Premiere "Besuch der alten Dame": Schrill, laut & modern gefällt

Premiere "Besuch der alten Dame": Schrill, laut & modern gefällt

„Der Besuch der alten Dame“ kam bei der Premiere im Opernhaus gut an.

Barmen. Am Schluss ist es auf der Bühne einfach nur noch dunkel — und Alfred Ill wird sich nicht mehr erheben. „Der Besuch der alten Dame“ hat ihn das Leben gekostet. Lang anhaltender Applaus folgt auf das tragische Ende. Der Dürrenmatt-Klassiker feierte am Freitagabend seine Premiere im Wuppertaler Opernhaus, das Remscheider Publikum hatte die Inszenierung von Sybille Fabian bereits Anfang April zu sehen bekommen (die WZ berichtete).

„Es war interessant — eine sehr moderne Inszenierung“, lautete das Urteil von Besucherin Bettina Hölkeskamp. Auch wenn sie mit etwas anderen Erwartungen gekommen sei: „Ich hätte mir mehr ein Schauspiel erwartet.“ Doch am Ende war sie zufrieden. Ob An Kuohn in der Titelrolle als Claire Zachanassian oder Harald Schwaiger als Alfred Ill — Hölkeskamp sprach von einer „wahnsinnigen schauspielerischen Leistung“. Klaus Schulten von der Volksbühne fand die Schauspieler ebenfalls „fantastisch“. Auch für die Einfälle auf der Bühne gab es Lob. „Das Bild mit den Prothesen passte sehr gut“, so Schulten.

„Ich fand das Stück sehr unterhaltsam und vor allem gut verständlich, was bei modernen Inszenierungen ja nicht immer der Fall ist“, lautete das Fazit von Marike Wolff. Trotz der modernen Einflüsse seien die Rollen klassisch gehalten. „Das hat mir gut gefallen“, so Daniel Schubert.

Beeindruckt war auch Luigi Petrillo: „Mir haben besonders das Bühnenbild und die übertriebene Gestik der Schauspieler gefallen. Das hat die Beklemmung, die die Geschichte erzeugt, gut wiedergegeben.“

Sozusagen einen Unterrichtsausflug absolvierten Neuntklässler des Gymnasiums Bayreuther Straße. „Der Besuch der alten Dame“ ist Thema ihres Theaterworkshops. „Es war ziemlich schrill und laut, eben sehr modern“, sagten Viviane, Friederike und Nina. Sie waren nach der Lektüre des Buches allerdings sehr angetan von der Umsetzung auf der Bühne. „Die Bewegungen wirkten schon sehr abstrakt, aber das hat uns gut gefallen.“

Die Inszenierung wird im Rahmen des Barmer Kultursommers am 28. Juni, 19.30 Uhr, im Opernhaus aufgeführt. Karten gibt es im Netz unter

wz-ticket.de

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