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Familienkonzert: Sinfoniker spielen für Squaws

Familienkonzert: Sinfoniker spielen für Squaws

In der Stadthalle entführten die Musiker ihr Publikum am Sonntag in den Wilden Westen.

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p class="text"><strong>Wuppertal. Für gewöhnlich dirigiert Evan Christ in einem gut sitzenden, dunklen Anzug. Weil aber das Familienkonzert gestern unter der Überschrift "Wilder Westen" stattfand, leitete der gebürtige Amerikaner diesmal das Sinfonieorchester in coolen Jeans mit lässigem Hemd. Zu John Williams’ "Cowboy Overture" setzte er sich am Sonntag außerdem einen schnittigen Cowboyhut auf.

Bühne frei für den Nachwuchs: Talente dürfen mit den Profis spielen

Für Zuhörer ab sieben Jahre konzipierte Musikpädagoge Klaus Brettschneider ein außergewöhnliches Konzert. Neben dem Musikgenuss, beschert durch die fehlerfrei und beschwingt aufspielenden Sinfoniker, gibt es kleine Extras. Eines davon ist die Moderation des Luxemburgers. Selbst als Bilderbuch-Cowboy ausstaffiert, erklärte Brettschneider den Kindern, wie beispielsweise der Komponist Aaron Copland "mit einfachen Mitteln Musik gezeichnet" hat. Bevor der Klassiker "Hoe Down" intoniert wird, hat er Celli und Streicher als Fundament dieses Tanzliedes beschrieben. Auf einer Leinwandeinblendung werden die Gruppierungen der einzelnen Musikgruppen im Orchester gezeigt, und Christ berichtet nicht nur, dass auch seine Mutter Geigerin ist, sondern auch, dass bei "Hoe Down" die Geige eine Fiedel ist, die mit sehr schnellen Bewegungen gespielt wird. Andächtig - vor allem aber interessiert - hörten die teilweise als Squaws, Sheriffs und Goldgräber verkleideten Kinder zu und haben offensichtlich genauso viel Spaß wie ihre Eltern.

Normalerweise lautet bei Konzerten ja die Devise "still sitzen und den Mund halten". Beim Familienkonzert aber stört es niemanden, wenn die Kleinen - von der Wildwestmusik animiert - im Takt auf ihren Sitzen auf- und abspringen.

Vor allem, als die spannende Geschichte von Billy the Kid, per Steckbrief eingeblendet, erzählt wurde, waren die jungen Zuhörer Feuer und Flamme. Und als dann bei "Rawhide" auch noch Nachwuchsmusiker mit auf die Bühne gebeten wurden, um zusammen mit den Profis einige Strophen zu spielen, war das Glück perfekt.

Dass die schönsten drei Kostüme prämiert wurden, freute besonders ein Trio: Die Gewinnerkinder Luisa, Valentin und Pauline sahen in ihren Outfits aus wie Miniaturausgaben der "Magnificent Seven" - mit der berühmten Filmmusik der "Glorreichen Sieben" beendeten die Sinfoniker dann auch den wunderschönen Musikvormittag in der Stadthalle.