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Kempener „Wegweiser“: Hilfe bei Angst und Panik

Rund um die Uhr erreichbar : „Wegweiser“-Betreuungsdienst jetzt auch für Nicht-Patienten da

Wer unter Panikattacken leidet, kann sich telefonisch Hilfe holen.

. Die Corona-Krise ändert vieles. So hat der in Kempen ansässige Betreuungsdienst „Wegweiser“ in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Telefonnummer geschaltet, die Bürger nutzen können, die angesichts der Lage unter Panikattacken leiden. Unter Telefon 02152/558596 bieten pädagogische Mitarbeiter des Betreuungsdienstes telefonische Hilfe an.

In normalen Zeit hat der Betreuungsdienst einen festen Kundenstamm, den man, so Leiter Detlev Schürmann, ganz besonders in dieser Zeit auf keinen Fall allein lassen könne. Die von „Wegweiser“ betreuten Menschen teilen sich in drei Gruppen. Das ist die besondere Risikogruppe, die ganz intensiver Betreuung bedarf. „Diese Menschen müssen wir täglich zu Gesicht bekommen, für sie machen wir auch die Einkäufe“, sagt Schürmann. Bei der zweiten Gruppe sind solche täglichen Kontakte nicht unbedingt notwendig, aber auch für die macht „Wegweiser“ die Einkäufe. Oft haben diese Menschen keine Hilfe, stehen völlig allein da. Die dritte Gruppe bedarf aktuell keiner besonderen Hilfe, steht aber natürlich ebenfalls im Fokus der Betreuer und wird im Bedarfsfall sofort unterstützt. Mit allen Patienten, bei denen es notwendig ist, stehen die Mitarbeiter im täglichen telefonischen Kontakt, im Idealfall auch videomäßig: „Wir wollen die Leute sehen“, sagt Schürmann.

Der Dienst steht Hilfsbedürftigen rund um die Uhr zur Verfügung

Für alle, die mit der modernen Technik wie Whatsapp nicht klarkommen, ist das Büro an der Kurfürstenstraße in Kempen besetzt, wenn auch aktuell in verringerter Zahl, ein Teil der Mitabeiter arbeitet derzeit von zu Hause. Die Hilfebedürftigen können sich auch mit einem ganz normalen Telefonanruf Ratschläge einholen. „Es muss immer ein Kontakt möglich sein, für den Falle der Fälle“, sagt Schürmann. „Wegweiser“ ist an 365 Tagen rund um die Uhr für die Klienten da: „Jeder von ihnen hat die entsprechende Nummer für den Notfall“, betont Schürmann. Das gilt nicht für die aktuelle Notfallnummer: Sie ist von montags bis donnerstags von 9 bis 17 und freitags von 9 bis 14 Uhr besetzt.

Viele Menschen, darunter auch Nicht-Patienten, entwickeln zurzeit Panikattacken, haben Angst. In den meisten Arztpraxen finden sie keinen speziellen Ansprechpartner, viele psychiatrische Einrichtungen sind inzwischen geschlossen oder möchten keinen Kontakt. „Wir sind schließlich ohnehin da, dann können uns die Leute auch anrufen“, sagt Schürmann: „Wir müssen dann schnell helfen und die Betroffenen beruhigen.“ Mit seiner Idee sei Schürmann auf Bürgermeister Volker Rübo und Stadtsprecher Christoph Dellmans zugegangen. Die hätten das Angebot spontan und dankend angenommen. hd