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Wuppertal grüßt den Kölner Dom: 70 Sänger gehen mit Joseph Haydn live auf Sendung

Wuppertal grüßt den Kölner Dom: 70 Sänger gehen mit Joseph Haydn live auf Sendung

Radioübertragung: Das zweite Ferienprojekt von Roland Dopfer war ein voller Erfolg.

Wuppertal. Die Aufregung ist groß bei den gut 70 Chorsängern, die nach nur einer Woche Intensiv-Proben ihr Können beweisen sollen - ist doch nicht nur die Elberfelder St.-Joseph-Kirche gut gefüllt und ein Projekt-Orchester angereist. Es geht auch das Kölner Dom-Radio zu einer Direktübertragung auf Sendung.

Daher macht der ehrgeizige Chorleiter keine Konzessionen: "Die Messe wirkt zwar volkstümlich und schwungvoll, aber sie enthält auch strenge Kontrapunktik und Teile in Polytextur. Die Stimmen setzen also unterschiedlich ein und singen verschiedene Textzeilen. Aber da ich Wert auf ein changierendes Chor-Klangbild lege, hört es sich ganz durchlässig und leicht an."

Dass dies nach so kurzer Probezeit perfekt gelingt, ist den engagierten Sängern zu verdanken. Hannelore Reker ist eigentlich im Hauptberuf die Pfarrsekretärin von St. Laurentius, hat aber Chorerfahrung. "Ich habe hier zum ersten Mal mitgemacht, es war ganz schön anstrengend, macht aber ungeheuren Spaß."

Und Gabriele Hähner fügt hinzu: "Wir haben schon nach der dritten Probe Messteile als Komplet in der Abendandacht gesungen. Man muss einfach konsequent und verlässlich sein, dann wächst das ganz schnell zusammen."

Verlassen können sich die Choristen auch auf die beiden jungen Solistinnen: Lucia Martinas (1. Sopran) und Tatjana Zeller (2. Sopran) fügen sich bestens ein, glänzen in ihren Solorollen, etwa im schönen, getragenen "Benedictus". Zusammen mit dem kleinen Projekt-Orchester, das die erste Geigerin Karin Leister aus Profi-Musikern zusammenstellte, klingen die Messteile erfreulich gut ausgelotet.

Auch die instrumentalen Zwischenparts, Sätze aus den Kirchensonaten von Wolfgang Amadeus Mozart, runden die feierliche Messe ab. "Natürlich gibt es im kommenden Jahr in der letzten Ferienwoche wieder ein Chorprojekt", verspricht Dopfer, "denn schließlich bleiben immer einige, die dann im Kirchenchor weitersingen."