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Meerbusch: Umzug für Brüder-Grimm-Schule an die Böhlerstraße geplant

Schulen in Meerbusch : Die Zahl der Grundschüler wächst

Im gemischten Neubaugebiet an der Böhlerstraße soll eine vierzügige Grundschule entstehen. Zum Schuljahr 2025/26 soll der Betrieb beginnen.

Meerbuschs größter Stadtteil bekommt einen neuen Standort für eine Grundschule. Am kommenden Mittwoch, 26. Januar (18 Uhr), treffen sich die Mitglieder von Planungs- und Schulausschuss im Städtischen Meerbusch Gymnasium, um eine vierzügige Schule auf dem Gelände des geplanten gemischten Wohngebiets an der Böhlerstraße zu beschließen. Der Neubau inklusive einer Zweifach-Sporthalle soll laut Verwaltung zu Beginn des Schuljahres 2025/2026 fertig werden. In der anschließenden nicht-öffentlichen Sitzung steht der dazu nötige Grundstückskauf vom Immobilienentwickler BPD auf der Tagesordnung. Eigentlich wollte die Stadt die Planungen schon vor einem Jahr auf den Weg bringen. Doch damals dachte man, eine dreizügige Schule reiche aus. Die prognostizierten Schülerzahlen im Gutachten zur Schulentwicklung zwangen aber zum Umdenken.

366 neue Schulplätze
müssen geschaffen werden

Das Beratungsbüro Dr. Garbe, Lexis & von Berlepsch rechnet damit, dass bis zum Jahr 2025 die Zahl der Grundschüler in Meerbusch von heute 2222 auf 2588 wächst. Dafür müssten 366 neue Schulplätze geschaffen werden – so viele wie für eine vierzügige Grundschule, geben die Gutachter zu bedenken. Allein in Büderich wächst der Bedarf laut Prognose von heute acht Züge auf zehn. Hintergrund dafür sind zum einen die geplanten 450 Wohneinheiten im Neubaugebiet angrenzend an das Areal Böhler. Zum anderen ziehen nach wie vor junge Familien in Bestandsbauten, die von älteren Menschen aufgegeben werden.

Entsprechend empfehlen die Gutachter, dass die Brüder Grimm-Schule 2024 auf mehr als drei Züge anwächst. Dafür sind im Gebäude an der Büdericher Allee aber nicht genügend Räume vorhanden. Deshalb ist geplant, dass die Brüder Grimm-Schule auf das Gelände des neuen Wohngebiets an der Böhlerstraße zieht. Die Gutachterin Ulrike Lexis hatte zu diesem Schritt im Schulausschuss geraten. Die Erweiterung einer Schule sei immer leichter zu realisieren als eine Neugründung, erklärte sie.

Die Grundschule an der Böhlerstraße wird deshalb nun vier Klassenzüge umfassen. Dazu ist eine Fläche von 10 000 Quadratmetern vorgesehen. Die Stadt musste für das größere Grundstück deshalb erneut mit dem Eigentümer verhandeln. Zu der Höhe des Kaufpreises äußert sich die Stadt nicht. Für die Baukosten der Grundschule mit Turnhalle wurden im Haushalt vorsorglich 16,5 Millionen Euro eingeplant. Die Schulkonferenz der Brüder-Grimm-Schule erhält die Möglichkeit zu einer Stellungnahme. Die Bezirksregierung Düsseldorf muss den Umzug genehmigen.

Gleichzeitig bietet der Umzug einen Ausweg aus einem Dilemma: Der bisherige Standort der Brüder-Grimm-Schule in Büderich-Mitte liegt in der Tag-Schutzzone 2 des Flughafens. Dort dürfen keine Schulen errichtet werden. Die bestehenden Schulen genießen mit ihrer heutigen Größe aber Bestandsschutz. Bei Erweiterungen muss die Stadt aber gegenüber der Bezirksregierung nachweisen, dass der Bedarf an weiteren Plätzen nicht an anderer Stelle gedeckt werden kann.

Und schließlich wirkt sich der Zuwachs von Schülern in Büderich möglicherweise auch auf die St.-Mauritius-Schule aus. Das Gutachten schlägt vor, dass ab 2025 die zweizügige Schule auf drei Züge erweitert wird. Seit Jahren verzeichnet Meerbuschs einzige Bekenntnisschule einen Überhang an Anmeldungen. Die Klassen sind mit mindestens 28 Schülern groß. Vom Gesetzgeber angestrebt sind etwa 23 Kinder pro Klasse. Ob eine Erweiterung tatsächlich nötig ist, müsse in den nächsten Jahren anhand der Schülerzahlen überprüft werden. Räume für zusätzliche Klassen sind in der St.-Mauritius-Schule allerdings nicht vorhanden. Dafür umso mehr in der nahen freiwerdenden Brüder Grimm-Schule.