Velbert : Viel Verkehr im Hauptausschuss

Die OV 6 bleibt im alten Takt. Mit dem Lückenschluss der A­ 44 soll Velbert von der Beschilderung an der Autobahn verschwinden.

Der ursprüngliche Plan, die Ortsbus-Linie 6 statt alle 20 Minuten nur noch im Halbstundentakt fahren zu lassen, hatte vor Weihnachten zu Protesten geführt. Schüler von Christlicher Gesamtschule und Berufskolleg der Bleibergquelle sowie des Berufskollegs an der Langenberger Straße übergaben dem Rat in dessen letzter Sitzung im Jahr 2018 Listen mit hunderten Unterschriften, um die Aufweitung des Taktes zu verhindern.

Hintergrund ist der neue Fahrplan für von S-Bahn und Regionalexpress, der zum Ende dieses Jahres in Kraft tritt. Der darin festgelegte 15-Minuten-Takt des Schienenverkehrs erforderte auch in Velbert, die Abfahrtzeiten der Busse anzupassen – eine Aufgabe für den Arbeitskreis ÖPNV. Er nahm die Taktung der „600er“-Linien – 627, 637, 647, 649 – und der Ortsbus-Linien – OV 6, OV 7 und OV 8 unter die Lupe. Vorgabe war, dass die Umstellung kostenneutral gestaltet wird, und dass es keine Verschlechterung des Personennahverkehrs gibt.

Die Linie OV 7 sollte auf einen Takt mit 30 Minuten verdichtet werden

Das Ergebnis bedeutete unter anderem die genannte Taktzeit-Verlängerung der OV 6, während etwa die OV 7 von bisher 60 auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet werden sollte. Die Verschlechterung bei der OV 6 rief den Widerstand der Schulen hervor. So hatte das Berufskolleg der Bleibergquelle viele Jahre für den 20-Minuten-Takt der OV 6 gekämpft, der 2015 endlich eingeführt wurde. Dies nun zurückzudrehen bedeute eine erhebliche Einschränkung, die auch durch zusätzliche Einsatzbusse nicht aufzufangen sei, hatte die Schülervertretung kritisiert.

Der Arbeitskreis hatte danach noch einmal über die Fahrplanänderungen diskutiert, nun auch, wie zuvor im Rat zugesagt, unter Einbeziehung von Vertretern des Jugendparlamentes. Der Hauptausschuss hat das Ergebnis einstimmig angenommen und die städtische Verkehrsgesellschaft mit der Umsetzung beauftragt. Danach bleibt es beim 20-Minuten-Takt der OV 6. Auch die OV 7 behält ihren ursprünglichen Takt bei und fährt weiterhin stündlich, wobei eine Anknüpfung an die RB 49 am Bahnhof Langenberg vorzusehen ist.

Daneben überraschte Bürgermeister Dirk Lukrafka das Gremium mit dem Ergebnis einer Besprechung zum Lückenschluss der A 44, das die künftige Beschriftung der Hinweistafeln längs der Autobahn betrifft. Danach soll das bisherige Fernziel „Velbert“ bis zum Autobahnkreuz Düsseldorf-Nord durch „Essen“ ersetzt werden, da die A 44 nach dem Lückenschluss in Essen endet.

„Essen-Südost“ ist neues Fernziel auf der A 44 ab Düsseldorf-Nord

Indessen mache die Fernzieldoppelung im Autobahnkreuz Düsseldorf-Nord (A 52 und A 44 führen nach Essen) eine Aufteilung der Essener Ziele erforderlich. Dem Wunsch der Stadt Essen folgend wird „Essen-Südost“ als neues Fernziel der A 44 ab Düsseldorf-Nord geführt, „Velbert“ würde entfallen. Lediglich in Ratingen-Ost soll „Velbert“ als Zwischenfernziel erhalten bleiben, da das Autobahnkreuz Velbert-Nord als verkehrswichtiger Knoten im Autobahnviereck Ratingen-Ost, Hilden und Sonnborner Kreuz angesehen wird.

Dirk Lukrafka erklärte dazu, dass die Stadt Velbert nicht bereit ist, diese Art und Weise der Beschilderung mitzutragen. Mit einem Schreiben hat er den Landesbetrieb Straßen NRW aufgefordert, das Wegweisungskonzept für die A 44 zu ändern, so dass das Fernziel Velbert an den vorhandenen Schilderstandorten erhalten bleibt.

Parallel hat Lukrafka den Landtagsabgeordneten Martin Sträßer und Altbürgermeister Heinz Schemken, der das Projekt A 44 über Jahrzehnte begleitet hat, um Unterstützung gebeten. Er räumte ein, dass es schwierig werde, ein Umdenken beim Landesbetrieb zu erreichen: „Wir sollten es aber trotzdem versuchen.“ Das Besprechungsergebnis zum Lückenschluss und das Antwortschreiben im Internet:

Mehr von Westdeutsche Zeitung