Friedrichstraße in Wuppertal: Stadt hat Anbindung an die City im Blick

Wuppertal : Lösungen für die Friedrichstraße

Qualitätsoffensive: Bis konkret gehandelt wird, dauert es noch.

Gut 40 Millionen werden bis 2026 in die Entwicklung der Elberfelder Innenstadt gesteckt (die WZ berichtete). Auf der Karte, auf der die Verwaltung ihre Einzelprojekte aufgeführt hat, tauchen auch zwei auf, die sich mit dem nördlichen Ausläufer der City befassen: zum einen einmal ein Konzept für die Rathaus-Galerie und deren Umfeld, zum anderen die Neugestaltung des Karlsplatzes. Zudem wird auch die Umgestaltung der Friedrichstraße und die Anbindung des Elberfelder Zentrums an die Nordbahntrasse ein Thema sein. „Das sind wichtige Punkte“, erklärt Mathis Günther von der Stadt.

Immer wieder war diskutiert worden, inwieweit die Neumarktstraße eine Barriere in Richtung Norden ist: Einige Einzelhändler erklärten, dass so auch wenig Laufkundschaft noch in die Friedrichstraße käme. Doch die Meinungen sind geteilt. Die Idee, die Neumarktstraße teilweise autofrei zu machen, stößt auch auf Widerstand bei Geschäftsleuten. So verliere man Kunden, lautet die Kritik.

Die Situation an der Friedrichstraße sei zudem auch abhängig von der Rathaus-Galerie. Anders, als oft kolportiert wurde, hat es dort keinen Eigentümerwechsel gegeben. Allerdings ist seit einigen Monaten ein neues Management tätig, wie Günther bestätigt. Das arbeite auch an einem Konzept, über konkrete Details könne er aber auch nichts sagen. „Wir müssen ihnen leider noch Zeit geben“, sagt Günther. Auch gegenüber der WZ wollte sich das neue Centermanagement nicht äußern.

Der Karlsplatz ist keine leichte Aufgabe für die Stadt

Dass öffentlich nichts bekannt wird, sorgt für Diskussionen. Ins Auge fallen die vielen Leerstände, in der Galerie selbst und auch zur Friedrichstraße. Von der „Entmietung“ ist die Rede. Dazu passe, so Kritiker, auch die Situation am Karlsplatz. Der ist zwar Bestandteil der Qualitätsoffensive, Günther räumt allerdings ein, dass das keine leichte Aufgabe werden wird. Die Stadt könne da allein nicht tätig werden. Man müsse mit dem Eigentümer reden. Ideen, wie der Platz temporär oder dauerhaft belebt werden könnte, gibt es auch bei der Stadt einige. Ein Wochenmarkt, ein Weihnachtsmarkt oder auch eine Eislaufbahn, nennt Günther einige. Wobei die Marktbeschicker schon mehrfach ihren Widerstand kundgetan hatten, vom Neumarkt wegzuziehen. Aktuell sei der Karlsplatz aber „einfach ungenutzt und sogar ein Angstraum“, erklärt Günther. Er locke schwieriges Klientel an, dagegen zu steuern sei nicht einfach. Ohne den Eigentümer gehe da nichts.

Doch nicht nur beim Thema Rathaus-Galerie und Karlsplatz sind keine schnellen Lösungen zu erwarten. Auch was die verkehrliche Neugestaltung von Wall, Neumarkt & Co. angeht, wird es dauern. Zunächst wird es eine Mobilitätsuntersuchung für Elberfeld geben. Was wann baulich passiert, stehe noch genau fest, so Günther. Es ginge um Absprachen. Die ganze City in eine Baustelle zu verwandeln, werde ganz sicher nicht passieren. „Wir müssen eine funktionierende Innenstadt gewährleisten können.“

Schneller könnte zumindest die Anbindung an die Nordbahntrasse passieren. Der Umbau der Neuen Friedrichstraße läuft bereits. Sie soll bekanntlich Fahrradstraße werden. Laut Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD) habe es bislang auch deutlich weniger Kritik gegeben als erwartet, „von wegen, dass immer nur etwas für den Radverkehr getan wird“. Die Friedrichstraße im unteren Bereich sei ja vor Jahren schon umgestaltet worden. „Da muss nichts mehr passieren“, meint Vitenius. Eine wichtige Stelle sei aber der Kreuzungsbereich Friedrich- und Karlstraße. „Da fordern wir von der Stadt ein Konzept“, so der Bezirksbürgermeister. est