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Kaarst: Plan für Sportpark am Bruchweg vorgestellt

Umgestaltung in Holzbüttgen : Platz für vielseitige Aktivitäten

Architekt stellt Ausschüssen seine Ideen für den Sportpark am Bruchweg vor.

. Was man aus einem schnöden Sportplatz alles machen kann, präsentierte jetzt in einer gemeinsamen Sitzung des Sportausschusses und des Bau- und Umweltausschusses der Neusser Landschaftsarchitekt Harald Blank. Zwar gab es hier und da Detailkritik an dem Projekt am Bruchweg, aber insgesamt gefiel die Planung den Ausschussmitgliedern doch schon sehr. Dass es im Sportausschuss dennoch fünf Enthaltungen und im Bau- und Umweltausschuss fünf Enthaltungen und sogar eine Nein-Stimme gab, hatte nichts mit der Qualität der Arbeit von Harald Blank und seinem Team zu tun: „Wir werden uns enthalten, weil wir an dieser Stelle, unweit der Regiobahn, lieber bezahlbaren Wohnraum geschaffen hätten“, sagte Nina Lennhof von den Grünen. Sabine Kühl (SPD) stimmte aus demselben Grund als Einzige mit Nein.

Ein Tartanplatz auch für den Schulsport, ein Spielplatz für die Kleinsten, eine Pumptrack-Anlage als Ersatz für die frühere BMX-Anlage, die einem Kita-Neubau hatte weichen müssen, Fitnessgeräte und eine Boule-Fläche für die älteren Semester und viel Grün, das hörte sich verlockend an. Pumptrack-Anlage und Spielplatz wurden gemeinsam mit dem Jugendamt geplant, Jugendliche hatten ein Wörtchen bei der Gestaltung des neuen BMX-Parcours mitzureden. Die Pumptrack-Anlage wird asphaltiert. Zusätzlich wird es für alle, die hoch hinaus wollen, eine Jump-Line geben. Der Landschaftsplaner blendete einen Film von einer ähnlichen Anlage ein. Als fast schon logische Konsequenz wurde gefordert, dass Rettungswagen die Anlage problemlos erreichen müssten.

Für den Spielplatz sind unter anderem so spektakuläre Dinge wie eine kleine Seilbahn, ein Klettergerät mit Anbauten und ein Seilzirkus vorgesehen. Harald Blank hatte auf pfiffige Details geachtet wie eine Pergola als Treffpunkt mit Aufenthaltsqualität. Ebenso wie die Stadtmitte von Kaarst soll der umzugestaltende Sportplatz auch dazu animieren, bei schönem Wetter die Picknickdecke auszubreiten. Ein kleiner Teil soll nämlich den Charakter eines Mini-Parks erhalten. Anders ausgedrückt: Das Projekt bietet für alle Altersklassen eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten.

Zwischen Schule und Tennisanlage – ein Tennisplatz wird noch zusätzlich hinzukommen – entsteht ein interessanter Treffpunkt für alle, die sich gerne bewegen und das möglichst zusammen mit Gleichgesinnten. Angrenzend an die Sportfläche ist noch Platz, um später einmal ein kostengünstiges Bauwerk zu platzieren – so eine „McArena“ kostet um die 500 000 Euro. Strom- und Wasseranschlüsse sollen bereits im Zuge der Umgestaltung verlegt werden.

Dietmar Ibach (SPD) vermisste Toilettenanlagen in dem Konzept. „Im Kaarster Stadtpark gibt es auch keine solche Anlage“, gab die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart zu verstehen. Ibach sprach auch das Thema „Unterhaltungsaufwand“ an. Konkrete Zahlen konnten noch nicht genannt werden. Harald Blank versprach allerdings, ein Pflegehandbuch zu erstellen. „Die CDU begrüßt die vorliegende Planung, das ist für Holzbüttgen ein Schritt in die richtige Richtung“, erklärte Rainer Milde.

Ein Thema war die soziale Kontrolle des Sportparks: Einladende Plätze können ja auch eine Klientel anlocken, die man da nicht haben möchte. „Wir sollten nicht auf schöne, intelligente Sachen verzichten aus Angst vor irgendwelchen Chaoten“, sagte der Erste Beigeordnete und Sportdezernent Sebastian Semmler.