Radverkehr: Achse Trasse — City nimmt langsam Form an

Stadtentwicklung : Radweg von der Trasse zur City nimmt Form an

Der Wall bekommt eine eigene Spur für den gegenläufigen Radverkehr. Gratis-Autoparkplätze fallen weg.

Eine Verbindung für Fahrradfahrer von der Nordbahntrasse zum Hauptbahnhof — ein Wunsch, den die Radfahrlobby, aber auch die Politik schon vor längerer Zeit geäußert hat. Ein Wunsch, der langsam Realität wird: Bis Februar soll der Wall als Einbahnstraße zwischen Neumarkt und Schlossbleiche für den gegenläufigen Radverkehr freigegeben werden. Bis dahin sollen Markierungen und Beschilderung abgeschlossen sein, so Dirk Lange vom Fachressort der Stadt. Abhängig sei das noch von der Witterung.

Die Freigabe sei überfällig, sagt Klaus Lang vom ADFC. „Seit Jahren reden wir darüber. Sonst brauchen wir die Neue Friedrichstraße auch nicht als Fahrradstraße“, betont er. Auch Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt freut sich. „Der Wall ist ein wichtiger Baustein für eine der wichtigsten Radverkehrsverbindungen der Stadt: Der Anbindung der Nordbahntrasse mit der Elberfelder Innenstadt.“ Die Freigabe jetzt sei für die IG „ein wichtiger Schritt um die Elberfelder Innenstadt besser mit dem Rad erschließbar zu machen“.

Markierungen und Beschilderung müssen geändert werden

Es ist kein Umbau des Walls, betont Dirk Lange, und mit 4900 Euro fallen die Kosten auch eher gering aus. Und man wolle auch nicht den Planungen der Qualitätsoffensive Innenstadt vorgreifen. Doch für Radfahrer wird es eine enorme Erleichterung: Sie müssen, um in Richtung Döppersberg zu kommen, nicht mehr über Gathe und Morianstraße — unter Radlern eher unbeliebt — fahren. Und in Verbindung mit der Neuen Friedrichstraße, die bekanntlich bis 2022 Fahrradstraße werden soll, gebe es dann die Achse vom Bahnhof in die City. Die Friedrichstraße soll voraussichtlich bereits in diesem Jahr freigegeben werden.

Foto: klxm

„Wir denken, dass das positiv angenommen wird“, ist Lange überzeugt. Dabei werden auch die Seitenstreifen neu geordnet. Ein Ergebnis: Der bislang auf der westlichen, also linken Seite hauptsächlich für den Lieferverkehr genutzte Streifen wird aufgegeben — dort führt dann die Fahrradspur lang. Wegfallen werden damit auch die zu bestimmten Zeiten gratis angebotenen Plätze für Autos. „Sie waren ohnehin nur ein Überbleibsel aus der B7-Öffnung“, so Lange. Dass man mitten in der City umsonst parken konnte, war zudem oft kritisiert worden. „Es gibt schließlich genug Alternativen drumherum“, sagt Lange und nennt beispielsweise die Parkhäuser. Die kosten natürlich, aber das sei nun mal im Konzept zur Parkraumbewirtschaftung der Stadt auch vorgesehen. Im Einvernehmen mit dem Beirat für Menschen mit Behinderung wurden die Schwerbehindertenparkplätze auf die östliche Seite verlegt.

Die Taxizentrale
äußert Kritik

Weniger Platz als vorher werden nach der Ummarkierung des Walls die Taxifahrer haben. Nur noch zehn statt 15 Meter am Neumarkt, was grob zwei Stellplätze ausmachen dürfte. Gespräche zum Beispiel mit der Taxizentrale habe es allerdings nicht gegeben, ist deren Geschäftsführer Nico Höttges sauer. Denn die Reduzierung habe Folgen. Zwar hätten laut Stadt „stichprobenartige Zählungen“ ergeben, dass der Bereich größtenteils mit Taxis nicht ausgelastet sei. Da aber in Zukunft die Taxi-Stellplätze im südlichen Bereich zu bestimmten Zeiten auch für den Lieferverkehr freigegeben werden, sieht Höttges sehr wohl Probleme auf die Fahrer zukommen. Zudem mahnt er, dass durch den Wegfall des westlichen Seitenstreifens das „Rauslassen“ von Fahrgästen an den Arztpraxen am Wall nicht mehr möglich sei. Man wolle deshalb noch mal den Kontakt mit Stadt und Politik suchen, sagt Höttges, der kritisiert, dass die Taxizentrale nicht in die Planung eingebunden war. Die Stadt hatte gegenüber der WZ allerdings darauf verwiesen, dass die Vorlage zu der Planung, die in der Bezirksvertretung Elberfeld im November abgesegnet worden war, ja öffentlich einsehbar war.

Doch auch Matthias Zenker von der Elberfelder Händlergemeinschaft IG 1 waren die Pläne der Verwaltung relativ neu. Grundsätzlich müssten sich die Städte Gedanken zum Thema Umwelt machen. „Das ist richtig so“, betont Zenker. Die Achse Nordbahntrasse — City sei wichtig, um mehr Radfahrer in die Innenstadt zu bekommen. Schon jetzt seien die Fahrradständer gut nachgefragt. Den Wegfall von Parkplätzen sieht er aber kritisch. „Wuppertal ist keine prägnante Fahrradstadt und nicht vergleichbar mit Köln oder Münster.“ Klaus Lang vom ADFC hält jedoch dagegen. Es gebe Untersuchungen, wonach Fahrradfahrer mehr Kaufkraft in eine City bringen als Autofahrer.