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Online-Apotheke: 5 Fragen zum Thema

Online-Apotheke : Online-Apotheke: 5 Fragen zum Thema

Der Handel mit Medikamenten im Internet boomt. Tatsächlich kaufen rund zwei Drittel aller Apotheken-Kunden auch online ein. Sie tun es, weil es günstiger ist und schnell geht.

Die Einkaufsbereitschaft bezieht sich dabei in erster Linie auf nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel. Wenn es aber um rezeptpflichtige Medizin geht, führt der Weg in der Regel in die Apotheke vor Ort. Sind Online-Apotheken immer billiger und warum können sie so günstige Preise machen? Diese und andere Fragen beantwortet der Beitrag.

1. Was sind Versandapotheken?

Hinter einer Versandapotheke aus Deutschland steckt eine Vor-Ort-Apotheke, die ihr Geschäft um den Onlineversand ausgebaut hat. Es handelt sich um eine Apotheke, die Mitglied in der Apothekerkammer ist und eine zusätzliche Versanderlaubnis nach § 11 Apothekengesetz vorweisen kann.

2. Wie lässt sich eine seriöse Versandapotheke identifizieren?

Verbraucher sollten auf der Website zuerst ins Impressum schauen. Dort müssen vollständige Kontaktdaten angegeben sein. Dazu gehören Adresse und Festnetz-Telefonnummer, aber auch der Name des vertretungsberechtigten Apothekers, die zuständige Aufsichtsbehörde und Apothekerkammer, die Versandhandelslizenz, gegebenenfalls die Handelsregisternummer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Eine Versandapotheke wird in das Register des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) eingetragen, das können Verbraucher ebenfalls prüfen. Ein entsprechender Nachweis sollte auf der Website vorzufinden sein.

Nicht zuletzt zeichnet sich eine seriöse Versandapotheke dadurch aus, dass sich Kunden persönlich beraten lassen können. Die Beratung kann dabei telefonisch, per E-Mail oder Chat oder auf dem konventionellen Postweg erfolgen. Schauen sich Interessenten auf der Seite der Apotheke sanicare.de um, werden sie diese und darüber hinausgehende Angebote finden. Die Hotline für Service und Beratung ist unter einer Festnetznummer erreichbar, hinter der sich das Team des Apothekers Christoph Bertram verbirgt. Kurzum: Das Angebot ist digital, das Fachwissen und die Kundenorientierung ist analog in den Köpfen der Mitarbeiter und des verantwortlichen Apothekers verankert.

Persönliche Beratung per Chat oder Telefon sind in Online-Apotheken üblich. Foto: pixabay.com

Tipp: Bestellungen lassen sich in einer Onlineapotheke nicht nur über die Internetseite in Eigenregie vornehmen, sondern auch telefonisch erledigen. So können besonders kritische Kunde sich von der Seriosität des Angebots und des dahinter stehenden Teams persönlich überzeugen

3. Warum sind Präparate in Online-Apotheken günstiger?

Für rezeptfreie Präparate gibt es generell keine Preisbindung. Deshalb können Anbieter den Verkaufspreis selbst bestimmen. Der Preis wird unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren festgelegt. So spielen zum Beispiel die Fixkosten, die Einkaufspreise und individuelle Bonussysteme eine Rolle. Unter die Fixkosten fallen zum Beispiel die Ladenmiete und Personalkosten. Diese Fixkosten gestalten sich jeweils individuell. So hat eine Apotheke mit einer hohen Miete für Verkaufsflächen in der Kölner City einen wesentlich höheren Kostenapparat, als eine Landapotheke, die sich im Erdgeschoss eines Hauses in Buxtehude befindet, das dem Apotheker gehört.

Die Einkaufspreise für rezeptfreie Präparate können ebenfalls Einfluss auf den Verkaufspreis nehmen. Kaufen Apotheker große Gebinde ein, profitieren sie vom Mengenrabatt. Diesen Preisvorteil können sie anteilig an ihre Kunden weitergeben. Bonussysteme, wie zum Beispiel Gutschriften und Treuepunkte ab einer bestimmten Bestellsumme binden Kunden. Sorgen Stammkunden zudem mit einer Empfehlung für einen neuen Kunden und damit für wachsenden Umsatz, profitieren sie ebenfalls davon. Auf diese Weise können sie weitere Preisvorteilen erreichen.

