Jana Voosen und die Liebe: Von Pantoffeln und Helden

Jana Voosen und die Liebe: Von Pantoffeln und Helden

Ein neuer Bestseller aus Wuppertal? Die Chancen stehen jedenfalls nicht schlecht: Die Schriftstellerin und Schauspielerin hat einen neuen Roman geschrieben.

Frau Voosen, die Heldin Ihres neuen Romans sucht ihr Liebesglück bei einer Online-Börse. Haben Sie selbst entsprechende Erfahrungen?

Jana Voosen: Nein, ich selbst habe das noch nicht ausprobiert, habe aber von diversen Freundinnen die skurrilsten, schrecklichsten, lustigsten und manchmal sogar erfolgreichen Dating-Erfahrungen mitbekommen.

Der Titel „Pantoffel oder Held?“ dürfte aus der Sicht vieler Frauen Programm sein. Worauf legen Sie selbst Wert bei einem Mann?

Voosen: Humor ist für mich eine unverzichtbare Eigenschaft. Ich finde es super, wenn man zusammen viel Blödsinn macht und das Leben nicht so ernst nimmt. Aber ich glaube, eine theoretische Liste, was man sich alles so vorstellt beim sogenannten Traummann, ist spätestens in dem Moment hinfällig, wenn es funkt. Und ich wünsche mir beim Date ja auch nicht, dass mein Gegenüber mich auf seine Vorstellungen hin abklopft, so nach dem Motto: Blond? Abi? Nichtraucher? Partnersuche ist ja schließlich kein Autokauf!

Respekt! Es gibt kein Jahr, in dem Sie kein neues Buch veröffentlichen. Woher nehmen Sie nur all die Ideen?

Voosen: Sie kommen einfach zu mir geflogen, wenn ich am wenigsten damit rechne. Und noch gehen sie mir zum Glück auch nicht aus.

Gibt es Vorgaben vom Verlag, oder haben Sie freie Hand?

Voosen: Nein, wir sprechen das schon ab. Aber bisher waren wir uns zum Glück immer sehr einig.

Gibt es Freundinnen oder Freunde, die sagen: „Ich würde gerne mal in einem Deiner Romane vorkommen. . .“?

Voosen: Das habe ich so noch nie gehört. Aber sehr wohl schon den Satz: „Jana, mir ist was passiert, da kannst du deinen nächsten Roman drüber schreiben . . .“ So eins zu eins übernehme ich natürlich nichts, aber inspirieren lasse ich mich schon, denn die besten Geschichten erfindet tatsächlich oft das Leben.

Haben Sie im Lauf der Zeit eine Routine entwickelt, so dass Sie heute weniger Zeit für das Schreiben eines Romans brauchen als früher? Oder steigen, im Gegenteil, der Erfolgsdruck und die eigenen Ansprüche, so dass Sie sich noch mehr Gedanken machen, als Sie es zu Beginn Ihrer Schriftstellerkarriere sicherlich ohnehin schon taten?

Voosen: Schneller geht es mittlerweile vielleicht, weil ich disziplinierter geworden bin. Das heißt, ich verdaddele nicht mehr so viel Zeit, bevor ich mich an den Rechner setze. Die reine Arbeitszeit ist aber die gleiche, sie ist eher noch ein bisschen länger geworden, weil ich die Geschichte mittlerweile zunächst vollständig entwickle, bevor ich damit beginne, den Roman zu schreiben. Das war bei den ersten drei Büchern noch anders. Da habe ich einfach losgelegt, ohne zu wissen, wo es hingeht.

Apropos Zeit: Hatten Sie während der Schreibphase „Pausen“, die Sie zum Drehen genutzt haben?

Voosen: Ich hatte ein paar Rollen in Serien, etwa in der „Küstenwache“. Außerdem habe ich im Wuppertal-Krimi mitgespielt.

Sie sagen es: Im Sommer kommt „King Ping“ in die Kinos. Haben Sie den Film bereits gesehen?

Voosen: Leider nicht, aber ich kann es kaum erwarten und fiebere der Premiere regelrecht entgegen.

Welche Rollen spielen Sie genau in „King Ping“?

Voosen: Ich spiele die Gerichtsmedizinerin Dr. Nicole Werner. Sie ist die ziemlich spezielle, fast schon furchterregende Ex-Freundin der Hauptfigur Clemens „King“ Frowein.

Würde es Sie reizen, auch Regie zu führen oder als Produzentin entsprechende Filmprojekte anzustoßen und umzusetzen?

Voosen: Nein, überhaupt nicht. Es fällt mir nicht leicht, Entscheidungen zu treffen, und ein Multitasker bin ich auch nicht. Beides Eigenschaften, die man als Regisseurin oder Produzentin haben sollte.

Welche Projekte sind als nächstes geplant?

Voosen: Zurzeit spreche ich im Tonstudio „Pantoffel oder Held?“ und zwei weitere meiner Romane als Hörbuch ein. Außerdem schreibe ich schon an meinem nächsten Roman und einem Theaterstück. Zu der Sommer-Anthologie „Darf’ s ein bisschen Sommer sein?“, die am 1. Juni erscheint, habe ich eine Kurzgeschichte beigesteuert. Und es könnte auch sein, dass ich bald wieder vor der Kamera stehe. Das Projekt ist aber noch ungewiss, deshalb kann ich nichts verraten. Da bin ich ein bisschen abergläubisch.