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Jana Voosens neuer Roman: Liebeszauber mit Nebenwirkungen

Jana Voosens neuer Roman: Liebeszauber mit Nebenwirkungen

Zwei Frauen kämpfen um einen Mann: Jana Voosen schreibt über „Zauberküsse“.

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p class="text"><strong>Wuppertal. Luzie trägt ihr Herz auf der Zunge. Kein Wunder, dass sie "Zauberküsse" verdient hat. Bis Magierin Madame Thekla das Liebesleben der 31-Jährigen mit viel Hokuspokus zum Guten wendet, ist es allerdings wie verhext. Denn Gregor, die große Liebe der Kellnerin, serviert ihr nach etlichen Kissenschlachten ein Geständnis, das ihr vollends den Schlaf raubt: Der Maler ist bereits vergeben.

Luzie sieht rot und bekennt Farbe. Sie verwüstet Gregors Wohnung, küsst den Lügner aber weiterhin, verschwestert sich mit seiner Gattin und überführt ihn einer weiteren Romanze. Kurzum: Sie liebt, leidet und kämpft, wie es sensibel-starke Frauen so tun: mit ganzem Herzen.

Für das Gefühlschaos sind allerdings weder Luzie noch Gregor und schon gar nicht dessen Ehefrau Anna verantwortlich. Eine ganz andere Dame hat ihre Hände im (Liebes-)Spiel: Die Frau, die die Fäden der Dreierbeziehung zusammenhält, heißt Jana Voosen, ist genau so alt wie ihre Hauptfigur und kein unbeschriebenes Blatt in der Autorenszene.

"Zauberküsse" verspricht sie in ihrem druckfrischen Roman, und zauberhaft ist auch ihre Karriere. Drei erfolgreiche Romane hat sie bereits auf den Markt gebracht. Nun, beim vierten Streich, spielt sie ihre bewährten Stärken aus: Sie beweist Humor und ein feines Gespür für eine facettenreiche Figurenzeichnung. Auch wenn einiges vorhersehbar ist, fügen sich die Puzzleteile am Ende doch stimmig zusammen.

Die nüchterne Juristin Loretta steht ihrer Freundin, der Träumerin Luzie, die ihr eigenes Café aufmachen will, mit Rat und Skepsis zur Seite. Dass zum (guten) Schluss alle Liebes-Optimisten jubeln dürfen, sollte Mut machen. Den zeigt auch Voosen, indem sie den Spagat zwischen Schauspielerei und Schriftstellerei wagt. Die Realistin, die ihre beiden Träume verwirklicht hat, arbeitet "immer schön auf zwei Standbeinen". Zuletzt stand sie für den Hamburger "Tatort" vor der Kamera - das Ergebnis ist im Frühjahr 2008 zu sehen.

Die Wahl-Hamburgerin, die ihren ersten Auftritt beim Krippenspiel in der realen Lutherkirche hatte, ehe sie als Seriendarstellerin im fiktiven "Marienhof" (ARD) bekannt wurde, hat zwar inzwischen Wupper gegen Elbe getauscht. Wenn die "Zauberküsserin" von ihrer Heimat schwärmt, ist das trotzdem kein leeres Lippenbekenntnis: Voosen plant eine Lesung in Wuppertal.

Bis dahin arbeitet sie munter weiter. Die 31-Jährige schreibt bereits an ihrem fünften Roman - mit viel Liebe, versteht sich.