Reitverein ist nicht mehr Betreiber

Reitsport : Reitverein ist nicht mehr Betreiber

Die Reitschule und der Pensionsbetrieb am Dorner Weg in der Gelpe werden jetzt privat geführt.

Weihnachtsreiten und Tannenbaumspringen - das Programm beim Wuppertaler Reit- und Fahrverein in diesen Tagen war das gleiche wie in den Vorjahren - und gut besucht. Doch hat sich beim Verein und auf der Anlage am Dorner Weg in der Gelpe Grundlegendes geändert. Seit 1. September führt der Verein nicht mehr den Wirtschaftsbetrieb (Reitschule und Pferdepension), wie er das als einer von wenigen in Deutschland noch getan hatte. Neuer Betreiber ist die Bergische Reitsportakademie Gelpe GmbH & Co. KG unter der Leitung von Michaela Aghasadeh.

„Die Betriebsübernahme kam schneller als gedacht“, sagt Michaela Aghasedeh, selbst seit Jahren Vereinsmitglied. Sie will mit ihrem Mann auch als Investorin auf der Anlage auftreten und hatte eigentlich geplant, den Betrieb erst dann zu übernehmen, wenn alle Planungen in trockenen Tüchern sind. Der Kaufvertrag mit der Vorwerk’schen Grundstücksverwaltung, die Eigentümer des Grundstücks und auch der Reithalle ist und die Pläne sehr begrüßte, ist bereits unterschrieben. Er hat aber zwei aufschiebende Bedingungen. Das ist eine Finanzierungszusage der Bank und eine Baugenehmigung. Gerade werde noch am Businessplan gefeilt, um dann mit konkreteren Vorstellungen zu den Ämtern gehen zu können, bei denen man vor einem Jahr schon vorgefühlt hatte.

Seitdem ist viel geschehen. Zwischendurch hatten Michaela Aghasadeh und ihr Mann ihre Investitionsvorschläge zurückgezogen, weil der ehemalige Vorstand ein eigenes Konzept für die sanierungsbedürftige Anlage vorgelegt hatte. Dann war der Vorstand zurückgetreten, und Rainer Schmitt-Sasse, davor langjähriger Vorsitzender und jetzt wieder in der Verantwortung, hatte die Aghasasdehs sozusagen zurückgeholt.

Verein stand vor
der Insolvenz

„Wir standen vor der Insolvenz, davor hat uns Frau Aghasadeh im September durch die Betriebsübernahme bewahrt“, sagt Schmitt-Sasse. Dadurch, dass der Verein sein bewegliches Inventar wie Trecker, Hindernisse und Gerätschaften habe verkaufen können, habe man Verbindlichkeiten bezahlen können.

In dem jetzigen Vorgehen sieht er die einzige Möglichkeit, auf Sicht den Sanierungsstau zu beheben und zu einer zukunftsfähigen Anlage in dieser tollen Lage zu kommen, auf der auch der Verein seine Heimat behalten könne. „Alles ist auf einem guten Weg, aber noch nichts spruchreif“, sagt er.

Schulbetrieb läuft, Ponyreiten
ist neu dazugekommen

Inzwischen laufe auch der Schulbetrieb wieder sehr gut. Michaela Aghasadeh kümmert sich als Reitlehrerin um die Fortgeschrittenen, hat dazu von ihrer ehemaligen Ponyreitschule aus Schwelm neben den Tieren auch Reitlehrerin Tanja Oberheidt mitgebracht und eine der früheren Reitlehrerinnen aus der Gelpe übernommen. „Wir haben gut zu tun und bekommen täglich neue Anfragen, auch wenn ich noch gar nicht dazu gekommen bin, eine Homepage zu erstellen und Werbung zu machen“, sagt die neue Chefin.

Wann es auf der Anlage wieder Turniere geben kann, hänge auch davon ab, wann und wie zügig sich Umbauvorhaben realisieren ließen. „Bis September hätten wir Turniere für dieses Jahr anmelden müssen, aber da war die Lage noch zu unsicher“, sagt Rainer Schmitt-Sasse.

Er hat nach Jahren nun auch wieder ein eigenes Pferd und das in der Gelpe untergestellt. Aktuell sind dort die derzeit 49 Boxen gut ausgelastet, auch wenn einige Mitglieder um den alten Vorstand den Verein und die Anlage verlassen haben. Andere kamen zurück und setzen auf eine gute Zukunft. In der es natürlich auch wieder Turniere geben wird.

(gh)