Ratgeber Achtsam leben: Lebenstrends für mehr Nachhaltigkeit und weniger Konsumstress

Leben in einer Konsumgesellschaft bedeutet Stress und jede Menge Verschwendung. Gegenkonzepte nutzen Vorhandenes und verzichten auf einen vollgepackten Wohnraum.

Achtsam leben: Lebenstrends für mehr Nachhaltigkeit
Foto: pexels.com/Mikhail Nilov

Nebenbei sparen die folgenden fünf Lebenstrends auch Geld und Energie zugunsten einer entlasteten Umwelt.

Trend Eins: Slow living statt überladener Einrichtung

Slow living ähnelt bei der Wohnungseinrichtung dem Minimalismus. Es stehen nur notwendige Schränke, Sitzmöbel oder Tische in den Innenräumen. Die Terrasse ist weitläufig, sinnvoll in Etagen begrünt und somit der ideale Platz zum Entspannen. Außer dem Vorteil von mehr Bewegungsfreiheit bietet dieses Lebenskonzept auch Zeitersparnis durch geringeren Putzaufwand. Zu üblichen Renovierungszeiten sind die wenigen Gegenstände viel schneller umgeräumt, gleichzeitig Kosten für Neukauf oder Möbelersatz gespart. Die Umwelt bedankt sich, weil weniger Ressourcen für neue Einrichtungsgegenstände verbraucht werden.

Trend Zwei: Secondhand statt Neukauf

Der Aufwand, zum Beispiel für die Herstellung von Matratzen, ist bei Technologien wie Federkern oder Schaumkern erheblich. Einige Hersteller bieten Neumodelle zum Probeschlafen an. Nach zwei- bis zweieinhalb Monaten kommen einige vom Test gebraucht zurück. Das ist nicht schlimm, denn jetzt wird die Matratze desinfiziert und aufbereitet. An der Schlafqualität ändert sich dabei nichts, allerdings am Preis. Die Hersteller tragen mit diesem Secondhand-Konzept zu weniger Ressourcen- und Energieverbrauch bei. Käufer profitieren von getesteter und langfristig guter Matratzenqualität.

Trend Drei: Slow Fashion statt Wegwerfmode

Auch die Modeindustrie entschleunigt mit dem Konzept der Slow Fashion das Konsumverhalten von Menschen. Angeboten werden nachhaltige Produkte aus Naturmaterialien und Secondhand-Verkauf aufbereiteter Textilien. Das Potenzial für Geldbeutel und Umwelt ist weltweit erheblich. Es geht für Konsumenten nicht nur darum, seltener neue Outfits anzuschaffen. Für maximalen Effekt der Nachhaltigkeit bleiben die Stangen und Ablagefächer im Kleiderschrank auch leerer. Wenige Einzelstücke werden so gekauft, dass sie sich möglichst vielseitig zu immer neuen Looks kombinieren lassen.

Trend Vier: Upcycling statt Recycling

Auch in einem nachhaltigen Lebenskonzept landen manche Gegenstände irgendwann im Keller, auf dem Dachboden oder im Gartenschuppen. Viele dieser Dinge müssen weder weggeworfen noch dem Recycling zugeführt werden. Mit kreativen Ideen lassen sie sich zweckentfremden. Dadurch bekommen sie ohne zusätzlichen Kostenaufwand eine neue Verwendung. Ein altes Holzbrett, durchbohrt und an eine Wandlampe geschraubt, macht aus der Nische im Flur gleich einen einzigartigen Wohnbereich. Ausgediente Gummistiefel taugen immer noch mit Blumenerde und Hanfkordel als Pflanzkübel für Balkon-Hängepflanzen.

Trend Fünf: Slow cooking statt schneller Küche

Grundsätzlich bezeichnet in der Fachsprache »Slow cooking« das Garen von Speisen bei langen Garzeiten und niedrigen Temperaturen. Dies lässt sich für die private Küche ebenfalls zelebrieren, sogar noch energie- und somit kostensparender. Gemüse beispielsweise wird für schonendes Garkochen im Topf bis zum Siedepunkt erhitzt. Steigen die Bläschen auf, kann die Herdplatte abgeschaltet werden. Ein dickes Tuch deckt nun Topf und Inhalt ab. So setzt sich der Garprozess ohne weiteren Energieverbrauch für wenigstens eine halbe bis ganze Stunde fort. Die Köche können sich inzwischen ohne Sorge um den Gargrad anderen Tätigkeiten widmen.

Fazit:

Langsamer leben, weniger Dinge besitzen und bewusst mit Energie umgehen, bedeuten Nachhaltigkeit durch Ressourcenschonung. Menschen dieses Lebenskonzepts können entschleunigen und sind weniger den Trends in einer Konsumgesellschaft unterworfen. Neben der Kostenersparnis im Einzelnen tragen viele kleine Lebensänderungen auch zur Entlastung der Umwelt von Schadstoffen und Raubbau bei.

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