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Vorsichtsmaßnahme zu Coronavirus: 20 Kaarster Schüler unter Quarantäne

Coronavirus : 20 Gymnasiasten unter Quarantäne

Ihre Lehrerin hatte Kontakt zu einem Corona-Patienten. AEG-Schüler bleiben bis Montag Zuhause.

Das Wichtigste vorweg: Es liegt kein akuter Verdachtsfall und keine Erkrankung mit dem Coronavirus in Kaarst vor. Dennoch sind 20  Schüler des Albert-Einstein-Gynmasiums am Freitag bis einschließlich Montag (2. März) unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Zwei der Schüler wohnen in Neuss. Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme im Hinblick auf das derzeit grassierende Coronavirus, die vom Gesundheitsamt des Kreises angeordnet wurde.

Eine Lehrerin des Kaarster Gymnasiums aus dem Kreis Heinsberg wird durch die dortigen Behörden betreut. Weder die Lehrerin noch die Schüler zeigen bisher Symptome einer Erkrankung. Die Schülergruppe war mit der Lehrerin am Mittwoch auf eine Exkursion in einer Düsseldorfer Jugendherberge gefahren. Am Donnerstagabend erfuhr die Lehrerin, dass sie am Karnevals-Wochenende in Kontakt zu einem Corona-Erkrankten aus dem Kreis Heinsberg stand. Sie informierte daraufhin umgehend die Schulleitung und verließ die Schülergruppe. Diese wurde noch am Donnerstagabend von ihren Eltern abgeholt. Den Eltern und den Geschwisterkindern wurde laut Kreissprecher Benjamin Josephs nahegelegt, ebenfalls zu Hause zu bleiben. Für Montag wird das Testergebnis der Lehrerin erwartet. „Sollte dieses negativ sein, kann die Quarantäne wieder aufgehoben werden“, sagt Josephs.

Sebastian Semmler, Erster Beigeordneter der Stadt, wendet sich direkt an die besorgten Eltern von Schülern des Albert-Einstein-Gymnasiums: „Zu keinem Zeitpunkt bestand seitens der Lehrerin oder der Schüler ein Kontakt zur Schule, nachdem die Lehrerin mit der infizierten Person Kontakt hatte. Alle Maßnahmen bei uns vor Ort werden mit dem Kreisgesundheitsamt abgestimmt. Der Schulbetrieb des Albert-Einstein-Gymnasiums kann nach Rücksprache mit allen zuständigen Behörden normal
weiterlaufen.“

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus macht deutlich, dass derzeit keine Grundlage für weitergehende Maßnahmen bestehe: „Alle Veranstaltungen des Wochenendes finden wie geplant statt. Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. Wir sind im Rhein-Kreis Neuss gut vorbereitet und derzeit gibt es keinen bestätigten Krankheitsfall.“ Auch die Stadt Neuss betont, dass es momentan noch keinen Grund zur Beunruhigung gebe.

Schulleiter Bruno von Berg erklärt, dass viele Eltern beunruhigt und nervös sind. „Das kann ich einerseits auch nachvollziehen. Andererseits wünsche ich mir ein bisschen mehr Ruhe und Besonnenheit“, sagt er. Die Schule habe schnell reagiert und frühzeitig alle Verantwortlichen mit ins Boot
geholt.

Von Berg selbst sei am Donnerstagabend darüber informiert worden, dass seine Kollegin Kontakt zu einem Corona-Erkrankten hatte und habe sich direkt mit den Behörden in Verbindung gesetzt. Auch mit dem Leiter der Jugendherberge habe er telefoniert und ihm erklärt, wieso die Schüler abreisen. Am Samstag geht es für die Schüler der neunten Klassen in die Skifreizeit ins österreichische Seefeld in Tirol, 30 Kilometer von Innsbruck entfernt. Dort gab es auch bereits einen Corona-Fall. „Wir sagen die Fahrt nicht ab. Wir machen die Panik, der manche Leute verfallen, nicht mit“, sagt von Berg. Den Eltern der Schüler sei es allerdings freigestellt, ob sie ihre Kinder mit auf die Skifreizeit fahren lassen – die Kosten werden allerdings nicht
erstattet.