Gruppe des Berufskollegs : Kempen: Erdbeben-Hilfsaktion für Haiti liegt vorerst auf Eis

Berufsschüler dürfen wegen der Corona-Krise nicht verreisen.

Vor zehn Jahren bebte auf der Karbikinsel Haiti die Erde. Die Folgen der Naturkatastrophe waren immens und wirken bis heute nach. Damals wurde am Kempener Rhein-Maas-Berufskolleg ein Hilfsprojekt gestartet. „Schüler bauen für Haiti“ wurde seinerzeit auf Initiative von Roland Kühne aus der Taufe gehoben. Der evangelische Pfarrer hatte im Religionsunterricht am Berufskolleg das Erdbeben auf Haiti thematisiert. Schüler wollten daraufhin spontan beim Wiederaufbau helfen. Und das tun sie seither. Nachdem erstmals in den Osterferien 2011 eine kleine Gruppe aus Kempen vor Ort war und die Möglichkeiten der Hilfe ausgelotet hatte, reisen jedes Jahr Kempener Berufsschüler nach Torbeck auf Haiti, um nach Kräften beim Wiederaufbau zu helfen. Dies war auch für die bevorstehenden Ferien geplant. Nun ist die Haiti-Hilfe aus Kempen wegen der weltweiten Corona-Pandemie erst einmal ausgebremst, wie Pfarrer Kühne mitteilte. Die Hilfsaktion soll in jedem Fall nachgeholt werden.

Es nehmen jedes Mal andere Schüler am Hilfseinsatz teil

Die Helfer haben schon einen Container mit Möbeln vorgeschickt. Foto: Sarah Kühne

Die Teilnehmer der Reise – es sind immer neue Schüler, die sich an dem Projekt beteiligen – hatten sich bereits seit Monaten auf ihren Einsatz gefreut und gewissenhaft vorbereitet. Vom Berufskolleg erhalten sie jede notwendige Unterstützung. Auch Privatleute und Firmen unterstützen die Aktion. In den kommenden Wochen wollten die Freiwilligen aus Kempen in Haiti eine Schule und ein Waisenhaus weiterbauen.

Als Vorbereitung auf den Einsatz vor Ort wurde vor drei Wochen bereits ein Container mit Materialien beladen und vorausgeschickt. „Seit Monaten sammelten Unterstützer für das Haiti-Projekt“, berichtet Pfarrer Kühne, der die Aktion auch diesmal wieder begleitet. So kamen zum Beispiel 200 Stühle und 100 Tische zusammen, die von der Gemeinschaftsgrundschule Grefrath-Oedt ausgemustert worden waren. Die Firmen Hamelmann und Roemer-Bau stellten Baumaterialien und Werkzeuge zur Verfügung. „Zwischengelagert wurden die Materialien in einer Scheune, die uns die Bauernmetzgerei Erkens zur Verfügung gestellt hatte“, so Kühne.

Der Container selbst wurde mit Spendengeldern angeschafft und soll vor Ort als Lagerraum genutzt werden. Kühne: „Die Materialien werden in Haiti dringend erwartet, damit im September der Schulbetrieb beginnen kann. Das hat uns unser Freund Simon in einem Telefonat aus Torbeck auf Haiti mitgeteilt.“ Der Container ist inzwischen auf dem Seeweg und wird für Ende März in Port au Prince erwartet.

Die Reise der Kempener Helfer ist nun erstmal wegen der Corona-Pandemie verschoben. „Wir müssen wohl bis zu den Sommer- oder Herbstferien warten, bis wir zu unserem Hilfsprojekt in Haiti starten können. Unsere Partner vor Ort sind sehr um uns in Kempen besorgt und hoffen, dass wir dieses Jahr noch unser Bauvorhaben in Torbeck weiterführen“, so Kühne. rei