1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Nun ist auch der Kulturausschuss Wuppertal über die Zentralbibliothek bestürzt

Sanierung : Große Lösung für die Zentralbibliothek gesucht

Nun ist auch der Kulturausschuss bestürzt und hofft auf Lösungsvorschläge vor der Sommerpause.

Die Zentralbibliothek in Elberfeld ist in unhaltbarem Zustand – seit Längerem. Das wurde Anfang März bei einem Ortstermin von Bezirkspolitikern deutlich (WZ berichtete), das wurde am Mittwoch dem Kulturausschuss vor Augen geführt. Der wiederum stand nun gemeinsam mit der Verwaltung vor dem Rätsel, weshalb es so weit hatte kommen können und besagter Zustand nicht früher thematisiert und behoben worden ist.

Bibliotheksleiterin Cordula Gladrow sparte nicht mit drastischen Worten, betonte zugleich die wichtigen Aufgaben der Einrichtung, die heute weniger mit Buchaufbewahrung und -verleih und mehr mit Interaktion in vielfältiger Weise zu tun haben. Das alles in einem Gebäude, das für die Bedürfnisse gebaut wurde, die vor hundert Jahren herrschten, weshalb es statische Probleme gibt, Barrierefreiheit fehlt, das Gebäude einfach fachlich nicht mehr geeignet ist. Zwar sei in den vergangenen Jahren immer wieder punktuell saniert worden. Es gibt zum Beispiel eine neue Fassade und neue Fenster, dahinter aber herrschen Be- und Entlüftungsprobleme, existieren dysfunktionale Wasserrohre, bilden sich Schimmel und Rost. „Die Kernbereiche sind in den letzten fünf Jahren im laufenden Betrieb saniert worden, aber immer nur anlassbezogen“, so Gladrow. Ihr Fazit: außen hui, innen pfui.

Der Kulturausschuss reagierte betroffen, erinnerte sich nicht, das Thema jemals so vor Augen geführt bekommen zu haben. Das könne er auch nicht, beschied Kulturdezernent Matthias Nocke, weil es immer nur um punktuelle Betrachtungen gegangen sei. Gefragt, ob sich eine Sanierung überhaupt noch lohne oder eher ein Neubau angeraten sei, verwies er ausweichend auf das Stadtarchiv, für das der Stadtkämmerer vorschlägt, Räume anzumieten. Man einigte sich schließlich darauf, abzuwarten, was das GMW bis zur Sommerpause an Lösungsvorschlägen erarbeiten kann. mws