In einer Online-Apotheke kaufen Kunden oft mehr ein, als sie eigentlich wollten. Durch margenstarke Cross-Selling-Produkte, also Produkte, an denen die Apotheke gut verdient, Werbeeinblendungen und Empfehlungen wandert manchmal mehr in den virtuellen Einkaufskorb. Die Masse machts! Je mehr Kunden einkaufen, desto bessere Umsätze erzielt die Online-Apotheke. Sie dankt es ihren Kunden oftmals mit günstigeren Preisen und Rabatten.

4. Sind Medikamente in der Internet-Apotheke immer günstiger?

Die Präparate in einer Online-Apotheke sind meistens, aber nicht immer günstiger. Wie oben beschrieben bestehen bei nicht rezeptpflichtigen Produkten aus dargelegten Gründen hohe Chancen, dass online ein besserer Preis angeboten wird als in einer Apotheke vor Ort.

Aber rezeptpflichtige Medikamente unterliegen einer bundeseinheitlichen Preisbindung. Ein rezeptpflichtiges Medikament kommt mit einem bestimmten Ausgangspreis vom Hersteller. Auf den Herstellerpreis werden feste Zuschläge gerechnet, die für den Großhandel und die Apotheke gelten. Obendrauf kommt die Mehrwertsteuer. In der Summe ergibt sich der Endverkaufspreis, der in allen deutschen Apotheken identisch ist, auch beim Online-Angebot. Die Preisbindung gilt ebenfalls für ausländische Apotheken, die rezeptpflichtige Medikament auf dem deutschen Markt anbieten. Der Streit darum, ob rezeptpflichtige Präparate überhaupt online vertrieben werden dürfen spaltet weit im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 nach wie vor die Gemüter.

Das Preisbindungsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) soll identische Leistungen und einheitliche Kosten garantieren. Dadurch können sich Patienten und Krankenkassen darauf verlassen, nirgendwo zu viel für ein Medikament zu bezahlen. Gleiches Recht für alle – so könnte man es auf den Punkt bringen. Für Apotheken ist die Preisbindung ein wichtiger Grundpfeiler, der sie vor kritischen Preiskämpfen schützt. Stattdessen verlagert sich der Wettbewerb auf die Qualität ihrer Dienstleistung. Gute Beratung und schnellste Bereitstellung sind beispielsweise positive Merkmale, von denen Patienten profitieren.

5. Wie funktioniert der Bezug eines rezeptpflichtigen Medikaments aus der Online-Apotheke?

Wie oben beschrieben handelt es sich bei einer deutschen Online-Apotheke um den digitalen Zweig einer Vor-Ort-Apotheke. Entsprechend gleich sind die Vorschriften, denen sie genügen muss. Jedes rezeptpflichtige Medikament wird nur herausgegeben, wenn das Rezept eingereicht wird.

Achtung: Sollte eine Apotheke die Herausgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten ohne Einreichung eines Rezepts ermöglichen, sind Zweifel an der Seriosität angebracht. Dieses Vorgehen wäre illegal und außerdem besteht die Gefahr, dass Kunden ein gefälschtes Präparat erhalten.

Um ein rezeptpflichtige Medikament von einer Online-Apotheke zu bekommen muss aktuell noch das Originalrezept per Post eingesandt werden. Liegt das Rezept vor, geht das Medikament auf die Reise. Es ist realistisch, dass es schon bald Alternativen zu diesem Ablauf gibt, denn das Bundesministerium für Gesundheit konstatiert auf bundesgesundheitsministerium.de, dass das E-Rezept kommt. Basis für diesen digitalen Vorstoß ist das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV). Dahinter steckt folgendes Konzept:

Lassen sich Patienten von einem Arzt online beraten, zum Beispiel über eine Videosprechstunde, kann der betreffende Arzt online ein Präparat verschreiben. Dieses kommt nicht auf dem Postweg, sondern digital in Form eines E-Rezepts. Patienten können dieses E-Rezept in jeder beliebigen Apotheke einlösen, auch in einer Online-Apotheke. Das Medikament wird direkt nach Hause geschickt. Ein großer Vorteil dieses neuen Ablaufs ist, dass weitere digitale Anwendungen an das E-Rezept gekoppelt werden können. Beispielsweise lässt sich so eine automatisierte schnelle Prüfung der Wechselwirkungen vornehmen.

Das Konzept des E-Rezepts spart Papier, Zeit und Geld und schont die Umwelt, deshalb soll es auch bei herkömmlichen Arztbesuchen in der Praxis vor Ort Anwendung finden. Patienten dürfen aber entscheiden, ob sie nicht lieber doch ein Papierrezept haben wollen.