner Zeit Geschäftsführer bei Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga. Jetzt droht die Regionalliga.

Foto: dpa/Andreas Gora

Symptomatischer hätte das Kellerduell zwischen dem MSV Duisburg und dem SV Waldhof Mannheim am vergangenen Freitagabend nicht abgebildet werden können. Beide Treffer beim 1:1 resultierten aus slapstickartigen Eigentoren. Angst beim SV Waldhof, Verkrampfung beim MSV. Am Ende half das Remis nur den Gästen aus der Quadratestadt, die im Kampf gegen den Abstieg ihren Acht-Punkte-Vorsprung auf die „Zebras“ verteidigen konnten. „Es ist extrem schwierig, gegen eine Mannschaft, für die es um alles geht. Der MSV brauchte den Sieg unbedingt, für ihn werden die Spiele immer weniger. Ich hoffe, er schafft den Klassenerhalt wie wir auch. Jeder weiß, dass ich Vereinen aus dem Ruhrgebiet die Daumen drücke“, sagte Mannheims in Unna geborener Trainer Marco Antwerpen.

Doch alles Daumen drücken dürfte nicht helfen. Da auch Arminia Bielefeld beim 1:1 gegen Rot-Weiß Essen einen Zähler verbuchte, beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer für den MSV fünf Spiele vor dem Saison-Ende weiterhin acht Punkte. Jetzt allerdings sind halt lediglich noch deren 15 zu vergeben. Das Restprogramm mit Spielen beim FC Ingolstadt (10.), gegen den SV Sandhausen (6.), beim VfB Lübeck (19.), gegen Erzgebirge Aue (9.) und bei Dynamo Dresden (3.) sowie die aufsteigende Form der beiden unmittelbaren Konkurrenten aus Mannheim und Bielefeld lassen den Glauben an den Klassenerhalt eigentlich nicht mehr zu. „Wir wissen, dass es an ein Wunder grenzen würde“, sagte Mittelfeldspieler Thomas Pledl.

Auch bei den Fans war Resignation zu spüren, nach dem Mannheimer Ausgleich sprang kein Funke mehr von den Rängen auf den Rasen über. Als die Spieler nach dem Abpfiff vor die Kurve ihrer treuen Anhänger schritten, gab es von dort nur ganz vereinzelt Pfiffe.

Selbst der noch recht neue Sport-Geschäftsführer Michael Preetz (56) blickte bereits über die wohl vorerst letzten fünf Drittliga-Auftritte des MSV hinaus. „Der MSV hat ein treues Umfeld. Die Menschen sind Kummer gewohnt und besitzen eine große Hingabe für ihren Verein. Hier lässt sich einiges bewegen, auch wenn die Absprungfläche mit dem potenziellen Abstieg in die Viertklassigkeit natürlich schon eine große ist“, meinte der gebürtige Düsseldorfer. Derweil wird der in der Kritik stehende Präsident Ingo Wald (66) gegenüber den Mitgliedern die Vertrauensfrage stellen, will bei den anstehenden Neuwahlen jedoch erneut kandidieren.

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